Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1887)
- Article
- Deutschland : Hannover [Nachricht]
- Date
- 1887-12-15
- Page
- 796 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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796 Korrcspolldcnzcil ltnb NilGichtcil. > Deutschland. Haunover, 14. Dezember. Der hiesige israelitische Kindcrvercin *מלבי bekleidet in diesem Jahre Go Kinder. Die Knaben erhallen jeder 2 Hemden, 2 Paar Strümpfe, 1 Paar Stiefel, 1 Nock, 1 Beinkleid, 1 Weste; die Mädchen ein jedes S Hemden, 2 Paar Strümpfe, 1 Paar Schuhe, 1 wollenen Nock, 2 Paar wollene Beinkleider, 1 Kleid. \Y. Hiirilbrrr.q, 13. Dezember. Der Dampfer ..Nainbow" hat Ende voriger Woche ans Amerika 25 jüdische Rückwanderer hierher gebracht, denen die Landung in Newyork wegen gänzlicher Mittellosigkeit versagt worden war. Dieselben wurden vom hiesigen Unterstntznngskomitee in Empfang genommen nnd nach Rußland weiter befördert. Bei solchen Gelegenheiten drängt sich uns immer wieder die Frage auf, die ja in diesen Blättern schon zu wiederholten Malen besprochcn-. WaS soll ans unseren unglücklichen Brüdern werden? Es ist unsere Pflicht, andere Gegenden ins Auge zu fassen, wo sich günstigere Aussichten für das Fortlonnnen darbietcn. Wir dürfen uns ferner nicht damit begnügen, den Unglücklichen die Kosten der Hebersiedclnng in die Hand zu drücken und sie dann ihrem Schicksal überlassen; wir müssen selbst daran gehen, hier in Europa die Glieder der Kolonien zusammenzustellcn. Nur so kann ich mir eine erfolgreiche Hülfeleistnng vorstellen. * Köln, 12. Dezember. Der soeben erschienene Rechenschaftsbericht des Vereins des jüdischen Lehrer- Seminars in Rheinland zu Köln für 1886, leitet mit einem Vorworte ein, welchem wir Folgendes entnehmen: Unsere Anstatt hat nunmehr ihr zwanzigstes Lebensjahr zurückgclcgt und darf mit einiger Genngthnnng ans die Vergangenheit znrnckblickcn und mit Gottvertrancn der Zukunft entgcgensehcn. Seit unserer vorjährigen Berichtcrstattnug haben wiederum 0 Zöglinge die staatliche Prüfung als Elcmcntarlehrer bestanden und sind in den Dienst der Jngcndbildung getreten. Die fast ansuahmsloS erfreulichen Berichte, welche wir über oaS pflichttreue Verhalten und die segensreiche Wirksamkeit der ans unserer Anstalt hervorgcgangcncn Lehrer cmpfangcn, sowie die zahlreichen Lehrergesnche, welche von Gemeinden in allen Thcrlcn unseres Vaterlandes an uns gerichtet werden, bestärken uns mehr und mehr in der Ucderzeugung von der nachhaltig heilbringenden Wirkung der jüdisch-religiösen Geistesauf die Charakterbildung der unserer Führung und Belehrung anvcrtrauten Jünglinge. Aus dem reichen Borne des deutschen, wie des jüdischen Schriftthnms in gleichem Maße und mit gleicher Liebe getränkt, müssen sie beide Bildnngsclcmcutc im Geistes-׳- und Gcmüthslcben zur innigsten Harmonie verschmelzen und als gesetzestrcue und glaubcnsinnigen Inden, wie als begeisterte Vaterlandsfrcunde sich im Leben bewahren. Die Anstalt zählt 30 Zog-׳ lingc, von welchen 10 zum Beginn des Wintersemesters neu eingetrctcn waren. Im Hinblicke auf die große Schwierigkeit, welche die ungleichmäßige und nicht entsprechende Vorbildung ׳der Nencintrctendcn bereitet, ist das Bcdürsuiß einer mit dem Seminar verbundenen Präparandie als Borbereitnngsschulc ein sehr dringendes. Es mangeln aber hierfür die erforderlichen Mittel. Das Kuratorium sicht sich deshalb zu dem folgenden Appell veranlaßt: Wir bitten deshatb unsere Freunde wiederholt und dringend, uns die Mittel zur Errick,tnng einer Präparcndcnanstalt zu gewähren, in welche die Zöglinge in einem früheren, bildungsfähigeren Alter cinirctcn könnten, um für das Seminar nnd im Sinne desselben nach einheitlichem Plane nntcrrichtlich und erziehlich vorgcbildet zm werden. Die zu diesem Zwecke crforderlichcn größeren Zuwendungen erhoffen wir von der stets opferwilligen Begeisterung für die Erhaltung und Bcrcrbnng unserer höchsten und heiligsten Lcbcnsgütcr. Mögen insbesondere die Reichbegüterten in Israel sich selbst oder ihren Heimgegangenen Angehörigen zu. ihrem ewigen Sceleuheilc ein bleibendes, ehrenvolles Andenken unter ihren Glanbcnsbrüderu erhalten, indem sie nnjcrc Pflanzstätte alljüdischer Frömmigkeit nnd (Glaubenswissenschast durch fromme Stiftungen bedenken. Die regelmäßigen Jahresbeiträge, auf die wir ja mit unseren regelmäßigen Ausgaben, als auch in erster Reihe bei N'enaufnahme der Schüler hingewicscn sind, haben sich gegen das Vorjahr leider um ca. 2000 J6. verringert. Wir bitten alle unsere Freunde, der guten Sache ihre Sympathie zu erhalten, und die Gewinnung neuer Förderer und Gönner zu erstreben. Wie auS dem Borbcrichl ersichtlich, vergrößert sich die Zahl der ordentlichen Schüler von Jahr zu Jahr; die dadurch vcrmehrten Ausgaben, die pro 1888 einen Etat von 30000 ij!ix in Aussicht nehmen, die erhöhten .Ansordcrnngcn für den Unterricht, sowie auch die noch wendige baldige Rückzahlung der druckenden Hypothekenschuld rechtfertigen unsere so dringende wie inständige Bitte um fortdauerndes Wohlwollen und um erneute größere Zuwendungen Das Seminar besitzt ein Grundstück mit Lehr- und Wohnhaus, wofür rund 1515 000 c16. bereits verausgabt sind unb worauf noch 40000 JL als Hypo! Helen schuld ruhen. Außerdem sind )^׳ci Häuser in dem bcnaäibartcn Ehrcnseld durch die Varst'sche Stiftung cigenthümlich, welche ein jährliches Mwihcttragniß von 1400 brutto abwerscn. An Effekten und Baar hatte cs am!.Januar d. I. einen Bejland von rund 35 000 JL Möge diese ausgezeichnete