Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1887-09-29 · Heft 39 (29.9.1887) · p. 622

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 39 (29.9.1887)
Article
Rußland : Petersburg [Nachricht]
Date
1887-09-29
Page
622 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2932755-2932794--26148-2936843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Gornbic cwrci, d. i. GebirgSjuden, genannt werden, sich auf etwa 16 OOP belaufen. Sie behaupten, seit den, ersten, dem babylonischen Exile hier ansässig zu sein und beobachten mit großer Strenge das jütische Gesetz. Sie beschäftigen sich größtcnthcilö mit Ackerbau und Handwerk und sprechen unter sich eine Mundart, welche sie Farsi nennen. Professor Müller hat ein größeres Werk über diese kaukasischen Juden vollendet, welches ans Kosten der Akademie demnächst gedruckt werden soll. * Warschau, 26. September. Die Stadt Tr.yzki, Kreis Ozawcl, in der Zmndz, ist summt dem gleichnamigen Gute des Grasen Plater abgebrannt. 260 Wohnhäuser sind eingcäschert, mehrere Menschen verbrannt; die Hülste der Obdachlosen sind Inden. > Moskau. Wie ״Odcc-ki Listok" berichtet, sind 200 jüdische Pharmazeuten, welche sich bei der hiesigen Universität injkribircn wollten, abgcrviesen worden. Eine der nächsten Folgen der Zurückweisung jüdischer Studenten von den Universitäten des russischen Reichs is! der ReligionSwechsel. So wird unter Anderen auö Charkow gemeldet, daß daselbst nicht weniger als 64 jüdische Abiturienten sich haben taufen lassen, um dem erwählten gelehrten Berufe nicht entsagen zu müssen. AehntichcS wird auch auS anderen Städten gemeldet. s Lodz, Tischei. Die Einweihung der großen und herrlichen Synagoge gestaltete sich zu einem wahrhast erhebenden Freudenfeste. Die obersten Spitzen der Behörden nahmen sowohl an der synagogalcn Feier, wie an den! sich daran anschließenden Bankett Theil. Die Baukosten belaufen sich aus etwa eine Biertclmiuion Rubel, zu welcher auch ein Nichtjudc, Herr Scheiblcr, lctztwillig 15.000 Rubel beigestcuert hatte. Amerika. 0. Chicago. AuS Anlaß der Eröffnung der neuen großen Synagoge der orthodoxen Gemeinde ״Ohabe-Schalom-Mariampoler" dürsten einige Notizen über diese Gemeinde auch für unsere Glaubensgenossen in Europa Interesse haben. Im Jahre 1870 trat dieselbe ins Leben. Die hier sich niedergelassenen polnijchen und Uthauischen Juden fühlten das Bednrsniß eines engeren Anschlusses zur bessern gcmeiusamca Re- UgionSübung. Man mictljete ein Zimmer und richtete dort einen Gottesdienst ein nach der Weise der alten Heimath. Es waren ihrer nur Wenige, die die Gemeinde bildeten. Es kamen aber immer neue Mitglicdcr hinzu, weil die Einwanderung ans Polen und Rußland im svrtwährenden Steigen begriffen war. Der enge Raum erwies sich für seine heiligen Zwecke nicht mehr genügend. Man fühlte sich stark genug, ein HauS eigmthümlich zu erwerben und darin eine Synagoge cinzurichten. Ein Chasan und ein Rabbiner.- wurden angestrllt und eine Talmud Thora-Schule gef gründet, welche zu Ehren des großen jüdischen Menschenfreundes ״Mosi'S Montcsiores Hcbrew Schoo!" genannt wird. Schwere Lasten ruhten aber auf dem Grundclgmthurn. Die Gemciudcmllgiicder brachten große Opfer, lim ihr Hciliglhnm frei zu machen. Vor IahrcSf srist ist die letzte Schuld darauf abgetragen worden. Da brach ein Feuer auS, welches das Gebäude in Asche legte. Inzwischen waren auch die Räume in demselben zu klein geivorden. Die Gemeinde beschloß, nunmehr einen Battgrund, zu erwerben, um daselbst eine große würdige Synagoge zu erbauen. ES ist ihr dieses auch imtcr Gottes Segen gelungen. DaS neue Gotteshaus ist auch in seiner äußern Erscheinung ein seinem heiligen Zwecke-angemessener imponireudcr Bau. — Die Gcmcinde baute aber zu gleicher Zeit die abgebrannte Synagoge wieder ans und ist demnach, jetzt im Besitze von 'zwei Synagogen und einer Talmud- Thora-Schule. . Ailftllf. •י ב״ה בין המצרים ישוכנו פדות ורוחח! Kown 0. 4. Menachem -" Aw 5647.' Entsetzliche NuglückSsätte haben im Laufe dieses Sommers Rußland hcimgesucht. Ungeheure Feuersbrünste, welche in solchem Umfange und' in solcher Häufigkeit unerhört sind, reihen sich an einander. ■ ־ Die Hand Gottes hat uns schwer getroffen; das Unglück nimmt zu; Gott erbarme sich unser? Kaum ist die schreckliche FeucrSbrnnst in der alten Stadt KidlM, die zum größten Theil mit aller Habe ein Raub der Flamme!: geworden, zu unserer Kunde gelangt, noch ist man mit der Sammlung von Spenden . zur. Linderung . des. Elends der. von diesem Unglück schwer Getroffenen beschäftigt, so ereilt uns die Rachncht, daß auch ein großer Theil der Stadt Scharednik mit ihren Gotteshäusern nicdcrgebrannt ist. Wir haben uns noch nicht zu fassen vermocht ob des Entsetzens, so trifft eine neue Schreckensbotschaft ein. Die Stadt Zcikischak ist gänzlich durch Feuer zerstört. Alle Habe,' alles Gut, Synagoge und Lehr- Häuser sind hier vernichtet, — nichts ist übrig geblieben. Nur zwei Häuser stehen noch. Die gcsammte Stttdtbcvölkeruug lagert ans dem freien Felde und ermangelt jeglichen Schirms und Schutzes gegen Regen und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.