Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Thischri
- Date
- 1854-10-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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/T\ AJes 3üben KateckismUS ist sein Kalender. Ans die Fittige der Zeit, die uns durck's Leben tragen, bat Gott die ewigen Worte seiner beseligenden Lehre gegraben, und Tage und Wochen und Monate und .Jahre zu Herolden seiner Wahrheiten gemacht. Den scheinbar fluchtigsten Elementen bat Gott die Pflege seiner Heiligthümer anverrraut und hat ihnen damit unverwüstlichere Dauer und unbedingtere Zugänglichkeit gesichert, als Prieftermund und Denkmals- Erz und Tempel und Altar vermöchten. Priester sterben, Denkmäler verwittern, Tempel und Altäre zerfallen, aber die Zeit bleibt ewig, und ewig frisch und ewig neu tritt jeder junge Tag aus ihrem Schooß. Nur zu Wenigen kann der Priester wandern, Nriester und Denkmäler, Tempel und Altäre müssen warten, bis du zu ihnen kommst, —- und noch weit mehr bedarfst du ihrer ja, gerade, wenn du nicht zu ihnen kommst, wenn du nickt einmal den Zug zum Heiligthum fühlst, oder die Schranken des Elendes dich vereinsamen. Nicht also die Kinder der Zeit. Sie warten nicht bis du zu ihnen kommst; sie kommen zu dir, unangemeldet, unabweisbar zu dir, sie wissen dich zu finden mitten im geschäftigen Markte des Lebens, mitten im'rauschenden Gewühle der Freuden, oder in einsamer Kerkerstille, oder auf schmerzreichem Krankenlager, wissen dich zu finden und reichen dir überall das Wort deines Gottes, mahnend und warnend, beseligend, tröstend, — und allgegenwärtig wie die Gottheit, die sie sendet, treten sie zu Allen zu gleicher Zeit heran und erfüllen in Einem Momente, in Ost und West in Süd