Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1887)
- Article
- Wucherische Ausbeutung des Landmanns
- Date
- 1887-08-25
- Page
- 532 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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582 treffend zu erachten. Wir wollen den guten Glauben der Verarmten nicht in Zweifel ziehen. Bon diesen ist ein unparteiisches Zeugniß über die Ursache ihres Unglucks nicht zu verlangen, weit sie ja die schwer betroffenc Partei selbst bilden. Wir wissen, wie schwer cs ist, sich über die eigenen Verhältnisse ein richtiges Urtheil zu bilden, wir wissen, daß es in der mensch« lichcn Natur liegt, den selbstverschuldeten Antheil an dem Unglück zu verkennen und die ganze Last der Schuld aus Andere abznwälzen. Man ist nur allzu geneigt, Andere anzuklagen, wenn man das angcsirebte Ziel nicht erreicht, wenn man in seinen Erwartungen und Hoffnungen sich getäuscht sicht. Der Beurtheiler aber sollte wirklich objektiv zu Werke gehen. DaS audiatur ct altera pars gilt doch nicht allein für den Recht und Urtheil schöpfenden Richter, sondern für jedes Gutachten. Die Herren wollen doch nicht glauben machen, daß sic in den einzelnen Fällen, auf welche sie ihre Meinung gründen, eine sorgfältige Prüfung angestellt haben, daß sie sich von den Ucbervortheilungcn, betrügerischen Praktiken, NechmmgSfälschungen n. s w. selbst überzeugt haben. Sie waren ja hierzu gar nicht im Stande. Man sieht cö den Berichten an, daß sie meistens von einer vorgefaßten Meinung ihren Ausgangspunkt genommen. Daß der Landmann der Ucbervortheitte und Beschwindelte und der Handelsjude der Wucherer und Betrüger ist, stand schon von vornhinein fest. ES galt nur noch die Bestätigung zu erhalten. Nun, diese ist leicht zu finden. Man befragt den Unglücklichen selbst, man lauscht aus das Geschwätz der Vierbank, man registrirt die vorurtheilvolle Stimmuug des Volks und schreibt dann!einen Bericht. Wir wagen die Behauptung, daß man ans diese Weise über jede Angelegenheit jegliches gewünschte Gutachten in jeglichem Sinne erhalten kann. Vor dem unbcfangenen Nrtheile aber werden derartige Berichterstattungen immer als tendenziöse erkannt und deshalb a!S völlig unbrauchbar für die Feststellung des wirklichen Sach- Verhaltes erklärt werden müssen. (Fortsetzung folgt.) Uebersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. Uebersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) ')3. Wer von seinem Nächsten einen Abschnitt, einen Lehrsatz, einen VerS, einen Ausdruck oder auch nur einen Buchstaben lernt, hat 1> הל^ומר סחבירז סרק אהר• או ה^כה אהה אי ססוק אחר• או רביד אחר אסימ איך. ארז־!- צריך לגהנ בו בביר עזבן מצעו ברור סרך ישיאד טל־יא רינ׳ר מאהיהוסד ארא לדגי רבריס כיבד קראו רבו אריסו ומידעו שנאסר ואהה אנוש בעיבי אלויץ וסידעי ובוihn mit Ehren zu behandeln. So finden wir von David, dem Könige Israels, er hatte von Achithofcl nur zw.'i Dinge gelernt und nannte ihn seinen Lehrer, seinen Führer, seinen Vertrauten. Denn cS heißt: Du bist ein Mensch von meiner Geltung, bist mein Führer und Vertrauter. Nun ist ja zu schließen: Wenn David, der König Israels, der von Achithofcl nur zwei Dinge gelernt hatte, ihn seinen Lehrer, Leiter und Vertranten nennt, um wie viel mehr muß der, der von seinen! Nächsten einen Abschnitt, einen Lehrsatz, einen VerS oder auch nur einen Buchstaben gelernt, ihn mit Ehren behandeln. Ehre ruht nur in der הורה, denn cS heißt: Ehre wird Weisen zn Erbe und Pflichthingegcbenen wird Gutes zu Erbe, und gut ist nur dir הורה, denn eS heißt: eine gute Lehre habe ich euch gegeben, verlasset meine הורה nicht. * Das rechte Bcrständmß der GottcSlehre ist von so großer Wichtigkeit, von ihm hängt in so hohem Maße die richtige Gestaltung unseres Denkens, Wollens und VollbriugenS ab, daß wir den als unser« größten Wohlthäter zu verehren haben, dem wir, wenn auch anscheinend nur einen kleinen Beitrag zu solchem rich- Ligen Verständniß zn verdanken haben. Selbst nur das richtige Verständniß eines einzigen Buchstaben kann — nach dem Geiste unserer Sprache — von entscheidender Wichtigkeit sein. Nicht nur werden Partikelu, Präpositionen und Konjunktionen durch einzelne Buchstaben anSgcdrnckt, sonder« Zeit und Modus, Zahl, Geschlecht des Objekts re. wird nur durch Buchstaben bezeichnet, und zwar oft ist die Bezeichnung im Satz und dessen Zusammenhang nur durch das richtige Verständniß eines Buchstaben zn ermitteln. Achithofcl soll David die Wichtigkeit des gemeinsamen ThoralcrnenS und die Wichtigkeit der Gemeinsamkeit im Gebete gelehrt haben und soll dies in den Sätzen (Ps. 55,15)אשר יהרו נמתיק סוד בבית אלקים נהלך ברנש angedcutct sein, wo David von Achithoscl spricht: die wir gemeinsam daS Süße des Eindringens in daö Innere der Lehre gen offen und in Gottes HauS in Milte der regungsvollen Menge wandelten. — In der הורה ru ht unsere wahre Menschenwürde und unser wahres Heil. Daher: אץ כבוד ואץ טוב אלא הורה. 1)4. So ist die Weise der הורה: Brod mir Salz essen, Wasser nach Maß trinken, aufder Erde schlafen und ein schmerzvolles Leben leben, und dabei emsig הורה lernen, thust du so, dann Heil dir und dein ist das Gute, Heil dir in diesem Leben und dein ist das Gute im jenseitigen. »> בך היאררבה של1 תורה סת במריח תאבר• ומים במשורה תשתה• ועד1 האיץ תישן• והיי צער תהיה• ובישרה אתה עמד• אם אהה עושה בן ■אשריך וטוב אשריך בעודם הזה• וטיב?1ך כעורים הבא