Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Jüdisches Schulwesen : aus dem Würtembergischen [Nachricht]
- Date
- 1854-11-01
- Page
- 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- IRI
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110 Jüdisches Schulwesen. Correspondenzen. einer guten Erziehung, zur Erlangung tüchtiger Lehrer, haben wir weder Aussicht noch Hoffnung. Wir haben nämlich weder eine öffentliche noch eine Privatanstalt zur religiösen Heranbildung der Lehrer. Diese verlassen vielmehr mit ihrem dreizehnten oder vierzehnten Jahre die Ortsschulen, besuchen etwa noch ein Jahr irgendwo ein Lyceuru, um dann in ein christliches Schullehrer- Seminar ausgenommen zu werden. Waren nun ihre geringen Religionskenntnisse nicht dazu geeignet, sie die heiligen Wahrheiten unseres Glaubens erfassen zu lassen, so sind weder die Lehren, die sie hier erhalten, noch ihre nunmehrige Umgebung von der Art, dieselben zu einem israelitisch frommen Lebenswandel zu veranlassen. Treten nun diese jungen Leute ihren Schullehrerdienst an, so fehlt es ihnen sowohl an Willenskraft als auch an Kenntnissen, welche erforderlich sind, den Geist der zarten -Jugend mit unserer heiligen Lehre vertraut und ihr Gemüth für sie empfänglich zu machen. Grund genug um an einem guten Erfolg zu zweifeln. Aber ein weiterer, sehr mißlicher Umstand liegt noch darin, daß diejenigen, welche Religions- und Elementarlehrer zugleich sind, lediglich von der christlichen Schulbehörde angestellt, befördert, oder zurückgesetzt werden können, und diese Behörde selbstredend nicht geeignet ist, den israelitischen Religionsunterricht zu überwachen; dies sollte eigentlich zur Funktion der Rabbiner und Kirchenvorsteher gehören, aber leider! — ־־־ Es wurden zwar in diesem und vorigem Jahre sämmtliche israelitische Schulen des Landes von Herrn Kirchenrath Dr. Mayer visitirt, und man hat gehört daß einigen Lehrern von demselben Verweise ertheilt wurden, allein unter den bereits angedeuteten Umständen, und in der gewissen Voraussicht, daß sich esne solche Visitation nicht sobald wiederholen dürfte — sie ließ beinahe Jahre auf sich warten — kann nicht viel Ersprießliches von derselbe^ erwartet werden. || Aus Achlesien.-In meiner früheren Gemeinde hatte ich bereits viel an der Schule zu wirken, und habe mich dieser Wirksamkeit mit Eifer und Liebe unterzogen, weil von der Erziehung , von dem Unterricht (תלמוד תורה) der Äugend ut heutiger Zeit Alles, weil unsere Zukunft davon abhängt. Hier ist meine Anstrengung auf diesen!