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Jeschurun · 1887-11-03 · Heft 44 (3.11.1887) · p. 702

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 44 (3.11.1887)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1887-11-03
Page
702 (sequence 1)
Language
German
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702 Frankreich. *** Paris. Herr Schwab hat die Uebersetzung d-s Jerusalemischen Talmuds bis auf einen Band vollendet. — Herr Großrabbincr Zadoc Kahn hatte eine Sammlung zu Gunsten der Neberschwemmten in Szcrdahely in Ungarn und anderen Orlen eröffnet, deren Resultat 1 719 2־ Frank übersteigt. Die Frau Baronin Salomon von Rothschild hatte dazu H00!> Fr. gespendet. England. •$* ^nnbun, :30. Ot'tobcr.?Ran beschäftigt sich vielfach mit den armen fremden Inden. Der redliche Wmnck. diesen unglücklichen Brüdern zu helfen, ist überall mit Bestimmtheit vorauSznsctzcn. Der?!oths:2nd unter ihnen spottet in der That jeglicher Beschr-Sbmig.?Ran muß eS rühmend anerkennen, daß die reute nicht nmhütig die Hände in den Schoos; legen und sich auf fremden Rath und fremde Hülfe verla2'׳n. Aber ohne Mittel und ohne Kenntnis; der Vmweoverhältriisse vermögen sie cS nicht, sich and eigener Kraft eine gesicherte Existenz zu schaffen. Die :Ratb,schlage, die ihnen erthcilt werden, sind deswegen mir vielem Danke hinztinehmen. Leider giebt cS aber Rathschläge, welche zwar sehr wohlgemeint sind, aber doch nicht zum Heile führen. JnSbesonderS gilt dieses von denjenigen Nathschlägen, tvelche nach der ethischen Seite hin gemacht werden. ES ist sicherlich nicht zu bezweifeln, das; die fremden, ans Rußland und Polen stammenden Einwanderer sich eifrig bemühen müssen, I Engländer zu werden, das heißt sich die englische! Sprache an;!!eignen und in die LandeSgcwohnheiten j sich eiuznleben. Eine jede Förderung in dieser Rieh-; nmg wird dankbar anfzm'.chmen sein.?Ran sollte! aber sich wohl hütet!, das Kind mit dem Bade auS- |;!!schütten. Unter den hiesigen jüdischen Jmmigraten befinden sich Gottlob sehr viel Elemente, denen die! Erziehung der Jugend für das religiös-jüdische Wissen und ein streng jüdischer Lebenswandel als Hauptcrfsrdcruiß gilt. Dieses Streben sollte sorgsam gepflegt und gefördert werden. Es lollrdirt in keiner Weise mit der vorhin erwähnten Nothwcndigkeit einer Anpassung an die englische LebenSgewohnhcit.??!an sellce für das zahlreiche Kontingent russisch-polnischer Kinder geeignete Schulen ins Leben rufen, in welchen die Kinder sowohl in den allgemeinen Disziplinen, wie auch insbesondere in den hebräischen Fächern (Tnach, Talmud) unterrichtet werden.. Bonbon. Fm britischen Museum ist zur Zeit eine?lnzahl der ältesten britischen Handschriften ansgestellt. Besonders erwähnenswert!) ist unter denselben der ״CmU.‘X Alexandrinus", aus dem fünften Jahrhundert, mit griechischen Uucialbuchstaben ans sehr dünnem Pergament geschrieben. Dieses Manuskript wurde dem König Kar! I. von Cyrill, dem Patriarchen von Konstantinopel, geschenkt. In demselben befindet sich auch die von dem DiakonnS Johannes im Jahre 755 der selencidischen Aera, dem Jahre 464 der christlichcn Zeitrechnung in Armid niedcrgcschricbene syrische Uebersetzung der Genesis und des Exodus. Man hält dieses??!annskript für das älteste, welches ganze Bücher der Heiligen Schrift enthält. Rußland. V. Petersburg, Ende Oktober. Wie verlautet, soll demnächst über die?lnstcllmigSfähigkctt der?!abbiner eine neue?!eglementirnng erlassen werden. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß an höherer Stelle sich in dieser Frage ein Einfluß gellend machen wird, welcher dem Judenthume feindlich ist.?Ran; wird sich bemühen, unter dem Vorwände der Bee- ■ breilung national - russischer LebenSanschannug und der- : gleichen, die allgemein wissenschaftliche Bildung als das i erste und unerläßliche Erfordern iß für die Anstellung : in den Bordergrnnd zu stellen. Wie die Verhältnisse I sich hierzu Lande gestaltet haben und sich gestalten mußten, kann man gerade damit diebcrufcnsic»Persönlichkeilen vom Nabdinate ansschlichen und dasselbe den nngceignetsteu Händen überantworten. Es wird Ausgäbe aller wahrhaften lein, zum Mindesten Fürsorge zu treffen, daß die sogenannten?Raokilim nicht in dieser Frage die Entscheidung hcrbciführen. Ev muß unbedingt ein UcbcrgangSstadimn von zwei bis drei Dezennien geschaffen werden, während welcher Zeit und Gelegenheit geboten ist, auf dem Boden des gesetzestreucn Jndenthnm?!abbincr hcranznbilden, tvclche selbst den weitgehendsten Anforderungen der Regiernng aus dem Gebiete der allgemeinen Wissenschaft zn entsprechen im Stande sind. * WarsichiiN. lieber den jüdischen Landbesitz im russischen Polen bringt der ״Wsch." folgende Daten: Im Jahre l 862, als nur besonders prioilcgirtc Inden Landbesitz erwerben durften, befanden sich in! jüdischen! Besitz bloS :■;500 Morgen Land, jetzt aber 500530!??!argen oder 2,43 Prozent, da 20,601502 Morgen I den gesummten Landbesitz dieses Gebietes anSmacht— j 1111 b zerfällt in folgende Kategorien: l. Großgrundbesitz,! inbegriffen der im Weichbilde einiger Städte belegencn! Meiereien 422 858 Morgen — oder 5,14 Prozent deS i GesammtbesitzeS dieser Kategorie, welcher 8,212 737! aus macht; 2. K lcingrundbesitz, Kolonie und einzelne j Landtheile 30 399 Morgen und zwar im Weichbilde ' der Städte l 5tzO nnd in?Rciereien und Dörfern; 28849 Morgen; 3. Kleine Farmen im Besitz von; 17 810 jüdischen Bauern 47 27.3 Morgen. Der an-! nähernde Werth des gesammten Grundbesitzes betrifft

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