Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1887)
- Article
- Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund
- Date
- 1887-11-24
- Page
- 747 (sequence 2)
- Language
- German
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747 trage ״sehr gering" waren, so muß es mit den ״Wohlthalen", sowohl den ״materiellen" wie den ״moralischen", doch wohl eine eigene Bewandiniß haben. Sie scheinen doch von den kleinen und unbedeutenden Gemeinden mit sehr,geringen Beitragen nicht wahrgenommen zu werden, weit sonst wohl jene 11 dem Bunde nicht untreu geworden wären. Und in der Thal möchte es des Nachweises bedürfen, worin diese ״Wohlthaten" deö Deutsch׳Israeli.!ischen Geineindebundes bestehen. ES sind 27 Gemeinden dem Bunde neu bei׳ getreten. Der Ausschuß beziffert die Mitglieder seiner sämmtlichm BundeSgemeindcn aus 270 000 Seelen. Zur Würdigung dieser stattlichen Zisser sei aber ans den Uinstand hingewiesen, daß der Anschluß an den Bund säst ausschließlich durch die Verwaltungen der Gemeinden vollzogen wird, ohne daß die Mitgl Leder der Gemeinden darum befragt werden. ES wird dieser Anschluß von den Verwaltungen keineswegs als eine prinzipielle, sondern als eine finanzielle Frage anfgesaßt, für welche sie ohne Befragung der Gemeinden selbst sich kompetent erachten. Unter den Gemeinde» des Bundes figurireu unter Anderen auch Berlin, Köln. Darmstadt, Frankfurt a. M., Karlsruhe in Baden, Main; und Wiesbaden, in welchen l-ekanutlich gesond.rte RcligionSgenossenschäften bestehen, deren Verwaltungen schwerlich dem Bunde beigetreleu sind. Zählt nun der Bund die Mitglieder dieser 9ielig׳.ousgenosseuschafteu ebenfalls zu den von ihn! vertretenen 270 000 Seelen? Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund ist in Wirklichkeit nichts Anderes, als eine Vereinigung von G c m eint! c v 0 r ft ä 11 bei!, welche in den meisten Fällen nicht befugt sind, für die Mitglieder der Gemeinden prinzipielle Erklärungen abzngeben. Er ist deshalb keineswegS berechtigt, sich als ein Bund von ״Gemeinden" zu gcrircu. Es wird demgemäß auch der Satz in den ״Mittheilungen": ״Während uns also noch etwa 2000,' in überwiegendem Maße kleine, Gemeinden fehlen, umfassen uuscre Buudcsgemeinden schon mehr als die Hülste bei deutschen Iudenheit" ans dessen wnkiichc Bedeutung herabgestimmt werden müssen. Korrcspoudtlizcu!nid Nach eich keil. Deutschland. ׳ Hannover, 22. November. Herr Landrabbiner Dr. Gronemaun hat an sämmtliche Gemeinden seines Bezirks das folgende Schreiben gelangen lassen: ״Die schwere Erkrankung Sr. Kaiser!, und König!. Hoheit des Deutschen Kronprinzen hat überall die tiefste Erschütterung hervorgerufcn. Alle Herzen sind mächtig bewegt von dem Wunsche, daß Gott sein thenrcS Leben schützen und aus der schweren Gefahr erretten möge. Es entspricht dem allscitigcn Herzensbedürfnisse, daß in den Gotteshäusern Fürbitten um die Genesung deS allgcliebten Prinzen ftattfinbcn, und wird hierüber für die Synagogen meines Bezirks Folgendes festgesetzt: In daS Gebet für Kaiser und Reich (הנותן תשועה) ist an allen Sabbathen nach den Worten ואת בנו היושב על בסאו ei nznsich alten: הנסיך יורש עצר פריעדריך ווילהעלם להחלישו ולהחיותו להחזיקו ולרפאותו, לשלוה לו רפואה שלשה שן הששים, להשיב נפשו שני שהת לאור באור החיים: Nach Beendigung dieses Gebetes ist folgendes deutsche Gebet zu sprechen:' ״..Herr und Vater! Ein heißes, inbrünstiges Gebet ringt sich ans der Tiefe unserer Brust zu Dir empor. Befreie uns von der Angst, die schwer aus dem ganzen Vaterlande lastet, von der bangen Sorge, die Aller Herzen schwer bedruckt. Schütze und schirme unseren erlauchten Kronprinzen Friedrich Wilhelm in seiner schweren׳ Krankheit, heile ihn, die Hoffnung deS Landes, den Liebling des Volkes, den Freund Israels, dem alle Herzen in Liebe, Vorehruug und Dankbarkeit entgegenschlagcn. Wie Du geheilt den frommen König Hiskia. als er hoffnungSloS war erkrankt, und noch viele Jahre den Jahren seines Lebens hinzugefngt, so bewähre Dich auch an ihm als Gott, dem theuer ist das Leben seiner Frommen, dem vor Allem theuer und kostbar ist das Leben edler Könige und Fürsten, die daztl berufen sind, Leben und Segen über ein ganzes Land ausströmen zu lassen. Die Blicke deS ganzen Volkes sind auf Dich gerichtet, o Herr, Aller Augen blicken , hossinmgSvol! aus Dich, der Du Wunder wirkst, der Du, wo menschliche Kraft und Knust versagt, Deine wunderbare Hülse sendest von Deinen himmlischen Höhen'. O. so gicb denn Erhöruug den inbrünstigen Gebeten, zu denen sich Millionen Herzen vereinen, erhöre uns, unser Gott, erhöre uns! Leben, Allgütiger, Allerbarmer, Leben unserem theuren, heißgeliebten, hochverehrten Kronprinzen, Leben und Hei! ihm und durch ihn Leben und Heil und Segen unS Allen, unserem ganzen Vaterlandc, — o Herr, Gott deS Lebens, Urquell deö Segens. Amen."" Ich gebe anheim, an den Wochentagen beim Gottesdienste die Psalmen 20 und -kl zu rezitiren." -a- B erlitt, 20. November. ES ist wunderbar, j wie ersinderisch der Haß ist. Er weiß sich jeden Anlaß j nutzbar zu machen, um seinen Launen zu fröhnen. > Der alte Cato mit seinem steten cetenim coiiseo Car*