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Jeschurun · 1887-09-15 · Heft 37 (15.9.1887) · p. 587

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 37 (15.9.1887)
Article
Eine Erklärung des Herrn Dr. Kopp
Date
1887-09-15
Page
587 (sequence 2)
Language
German
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587 nun Briman weiter erzählt, er sei von Dr. Elbogen durch Androhung einer Strafanzeige gezwungen worden, brieflich ein falsches Zeugniß wider Rohling abzugeben (was jedenfalls die Ehrenhaftigkeit und Charakterfestigkeit Brimanu'S bestens bezeugt), so wäre ich glücklich von dem Herrn Abba in eine schmutzige Jntrigue verwickelt, von der ich nicht weiß, ob sie je stattgcfundcn hat, der ich aber unter allen Umständen völlig ferne gestanden bin. 3) Geradezu unerhört ist aber das Folgende. Herr Dr. Elbogcn wies mir allerdings nachträglich den angeblich dem Briman erpreßten Brief vor. Sofort schien cS nur, daß die Veröffentlichung dieses Brieses meiner Sache zum mindesten nicht förderlich sein könnte. Wenn Briman an seinem Freunde und Bewunderer zum Schelmen wurde, was könnte dies dem Dr. Bloch nützen oder dem Professor Rohling schaden? In der Polemik, der wissenschaftlichen wie der forensischen, kehrt sich aber ein Pfeil, der den Gegner verfehlt, leicht gegen den Schützen. Ich bat daher den Herrn Dr. Elbogen dringend, diesen Brief nicht zu veröffentlichen, konnte es aber, da Herr Dr. Elbogen weder in einem AbhängigkeitSnoch in einem Berpflichtnngsverhältnisse zu mir steht, nicht hindern. In meinem Buche aber, welches über Briman nur einige zum Verständnisse der Geschichte des Prozcsses unerläßliche Zeilen enthält, findet sich nicht die leiseste Erwähnung dieses Brieses. Nichtsdestoweniger schreibt der Herr Abbö: ״Dieser Brief Briman's an Elbogen, in dem ein wirklicher Jurist ein Verbrechen Elbogcn's hätte erblicken müssen, dient dem Juristen Kopp als Material gegen Rohling. Was läßt sich wohl zu solch einem Gebühren sagen!" Jawohl, was läßt sich zu solch einer Lüge dcS frommen Abbö sagen? Genug, diese wenigen. Pröbchen dürfen genügen, um das neueste Produkt der antisemitischen Sudelküchc zu charakterisiren und es erklärlich zu machen, wenn ich auf eine Widerlegung verzichte Nur noch eines zun! Schluffe. Der Herr Abbö verstcigt sich in seinem Vor-׳ Worte zu der Behauptung, Kopp und Rohling seien ״typische Namen" geworden, ״Träger eines Prinzips (soll wohl heißen zweier Prinzipien), an deren Namen sich die beiden Gegensätze des Philo- und Antisemitismus knüpfen." Gemach, gemach, Herr Abb<'׳. Sie scheinen die Nichtjnden nur in zwei Klassen, Antisemiten und Philojemitm zu thcilcn. Vielleicht giebt cs denn noch ein Drittes, daß ich wohl am besten mit den Worten des Altmeisters bezeichne: ״Böcke, zur Liiilcn mit euch! So ordnet künftig dkr Richter: Und ihr Schäfchen, ihr.sollt ruhig zur Rechten mir stehn! Wohl! Doch Eiucö ist noch von ihm zu hoffen; dann sagt er: Seid, Nerni'mftige, mir grad' gegenüber gestellt!" Kloben stein, den 30. August!887. Du. Josef Kopp." Korrespondenzen nnd Nachrichten. Deutschland. * Altona, 5. September. Die Genehmigung zur Auflösung der hiesigen portugiesischen Judcugemeinde ist crtheilt und gleichzeitig eine ans dem Vermögen der Gemeinde zu errichtende Stiftung zum Zwecke der wissenschaftlichen und gewerblichen Ausbildung junger Leute unter bcm Namen ״Stiftung der portugiesischen Judengemeinde" gestattet, sowie diesen! Institut das Recht einer juristischen Person verliehen. (Hamb. Nachr.) Oesterreich-Ungarn. A. Presjburg, September. Die geehrten Leser des ״Jcschurun" dürfte cS Lntcressiren zu erfahren, wie der Antisemit Shmonyi über die von der hiesigen Gemcinde errichtete .,israelitische Handels-Bürgerschule" denkt. Derselbe schreibt ln seinem Blatte ״Westnng. Grenzbote" (vom 30. August l. I.) unter Anderen!: ..Uebrigens vermehren sich die Schulen eben in Preßburg durch die mit!. September zu eröffnende Knaben-Bürgerschule der orthodoxen israelitischen Gemcinde, welche in ihren Lokalitäten, in ihrer Jnstrnirnng und in der Besetzung der Bürgerlehrkräfte eine Musteranstatt zu werden verspricht". Man glaube aber nicht, daß Shmonyi mit seiner Gesinnung Kehrt gemacht hat; dies ist AhaLsüchlich nicht der Fall, sondern ומלאך רע יענה אמן, ב״כ יספר שבהו. * ^eitiueritz, 6. September. Die Führer der Antisemiten beginnen jetzt, wo die Landtags-Ersatzwahlen in den deutschen Bezirken vor der Thür stehen, neuerlich ihre Agitation gegen die liberale Partei. Wie die ״Leitincritzer Zeitung" berichtet, haben die vom Führer der Antisemiten entsendeten Agitatoren in den deutschen Bezirken zahlreiche antisemitische Flugschriften zur Lerthcitnng gebracht.. Als Führer dieser Agitatoren bezeichnet die ״Lcitmcritzer Zeitung" den Wiener Lehrer Hartl, der seine Ferienzeit in der Großpricseucr Gegend verbringt, und fügt dann bei: Blindwüthcnd Hetzen diese Leute gegen die deutsch-nationalen Abgeordneten unserer Gegend, erklären Alles nnd Jedes, was nicht auf die Fahne ihres Herrn nnd Meisters schwört, als Inden und Jndcnkncchte, und suchen aus diese Weise unter der deutschen Bevölkerung Unfrieden und Spaltnngen hcrvorzurufen. Ein solcher Friedensapostel ist auch ein Großpriesmer Kaufmann, der schon alle möglichen Vereine gegründet, sie aber auch mcift glücklich wieder zersetzt hat. Kürzlich fand in Tauch er sch in eine Zusammenkunft der Antisenriten statt, wobei sie weidlich gegen die Abgeordneten Krepek und Dienert loSzogen und dagegen den Lichtowitzer Antisemiten Guth

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