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Jeschurun · 1887-10-20 · Heft 41-42 (20.10.1887) · p. 670

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 41-42 (20.10.1887)
Article
Türkei : Konstantinopel [Nachricht]
Date
1887-10-20
Page
670 (sequence 2)
Language
German
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670 Hauptstadt des türkischen Reiches eine Schule zu gründen, um dort ihre Lehre vorzu tragen, Der Ehacham Baschi, der bekanntlich im Divan Sitz und Stimme hat, eilte unverzüglich zum Großvezir. der ihm eine Audienz beim Sultan verschaffte. Der Ehacham Baschi hielt nun vor dein Sultan einen längeren Bortrag, in welchem er nachwies, daß die Lehren der ..Domneh" nicht nur dem Indenthuiuc gefährlich sind, sondern auch der mnhamcdanischen Religion, weil die Anhänger dieser Sekte den Glauben an Mohamcd nur heucheln. Der Sultan ließ nun die beiden Anhänger der ״Domnch" sofort ans Konstantinopcl anSwciscn. Gleichzeitig er-!heilte er den Befehl, daß die Behörden in Salonichi gegen die ganze Sekte eine strenge Untersuchung einleiten mögen. Wie die Sachen heute stehen, dürsten die ״Donnich" auch aus Salonichi bald ausgewicjcn werden. Marokko. * Tanger, XI. Oktober. Ein Privattelegrannn des ״Bert. Tagebl." meldet das Folgende: Bei der Todtenfcier für den jüngst hier verstorbenen italienischen Gesandten Scovasjo wurden alle Inden mitten im Gottesdienst ans der Kirche ausgewicsen. Der Borsall erregt hier beträchtliches Aufsehen. Amerika. 0. Cincinnati, 1. Oktober. Die ״Deborah" bringt in ihrer jüngsten Nummer folgenden Bericht: ״Die hohen Feiertage sind im ganzen Lande mit großer Anstncrtjcunkeit gefeiert worden, wie die lokalen Journalc und unsere Korrespondenten aus allen ׳?heilen des Landes berichten. Die Zahl der temporären und permanenten Gemeinden mehrt sich mit jedem Jahre und die Zahl der Andächtigen in den alten Gemeinden wird immer größer. Es kann weder von einem munc־־ rischen Rückschritt noch von einer Erschlaffung des religiösen Sinnes die Rede sein im Angesichte dieser?hat׳ sacheu. DaS Merkwürdigste bei der Sache ist, daß das resormatorische Element viel mehr wächst als das sogenannte konservative. Die in den letzten Jahren Eiugcwandertcu haben daö numerische Berhällniß der beiden Richtungen nicht gestört. In Eineümaü z. B. waren in den Reformtempeln während der Feiertage nicht weniger als viertausend Beter anwesend, in den Lokalen der Konservativen kaum zweitausend. DaS Berhältniß ist also: 2 zu 3 : und das ist auch der Fall im ganzen Lande, mit Ausnahme der östlichen Hafenstädte und vielleicht Chicago, wo die Masse der jüngsten Einwanderung zusannnengcdrängt sich niedergelassen hat. Der Fortschritt des IndenthnmS in Amerika seit 1850, numerisch und geistig, ist eine höchst merkwürdige Erscheinung, die sich am augenscheinlichstcu während dieser Hcrbstfeicrtagc hcrauSstcllte." — Wenn nun die ״Deborah" aus der größeren Dethciligung an den Nefornigotlcsdicnstc» den Schluß zieht, daß daö reforinatorische Element viel mehr wachse, als das jogenannte konservative, so irrt sie hierin. Ich glaube schwerlich, daß vor einigen Jahren das Verhältnis 2 zu X gewesen ist. DaS gesctzeStrcne Jud.-nthnm hat entschieden an Boden in den Bereinigten Staaten ge- Wonnen. ES fehlt unS allerdings ein geeigneter Leiter, und es wäre zu wünschen, daß die verschiedenen konservativen Gemeinden des Landes eine europäische Kapazität zu ihrem Oberhaupt erwählten. Es würde alsdann der augenblicklich vorhandene gute Kern zu einem herrlichen sich wcilhin verzweigenden Baume heranwachsen. Aufruf. ב״ה בין המצריים מזוננו פדות 1דוהה! K own 0. 4. Menachcm^Aw 5647. Entsetzliche UnglückSfätle haben im Laufe dieses Sommers Rußland hcimgesncht. Ungeheure Feuers- Lrnnste, welche in solchem Umfange und in solcher Häufigkeit unerhört sind, reihen sich an einander. Die Hand Gottes hat uns schwer getroffen; das Unglück nimmt zu; Gott erbarme sich unser! Kaum ist die schreckliche FencrSbrunst in der alten Stadt Kldan, die zum größten?heil mit aller Habe ein Raub der Flammen geworden, zu unserer Kunde gelangt, noch ist man mit der. Sammlung von Spenden zur Linderung des Elends der von diesem Unglück schwer Getroffenen beschäftigt, so ereilt uns die Nachricht, daß auch ein großer?heil der Stadt Scharednik mit ihren Gotteshäusern niedergcbrannt ist. Wir haben uns noch nicht zn fassen vermocht ob bcS Entsetzens, so trifft eine neue Schreckensbotschaft ein. Die Stadt Zeikischak ist gänzlich durch Feuer zerstört. Alle Habe, alles Gut, Synagoge und Lehr- Häuser sind hier vernichtet, — nichts ist übrig gcblieben. Nur zwei Häuser stehen noch. Die gcsammte Stadtbevölkerung lagert auf dem freien Felde und ermangelt jeglichen Schirms und Schutzes gegen Regen und Sturm. Und während das Mitleid geschäftig ist, diesen

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