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Jeschurun · 1887-09-08 · Heft 36 (8.9.1887) · p. 573

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 36 (8.9.1887)
Article
Rußland : Warschau [Nachricht]
Date
1887-09-08
Page
573 (sequence 2)
Language
German
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russische Jndigenat auf Ansuchen ertheilt wird, vorausgesetzt, daß sie keine Juden sind. Die Gesuche der ausländischen Juden um Ausnahme in den russischen Untcrthanenvcrband werden fast ohne jegliche Ausnahme abgeschlagen. Damit keine Verheimlichung der Religion stattsindcn kann, muß jedem Gesuche um Naturalisation ein beglaubigter Taufschein angefügt werden. ** Kiew, 29. August. Der Metropolit von Kiew, Platon, hat sich von jeher wohlwollend und freundlich gegen die Juden bezeigt und seine Diözcsaucn zur Liebe und Gerechtigkeit gegen die jüdischen Mitbnrger ermahnt, wie eS ja auch dankbar anerkannt werden muß, daß die griechisch katholische Geistlichkeit in! Allgemeinen fast niemals vcrfolgnngSsüchtig gegen die Inden ausgetreten ist. Die jüdische Gemeinde zu JekaterinoSlaw hat sich deshalb kürzlich veranlaßt gesehen, durch eine Deputation dem hohen Kirchenfürstcu eine AnerkmnungSadrcssc überreichen zu lassen und dieser Adresse als ein bleibendes Zeichen der Liebe und Verchrnng, welche sie für den Metropolit erfüllt, eine prachtvolle hebräische Bibel mit silbernem Deckel, auf welchem die Widmung in Goldbuchstaben angebracht ist, augefügt. Herr Platon war ob dieser Aufmerksamfeit sehr gerührt und dankte in herzlichen Worten. Er behielt die Deputation sehr lange bei sich und versicherte sic seiner aufrichtigen Zuneigung für die Vckennet des alten Bundes. Odessa. ES ist von hier aus durch die Judo European Telegraph Company die Nachricht gebracht worden, daß wegen der bevorstcheudcu Einbeziehung von Taganrog und No stow in den Donischen-Kofaken-Bezirk die zahlreiche jüdische Bevölfcrung nun doch die Weisung empfangen habe, ihren Wohnsitz zu verlassen. In Folge dessen sind bereits mehrere Familien über Odessa nach Amerika ausgewandert. Alle Vorstellungen seitens der städtischen Verwaltungsbehörden zu Gunsten dcS ferneren VerbleibcnS der Inden waren alle fruchtlos. Die blühenden Städte Taganrog und Nostow werden selbst dadurch dem Verfalle cntgegcngeführt. A merika. K. Newyork. Nach hier verlauteten Nachrichten soll die jüdische Ackerbau-Kolonie Vecr-Scba in KansaS vortreffliche Aussichten ans Gedeihen bieten. Der ganze Distrikt hat sich während der letzten fünf Jahre sehr prosperirt, so daß der Ort Navanna, in dessen uniuittelbarcr Nähe die jüdische Ansiedelung sich befindet, zum Range einer Hauptstadt des County erhoben worden ist. Dadurch ist der Werth des in jüdischen! Besitz besindlicheu Landes sehr gestiegen und wird noch ferner steigen. Außerdem aber wird 573_ die Bewirthschaftung eine weit bessere Rentabilität answcisen. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß die Kolonisten mit der Zeit sich in nicht unbcträchtliehen! Wohlstand befinden werden. — Ebenso laufen auch über die Kolonie Vineland sehr günstige Berichte eiu. Der Nothstand, welcher vor zwei Jahren daselbst herrschte, soll ganz beseitigt sein. Dank namentlich der wirksamen, dieser Kolonie von Philadelphia onS gewordenen Hülfe unserer Glaubensgenossen. Ich bin nicht in der Lage diese guten Nachrichten auf ihre volle Notoritüt zu prüfen. Hoffentlich ist hierbei nichts übertrieben und schöngefärbt. Gewiß wünscht Jedermann, daß eö unfern Brüdern, die in diesen Kolonien sich ein neues sicheres Heim begründen wollen, recht gut ergeht. ß. Neivyvrk, 26. August. AuS den! Staate Georgia wird folgende interessante Thatsache berichtet. In dem gesetzgebenden Körper ward über eine Gesüngnißresornt berathen, bei welcher Gelegenheit ein Mitglied dieser Körperschaft, unser Glaubensgenosse Herr Louiö Arnheim, sich also äußerte: Obgleich nicht ein Bekenner dcS Christenlhumö, zolle ich gleichfalls dieser Religion meine Hochachtung. Sic ist es ja, welche Barbarei in Zivilisation verwandelt ha!, wo immer Sie sich Bahn brach. Sie hat daö Her; der Menschen veredelt und diese besser, weiser und milder gestaltet. Sie ist cs, welcher der leidenden und sich abmühcnden Menschheit den Glauben an den endlichen Weltfrieden und die Hoffnung ans ein ewiges Leben gebracht hat, indem sie die erhabene Lehre von der Unsterblichkeit der Seele verbreitet. Vergessen wir aber gleichwohl nicht, daß einer der Grundpfeiler, ans welcher sie ruht, die Zehn- Worte sind, welche meinen Voreltern unter dem Beben des Horeb geosfcnbart wurden, als . der Abglanz der Gegenwart GottcS seine Gipfel erhellte. Da ergingen die Gebote GottcS: Du sollst nicht stehlen, nicht morden, nicht falsches Zeugniß ablegcn, — durch der Zeiten lange Flucht dringen diese Gebote auch an rmscr Ohr. Diese beredten Worte ans dem Munde eines Juden, welcher in gleicher Weist seiner Religion die Ehre gicbt, indem er der von ihr ausgehenden Christlichen gerecht wird, haben den nngethciltcn Beifall der gcsanunten Bevölkerung Georgias gefunden. Asien. * Die von Diener aus seiner Reise in Syrien gemachten Beobachtungen disserircn, wie der ״N. Fr. Pr." berichtet wird, nicht unwesentlich von den früher über die Glctscherspuren im Libanon publizirten Angaben. Diese Spuren schrumpfen beträchlich zusammen, so daß sich nicht nur die Beobachtungen Girardis und Vnrton'S als hinfällig erweisen, auch die Hermon-

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