Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Jüdisches Schulwesen : aus Schlesien [Nachricht]
- Date
- 1854-11-01
- Page
- 111 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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A»S Schlesien. 111 Gebiete fast noch größer, weil hier leider sehr störende Einflüsse verwalten, vor Allem ein ziemlich starker Jndisferentiömus gegen den hebräischen Unterricht, der Jahre, Äahre lang um sich gegriffen; ferner die Ducht der jüdischen Eltern, ihre Kinder recht früh aufs Gymnasium zu bringen, welche der religiösen Bildung unserer Zugend den Lebensnerv unterbindet. Denn wenn ich auch seit meiner Anstellung hier am Gymnasium Religionsunterricht crtheile, so fann ich mir doch nur einen geringen Erfolg versprechen, weil es selbst an einem auch mn* leidlichen Fundamente fehlt; cs kann der bei weitem größere Theil der Äugend kaum geläufig hebräisch lesen — von allem Anderen vollends zu schweigen. Ich muß nun alle Kraft aufbieten, die hiesige Elementarschule, mit zwei Lehrern, auch in Betreff der übrigen Unterrichtsgegenstände zu überwachen, zu heben, um den Eltern den Vorwand zu nehmen, daß sie wider ihren Willen sich genöthigt sehen, ihre Kinder, um sie einen guten Elementarunterricht genießen zu lassen, der jüdischen Schule zu entziehen. Der jüdischreligiöse Unterricht der Zugend ist daS ceterum cenßeo in meinen Predigten. Der Jugendunterricht ist der Cardinalpunkt; kann es uns nicht gelingen die Eltern dafür zu gewinnen, so wissen wir was uns bevorsteht. Rechnen Sie den südlichern Theil Oberschlesiens ab, so ist es fast durch die ganze Provinz Schlesien nicht besser. Niederschlcsien hat fast nirgends gesonderte jüdische Schulen, die Schüler sind mit Schularbeiten überhäuft, und wenn die Eltern auch noch einiges Jnterresse für die jüdische Lehre hätten, so können sie doch ihren Kindern nicht zu viel aufbürden. Durch zu große Forderungen würden wir weder die Eltern noch die Kinder gewinnen. Misccllen. Die Beni Israel in Bombay. Ueber diese auch von Wilson im zweiten Bande seines Werkes „The Lands of the Bible“ erwähnten indischen Israeliten berichtet Herr R. Graul in seiner Darstellung der Westküste Ostindiens*): Die Juden sollen sich in Bombay und in den benachbarten Orten auf 5—6000 Seelen belaufen. Sie zerfallen in drei Hauptklassen: in Weihe, Schwarze und in „Beni Israel". Die weißen Juden haben sich erst in jüngerer Zeit aus Arabien und die Schwarzen aus Cochin in Bombay eingefunden, wäh-