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Jeschurun · 1887-10-20 · Heft 41-42 (20.10.1887) · p. 668

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 41-42 (20.10.1887)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1887-10-20
Page
668 (sequence 2)
Language
German
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schast emgeladen waren. Es hat dieser Gedanke hier sehr viel Sympathie gefunden, und es ist zu hoffen, daß die neue Gesellschaft eine große Anzahl von Mitgliedern vereinigen wird. Es ist ferner in denselben Kreisen, denen diese Idee ihre Anregung verdankt, der Wunsch ausgesprochen worden, man möchte in der Nähe von Paris einen eigenen.Friedhof erwerben. Es ist dies bei den bestehenden Gesetzen, die eine Trennung der Kulte aus den: Friedhöfe ansschlicßen, nicht leicht zu realisircn, indessen unmöglich ist es nicht, daß eine Gesellschaft die Erlanbniß erhält, iin Anschluß an einen bestehenden Friedhof in den Vorstädten von Paris ein Terrain zu erwerben, und würden sich schon die geeigneten Modalitäten finden lassen, um mit Wahrung der Ansprüche des Staatsgcsetzes doch gleichzeitig den angcstrcbten Zweck zu erreichen. %* Paris, lieber den Besuch des Kaisers von Brasilien in der Brüsseler Synagoge schreibt die ״Belj gische Neforme": Der Kaiser übersah mit Leichtigkeit j die Schriften, welche man ihm zeigte. Während I׳Y* Stunden folgte er mit Aufmerksamkeit bem Gottesdünste in der Synagoge. Er erhob und setzte sich jedes Mal, wie cs die religiöse Vorschrift den klebrigen zur Pflicht macht. Der Rabbiner Dreyfus ließ sich aus seine Bitte in lange Erklärungen über den Synagogcnkultus ein. *** Paris. Wie die ״ArchiveS Jsraelites" bringen^ beabsichtige der Herr Baron v. Hirsch einen Akt der Wohlthätigkeit, der Alles übertrifft, was je auf diesen: Gebiete geleistet. .ES handelt sich um ein Geschenk von hundert Millionen, das Herr v. Hirsch für auswärtige Wohtthätigkeitszwecke in Galizicn, Ungarn, Rußland zur Bertheilung bringen lassen will. Sein Bevollrnächtigter, Herr Veneriani, ist bereits deshalb noch Rußland und Galizien abgercist. *** Paris. Nasch Haschena ist hier eine neue Synagoge rae de l’IIOlel de villc für denjenigen Theil der hiesigen polnischen Israeliten eröffnet, welcher zum Rabbiner Herrn Lubetzly . hat. Am 6. Oktober fand nachträglich eine Einweihnngsfeierlichkeit unter Vorsitz des Herrn Rabbiners von Paris Statt. *** Paris, 14. Oktober. Die Talmud Thora der polnischen Israeliten in Paris macht erstaun lichcFortschritte. Es werden eine große Anzahl Kinder in mehreren Klassen in dem schönen gcrämnigen Lokale rue,des Lions 6 von vorzüglichen Lehrern unterrichtet.. Großen Verdienst um das Gedeihender Schule hat unter anderen Herr Beron, der auch'die staatliche Anerkennung der Schule durchgcjetzt hatte.. *** Paris, 15. Oktober. In Paris, wohnt Rue des petites ecaries ein Herr Bolack, welcher einen Zweig der Wohlthätigkeit kultivirt, der besonders intercffaiit ist. Er verjchasjt sich von reichen und wohlthätigen Pariser Juden Summen, im: diejenigen fremden Glaubensgenossen zu unterstützen, welche ein Handwerk lernen wollen, um sich dann nach einiger.Zeit ohne Hülfe der fremden Wohlthätigkeit ernähren zu können. Vielen ist bereits auf diese Weise von ihm dauernd geholfen worden. %* Paris, 16. Oktober. Herr Benoit-Lcvy verlangt in den ״Archives Jsraelites" die Etablirung eines Israelitischen Konsistoriunls in Tunis. Die Algerischen Blätter sind zum großen Theil antisemitisch. Der ״Franeparlenr" in Oran z. B. räth die Juden wieder an den Jordan Zu bringen, oder gar einen Vernichtungskrieg gegen dieselben. Herr Di׳. Theodor Klein hat in den ״Archivcs Jsraelites" einige Bemerkungen über drs Evangelium veröffentlicht. Er verthcidigt uns Jsraclitcn gegen den Vorwurs, daß wir uns eigensinnig der Wahrheit verschließen. — In Paris existirt seit Jahren die Einrichtung, vor dem Kolnidregebet in den Synagogen eine Sammlung zu veranlassen, die recht ergiebig zu sein Pflegt. *** Paris, 17. Olt ober. Die Fusion der in Paris bestehenden orthodoxen Vctlokalc in eine große Synagoge wird bekanntlich hier schon seit längerer Zeit angestrebt. Es wäre dieses Projekt schon längst rcalisirt, wenn cs nicht so schwierig wäre, gerade im Zentrum, von Paris ein passendes Lokat zu finden. Herr Rabbiner Weiskopf, der ein eifriger Anhänger dieses Planes ist, wird voranssichtlich schließlich sein Ziel erreichen. ׳ Rußland. ~ Lodz. Oktober. Ich kann Ihnen von einem schönen Gebrauch der hier üblich ist, berichten. Die Chewraus, die irgend einen frommen Zweck verfolgen, versammeln sich an einem Sabbath, dessen Sidroh einen Anhaliepnnkt für den betreffenden Zweck bietet, z. B. die Gesellschaft sür Frcmdenansnahme am Sabbath וירא, an welchem in der Thora die Gastfreundschaft Abrahams erwähnt wird, die Ehcwroh der Matthelim am ישבת לך לך, weil dann der BeschncidnngSakt erwähm wird, die Gesellschaft für Krankenpflege am Sabbath בשלה, weil an diesem Tage in der Thora vorgelesen wird: ״Die Krankheiten die ich über Mizragim verhängt, werde iw über dich nicht kommen lassen, denn ich bin der Ewige, dein Arzt." Rumänien. ...x. Bttt'arest,!2. Oktober. Am 23. Juli hatte der Unterrichtsnnuister ein Zirkular erlassen des Inhaltes, daß jede Schulklasse nicht mehr als 60 Schüler halten solle und daß bei den Einschreibungen die ״Fremden" erst in letzter Linie berücksichtigt werden sollten. Die Folge dieser Verordnung hatten natürlich die Juden zu tragen, indem bei den vorgenvmmencn Neduzirungen

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