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Jeschurun · 1887-12-29 · Heft 52 (29.12.1887) · p. 825

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 52 (29.12.1887)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1887-12-29
Page
825 (sequence 1)
Language
German
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M SS. 825 Jeschnrm» KoncsDildclizcll mtb Nachrilhtcn. Deutschland. * Hannover, 2(>. X'cjcmbcr. Dem in diesen Tagen!)craiu'gcgcbcncii sechsten 9! cchcn schaftsberichte itbcr die klnterstiitzungskasse für jüdische Lehrer, deren Witt wen und Weisen in der Provinz Hannover, entnehmen wir, das; in den Jahren 1883, 1884, 1885, 1886 die Einnahmen J(. 15 87*4,32 betragen. An Pensionen wurden insgesamnn an fünf emeritirte Lehrer und eine Lehrcrwittwe J(. 13 008,31 ansgczahlt. Der nnangreifbare Fonds betrug am 1. Januar 1887 J&43 208,13. Mit diesem Rechenschaftsberichte verbindet der Borsrand einen Aufruf, dem wir das Folgende entnehmen: Wie ander Zusammenstellung ersichtlich, haben sich die Ausgaben an Unterstützungen für Pension-berechtigte in den vier Jahren fortschreitend erhöht. In diesem Jahre ist durch den Tod eines Mitgliedes und durch das Ausscheiden eines anderen aus seinem Dienste der Kasse noch eine weitere Ausgabe von J(. 400־ erwachsen, so daß diese Position seit 1881 eine Steigerung von J(:. 2908 auf cf(. 3783, also 11111 ca. cf(. 1000 erfahren hat 20(it den erhöhten Ausgaben haben aber die tausenden Einnahmen nicht gleichen Schritt gehalten. Bielmehr sind die Beiträge der Mitglieder, der Ge׳ meinden und der Privaten auf annähernd derselben Hohe geblieben, die Spenden in den Synagogen, wie — in Folge des reduzinm Zinsfußes — die Zinsen sogar wesentlich zurückgegangen. Aus dieser Thatsache ergiebt sich die dringende Nothwend:gleit, auf Bermehrung der Einnahmen hinznwirlen, eine Nothwendigkeil, welche auch in der letzten Generalversammlung am 0. Juni d. I. nachdrücklichst betont worden ist. Die Kasse war bisher in der glücklichen Vage, ziemlich ansehnliche Pensionen zu geben und dadurch ein wirkliches Hülsswcrk zu üben. Sie wird aber auf die Dauer nicht mehr die gleichen Beiträge gewähren und in gleich erfolgreicher Weise wirken können, wenn nicht fernerhin mit den forlschreitelidelt Altsprüchen auch die Einkünfte zunchmen sollten. Zwar ist es, trotzdein dieses bisher noch nicht der Fall war, dennoch bis jetzt gelungen, die Umerstützungsportion von der versicherten Dicnsteinnahitte durch alle Jahre in der gleichen Höhe fcstznstellcn. Jndesjen wird dieses, wie ausdrücklich erklärt wird, fortan nicht mehr möglich sein und eine Reduktion nolhgedrnugcn cimrctcn müssen, sobald, was schon im nächsten Jahre bcslimntt zu erwarten ist, auch nur ein einziger Unterslützultgsansprnch zu den bishcriezen hinznkommen wird. Wie hart cs aber für jahrelang an ein bestimmtes Eiltkontmcn gewöhnte emeritirte Lehrer oder deren Wittwcn sein müßte, hierin später, nachdem sie noch alter und schwächer geworden, eine Schmälerung zu erfahren, bedarf keiner weiteren Darlegung. Es wird deshalb ׳ an die ca. 120 Gemcindcn der Provinz Hannover, von denen bisher nur 12 Jahresbeiträge für die Umcrstntzungskasse entrichten, die eindringliche Bitte gerichtet, fortan einen bestimmten Jahresbeitrag für die Kasse in ihren Etat anfzunehmen, ferner wird den Gemeinden anhciingegebcn, in ihrem eigenen Interesse, neu anzuftellenden Lehrern den Beitritt zur Unterstützungskassc gleich bei ihrer Anstellung zur Pflicht zu machen. Bon besonderer Wichtigkeit endlich erscheint es, daß die Unterstützungskassc durch Ber׳ mehrung ihres festen unangreifbaren Fonds von den Beränderungen und Schwankungen der Zeitvcrhältnissc unabhängig gemacht werde. Wenn sie sich seit ihrer Begründung im Jahre 1871 bereits einen festen Fonds von über cf( 43 OoO erworben hat, so hat sie dieses hauptsächlich den reichen Zmoeudiuigen großherziger Wohlthäter zu verdanken. Solche größeren Zuwendungen sind aber seit einer Reihe von Jahren ihr nur selten zu Theil geworden, und wird deshalb der Wunsch ausgesprochen, daß dieselben ihr wiederum reichlicher zuströmen möchten. Hannover. Das ״Korrespondcuzblatt" über die Sitzungen des Raturwistenschaftlichm Bereius zu Halle cuthült einen Bortrag des Herrn!)!.Baumert über' ״Knnstgewürzc". Diesem interessanten Bortrag sind die folgenden Notizen entnommen: Die Industrie der Knnstgcwürzc steht in Ocftcrreichcklngarn nach Beeichtcn der dortigen Gelehrten in Blüthe. Bei uns scheinen diese ,,lnnstindustricllcn" Erzeugnisse noch keinen Eingang gefunden zu haben, wie wohl Be: suche dazu gemacht sind; sie würden mit unseren! Gesetze vom 14. Mai 1879, dem sogenannten cahrnngsmiUelgesetze, in einen schlimmen Konflikt gcrarhcn. Der ucucstc.n Zeit gehört die Erfindung künstlicher Pfefferkörner au, welche von einer anscheinend bedcnlendcn Firma in Budapest und Wien in den Handel gebracht werden. Diese Pfcsfcrkörncr, äußerlich dem naiii 11 teilen Pfester ziemlich ähnlich, bestehen nach Professor Hanansek in Wien im Wescntlichen ans einen! geringwerlhigcu Weizenmehl; in Folge einer geringen Beimengung von spanischen! Pscsser, der aber selbst wieder mit Nothholz verfälscht ist, besitzt dieser Knnslpfesjcr ckum pfcsf.'rmtigen Geruch. Die künstlichen Pfesfcrlörncr färben an den Fingern ab und weichen in Wasser ans. Während 100 Kg. Tingaporepsesfcr in Oesterreich etwa 150 Fl. kosten, beträgt der P^eiS für das gleiche Gewicht Knnstpscsfer mir 65 Fl. Daß die Unschädlichkeit dieses Erzengnisscs glaubwürdig bcscheiirigt ist, ändert an der Thatsache nichts, daß cs ״zum Zwecke der Täuschung" (§10 des erwähnten Gesetzes) hcrgcstcllt und in den Handel gebracht wird. Ein AllerwcltS-Knnstgewnrz, das nach

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