Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1887-10-27
- Page
- 684 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ncmak, dessen Verdienste nm die Wissenschaft er noch- I inals hcrvorhob, schon eingelegt hätte. Humboldt er-! inncrtc den König daran, daß derselbe früher ihm! gegenüber seine Geneigtheit erklärt hätte, einzelne ausz gezeichnete jüdische Gelehrte ausnahmsweise als Uni-! vcrsitütSlchrer anznstcllen, weshalb er bitte, dem Dr. Ncmak zu gestatten, bei einer der inländischen Univcrsitätcn eine akademische Lehrcrstellc antrcten zu dürfen. Darauf erlich der König an die Minister des Unterrichts und des Innern eine Kabinctsordre, worin er den Minister Eichhorn ausdrücklich ermächtigte, den vr. Nemak als Privatdozent zuzulassen. Nichtsdestoweniger zögerte Eichhorn und legte am 31. März diese KabinctSordre zu den Akten, um sie ״nach sechs Wochen wieder vorznlegeu." Am 30. April erfolgte von den! Minister des Innern Einspruch gegen diese Verzögerung, worauf Eichhorn untern! 10. Mai Ausflüchte und Vorwände suchte. Else jedoch diese Eichhorn'sche Entgegnung dem Minister des Innern in der Neinschrift zugiug, erfolgte von dem KabinetS- und Vortragender: Minister v. Thiele am 15. Mai die Ansrage an Eichhorn, ob dem königlichcn Befehle hinsichtlich NcmakS genügt sei, da Sc. Majestät diese Anstcltung dringend wünschten." Nun war kerne Verschleppung mehr möglich, und aru 23. Mai 1647 machte Eichhorn ״dem praktischen Arzte und Operatair Dr. Ncmak" die Anzeige, daß er sich habilitiren könne. * Ans Bayern, 21. Oktober. Nach der UnterrichtSstatistik befinden sich in Bayern 7131 Volksschulen, nämlich 50.34 (70 Prozent) katholische, 1875 (28,7 Prozent) protestantische, 129 (1,8 Prozent) simultane und 93 (1,3 Prozent) jüdische. Ober- und Niederbaycrn haben keine, jüdische Schulen. Die Gcsammtzahl der Schulkinder betrug 842 028, nämlich 592 842 (70,4 Prozent) katholische, 242161 (28.7 Prozent) protestantische und 7064 (0,7 Prozent) israetitischcr Konfession. (Israel. Wochenschrift.) Oesterreich-Ungarn. G. Wimr, 21. Oktober. Die ״ Salzburger Chronik", .ein klerikales Organ, bringt bereits in dreizehn Fortsetzungen Artikel über ״Die Lehre dcs Talmuds in Moral und Sitte", die das Ungeheuerlichste über Juden und Iudcnthum enthalten. So heißt es z. B.: ״Der Talmud enthält unerhörte Gotteslästerungen gegen Christus, gegen das Gesetz MoscS, gegen die Heiligen dcs Alten Bundes, gegen Vernunft und Nccht sind die größten Lächerlichkeiten und LaScivitäteu darin ausgesprochen.' Daß Juden aller Jahrhunderte nach den'Lehren 'und Grundsätzen des Talmud gehandelt haben/beweist die Geschichte und beweist die Gegenwart durch unleugbare Thatsächcn. gegen welche kein christlichcr Staat, wenn er nicht ein Selbstmörder sein will, Augen 'und Ohren' verschließen darf. Die GottcSlästernngen, welche der talmudistische Traktat,,lLrudbin^ gegen Christus als den Feind' des Talmud ausspic, waren so entsetzlich, daß viele derselben in der Baseler Ausgabe ansgelassen wurden. Professor-Rohling trat zuerst in ergiebiger und aufregender Weise mit einer Beleuchtung des Talmud auf und verantaßte Natürlich eine hcsligc Gegnerschaft auS den Neihcn der Juden, die er jedoch immer wieder in Gegenschriften siegreich bekämpfte." Als die größten Lästerungen dcS Christen״ thumS werden zunächst die nachstehenden angeblichen Stellen dcS Talmud vorgcführtl ״Habe der Mensch fromm gelebt, so erlange er das ewige Leben; habe ec gottlos gelebt, so werde er ewige Strafe erleidcm In diesen L^orten liegt eine Leugnung der ErlösnngSbedürstigkeit der Menschheit, also auch die Lengnnng Christi als dcö Erlösers der Welt durch sein Leiden und seinen Tod. ,Ich wünschte nicht, daß Jcnrand für meine Sünden genugthue; das FüchSlein wäscht seinen eigenen Pelz^, so sagte einstmals ׳ ein echter Talmudjudc. Gleicher Allsicht huldigten alle Nabbincn in Wort und Schrift; besonders klar spricht-'sie׳ der spanische Jude Josef Aldo'aus in ׳seinem 116(861״»- Ikkarim1425) ״ erschienen), welches eine sehr heftige Disputation gegen den christlichen Glauben enthält. Derselbe leugnet die Trinität und Christi Gottheit. Im tractatus' Beraclios wird vorgcschrieben, daß' die Inden sich schon frühzeilig davor hüten ׳und" auch ihre Kinder davor lvarncn sollen,' mit Christen' Umgang zu haben, sei cs beim Spielen oder Essen und Trinken oder im geselligen Verkehr. Jüdische Eltern sollen ihren Kindern ,dm Verkehr mit Christen so schrecklich und verabschenungSwerth schildern".' In ihren geheimen Büchern, welche sie nicht leicht ln christliche Hände gelangen lassen, wird geschrieben und gelehrt, Esau'6 Seele sei in Christus gefahren, und'dieser׳sei selbst eben so gottlos gewesen, als Esau, und ׳wir Christen seien alle nicht besser und müßten deshalb Idnmäcr genannt werden, weil wir an Jenen glauben. Dieser Lehre entsprechend, enthalten 'schon die ׳alten Synagogcngebcte btaSphcmische Verwünschungen gegen die Christen, christlichen Obrigkeiten und ׳ getauften Juden. Die Kirche Hot schon vor vielen Jahrhunderten geradezu und strenge den christlichen Töchtenr vdrboten, bei Juden in Dienst zu treten/tveil sic, auf Grund zahlreicher ׳ Belege, der Entehrung ׳christlicher Mädchen durch Inden Einhalt thnn wollte -׳Die Inden sind seitdem nicht anders geworden, das ׳Gebot der Kirche besteht also noch in voller Kraft und Giltigkeit." Wären wir in Wahrheit solche Christenfeinde, bemerkt die ״Oest. Wochenschrift"/ als welche uns die Klerikalen darstellen, ׳ wir müßten uns über den Artikel und den famosen geistlichen Artikelschreiber in der ״Salzburger Chronik" nur htrzlichkt freuen.