Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Aus dem Elsaß
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 47 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Audem Elsaß. 47 getreten. Es ist nur zu bedauern, das; in diesen Gesängen so viele Wiederholungen von Wörtern vorkonuuen, welcbe sogar Chasanim, die wabre Jirei schatnaim sind, sich erlauben, so daß man fast sagen könnte, daß sie llallel oder Kedusehah lieber als eine Note opfern würden. Eine Umarbeitung dieser Gesänge zur Beseitigung dieser unpassenden, profanirenden Wiederholungen wäre sehr zu wünschen. Zn sämmtlichen, selbst den kleinsten Gemeinden, bestehen Primär-- Schulen, welche im Allgemeinen von fähigen und ihrem Berufe sich mit Liebe hingebenden Lehrern geleitet werden, so daß man kühn behaupten kann, die jüdischen Schulen stehen in keinem Punkte den andern nach. Wenn man die hört, die sich mit vieler Ostentation „die Aufgeklärten" nennen, sollte man glauben, die Menschenliebe, das Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, sei ihr ausschließliches Privilegium; ich kann Ihnen indeß versichern, daß in dem orthodoxen Elsaß die alte Wohlthätigkeit noch nicht geschwunden ist. Nur ist es zu bedauern, daß . sie wohl weiser geleitet und nützlicher verwendet werden könnte. Es wird mir von zuverlässiger und gut unterrichteter Seite versichert, und ich habe oft selbst auch Gelegenheit gehabt, mich davon zu überzeugen, der Jude im Elsaß verschwendet jährlich fabelhaste Summen an eine heimathlose, vagirende Armuth, die einer jeden nützlichen und ordentlichen Beschäftigung fremd, durch dieses ans die Mildthätigkeit der Brüder ganz hingewiesene Leben gänzlich die Ucbnng der eigenen Kräfte in redlichem Fleiße verlernt. Weise verwendet, könnten diese Summen viel zur geistigen, sittlichen und materiellen Hebung eben dieser Unglücklichen beitragen, während sie jetzt nur ihre Unthätigkeit und die daraus unmittelbar entspringenden Fehler begünstigen. Ich komme ein anderes Mal. auf die Hindernisse zurück, an welchen bis jetzt alle Bemühungen der Eonsistorien und Rabbinen, das Uebel zu beben gescheitert sind. Ich darf eö jedoch nicht verhehlen, daß, abgesehen von diesen Summen, eine jede Gemeinde auch noch wirkliche oft. drückende Opfer zur Unterstützung von Armen und zur Errichtung von religiösen und wohlthätigen Anstalten sich auflegt. Zahlreiche und schöne Synagogen erhoben sich in den letzten Jahren; in S t r a ß b u r g, C o l in a r und Mühlhausen gründete man Handwerker- und Gewerbeschulen, die nicht bloß eine gewisse Anzahl armer Kinder dem sichern Elend entreißen, sondern auch den Sinn sstr Handwerke und Gewerbe unter den Juden verbreiten. Die armen