Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1887)
- Article
- Österreich-Ungarn : Klausenburg (Siebenbürgen) [Nachricht]
- Date
- 1887-09-29
- Page
- 621 (sequence 2)
- Language
- German
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621. nischen Geistlichkeit und versichere Ich Sie, daß Ihre | Kirche stets auf Meinen wirksamen Schutz rechnen kann. Ich betrachte eö ohne Reserve, wenn Meine Untcrthancn verschiedener Konfession und Zunge ihrer Religion und Nationalität anhäugen. Die bestehenden Gesetze gewähren auch genügenden Raum zur Ent- Wicklung dieser Interessen. Ebenso wünsche Ich aber, daß jede Konfession ohne Unterschied der Nationalität, jede Agitation von sich feruhaltcnd, sich Eins fühle und in Eins verschmelze in der unverbrüchlichen Treue gegen den Thron, in der Liebe deS genieinsamen VaterlandeS und in der Erfüllung der.patriotischen Pflichten. Ich kenne Ihren Einfluß aus die Bevölkerung und Ich erwarte deshalb und werde eS mit Freude scheu, wenn Sie. getreu den soeben geäußerten Worten Ihres würdigcn Oberhirten, diesen Ihren Einfluß nur zur Pflegc der Treue und der wahrhaft patriotischen Tugenden benützen und derart mit der auch von Mir aufrichtig gewünschten Förderung deS Wohles brr Ihrer Fürsorge antHTtnuitcn Gläubigen Mir erfreulichen Anlaß zu Meiner Zufrieden heit und Meiner jederzeit gern be- . tuudeteu Gnade geben werden." — Dcr Deputation der israclitischcu Gemeinde erwiderte der Kaiser: ״Die Bezeugung treuer Anhänglichkeit von Seite aller Meiner Untcrthancn ohne Unterschied der Neligion ist Mir angenehm, und darum empfange Ich gerne auch Ihre Huldigung, indem Ich überzeugt bin, daß Ihre Glaubensgenossen durch Treue, P atri o t i s - muS und gesellschaftliche Tugenden die Achtung Ihrer Mitbürger anderer Konscssionen und den königlichen Schutz sich auch ferner sichern werden." *jj* Klaufenbrrrg, 26. September. Von einem Mitgliede der vom Kaiser bei seinem hiesigen Aufenthalte empfangenen jüdischen Deputation erhält die ״Iud. Pester Zeitung" folgenden Bericht: Dank dm eifrigen Bemühungen des Herrn Horowitz, sowie dem Mitwirken des deutschen orthodoxen KultuSvorftandcs und dem freundlichen Entgegenkommen der Klausenburger orthodoxen Gemeinde ist die Bereinigung sämmtlicher Gemeindcit nnb Fraktionen Siebenbürgens mit Ausnahme der Klanscnburgcr Fortschrittsgemeinde, welcher jedoch eine separate Deputation nicht gestattet wurde, in letzter Stunde zu Stande gebracht worden. Dies ermöglichte, daß dasgesammteIndeuthumSiebenbürgenS — etwa 35 Gemeinden — durch eine impofantc Deputation vertreten, von Sr. Majestät Huldvoll empfangen wurde. Se. Majestät geruhte, die Deputation ciuzuladcn, sie niögc näher treten, und kam derselben einige Schritte entgegen. Unter den Mitgliedern der Deputation befanden sich die angesehensten Juden Siebenbürgens, und dieselbe entsprach sowohl an Zahl wie au Ansehen vollkommen der Würde einer LandeSvertretung. Es ist zu bedauern, daß zufolge der Parteireibung die Vereinigung so spät zu Stande kam, daß die Deputation sehr spät angcmeldet und so in der Reihenfolge nur die letzte sein konnte. ES entschädigte uns aber hierfür die herablassende Huld Sr. Majestät des Königs, der den größten Theil der DkputationSnlitglicder durch allcrgnädigstc Ansprachen auSzcichnete. Auch der Ministerpräsident Tisza war bei unserem Empfange zugegen und hatte zu unserer Genngthuuug die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß die Orthodoxie Siebenbürgens nicht nur aus jenen wenigen Mitgliedern, welche zu dessen zehnjährigem Ministerjubilänm uns vertreten wollten, sondern auS zahlreichen und angesehenen Bürgern besteht. u. Neutra, צופ (דלית. Der vorletzte Tag deS abgelaufenen Jahres führte uns die Jugend unserer Gemeinde in ihrem ״Lernen" vor die Augen. Wahrlich ein würdiger Schluß des dahiuschwindendcn Zeitavschnittcs! Was Anderes als die תורה ist das Ewige iu dem ewigen Wechsel? Die Ernte, die hier eingeheimst worden, ist die werthvollste bleibende Errungeuschast der Vergangenheit, wie die hier anSgestreute Saat die bcglückcndstc Hoffnung für die Zukunft ist. Die am letzten Sabbath deS JahrcS עזי ד״זמרת" די־ stattgchabte Prüfung der ־תלמוד תורה Sdjiilc war in der That geeignet, unser Her; mit Freude zu erfüllen. Wir gewahrten, daß die wahre Kraft Israels, seine עוז, welches in der תודת wurzelt, auch itt unserem Kreise ledensfrisch ist. Die Schüler legten sehr schöne Kenntnisse im Talmud dar und zeigten einen erfreulichen Fortschritt, welcher den Leitern und Lehrern zur verdienten Anerkennung gereicht. Wenn alle unsere Jungen so על כרכי תתודת erzogen werden und sich im Leben als ächte Jünger der Thora bewähren, dann wird die Zeit hcraunahcn, wo sich der innigste Wunsch eines jeden israelitischen Herzens erfüllt: תרהם״ צירן" daß Gott sich Zions wiederum erbarmt. Möge das Jahr תרחם diese Hoffnung verwirklichen. א Praks (Ungarn), Tischri. Ein hochherziger Mann, Herr B. Deutsch, hat hier ein neues Beth- Hamidrasch errichten lassen. Dasselbe ward am 25. Ellul cingcwciht. Möge cS eine מקום תודת, eine heilige, der Thora geweihte Stätte allezeit bleiben und solchergestalt unserer Gemeinde und dem Judknthum;11111 Segen und zur Ehre gereichen. Rußland. j|| Petersburg. Professor Müller, welcher sich mit der Forschung über die Inden des Kaukasus deschasrigt, legte kürzlich in einem in der Akademie gehatlencn Vortrage dar, daß die in Daghestan, bem im Osten des Kaukasus bis zum Kaspischen Meere sich hinziehcnden GebirgSlande, wohnenden Juden, welche