Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1887)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1887-08-11
- Page
- 500 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2932754-2932755-2932787-2936196--25695-2936243- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
600 für Tag geht eine Tochterstimme vom Berge! Horeb und ruft aus und sagt: Wehe ihnen, den; Menschen, ob der Zurücksetzung der תודח,; denn; Jeder, der sich nicht mit der תורה beschäftigt, 1 heißt ״Zurückgcwiesm": denn cs ist gesagt: ein! goldner Ring in Sanes Rüssel, ein schönes Weib und unverständig. Und cS heißt: Die Tafeln sind GottcSwerk und die Schrift ist Gottesschrift, Eharnth (eingegraöen) auf den Tafeln. Lies nicht Eharnth seingegraben), sondern Chernth (Freiheit), denn du hast keinen Freiern, wie wer sich mit dem Lernen der תורה bcschäftigt, und wer sich mir dem Lernen der תורה beschäftigt, der wird erhöht, denn eS heißt: von Matthona (GotteSspende) nach Nachalicl (Gotteserbe) und von Nachatiel nach Bamoth (Anhöhe). Die Offenbaruug am Horeb hat noch ihr letztes Ziel im Kreise der Menschen nicht erreicht. So lauge es noch Menschen giebt, die die Gesetzcslehre dieser Ofsenbarung nicht in ihrem Wcrthe erkennen und sie nicht für die geistige und sittliche Vollendung und Heiligung ihres innern und äußern Lebens vcrwerthen, so lange fielst der Horeb als ein Vorwurf für die Menschen da, und cs geht unablässig der Echoruf von dem Horebwort: .,nicht der תורה, dcS Menschen ist der Verlust und das Weh ob der Verkennung und Zurücksetzung der נדפת .תורה ist der Ausdruck des ersten Grades des ״Bannes", mit welchem ein geistig und sittlich Hochgestellter einen durch tadelnswertheS Benehmen als Seiner unwürdig aus seiner Nähe weist. Und also wird als unwürdig aus der Gottesnähe Der verwiesen, dem die gcosseubarte Gotteslehre äußerlich zu Thcil geworden, der ihr aber keinen bessernden und veredelnderu Einfluß auf sein inneres und äußeres Leben gestattet. Sein unveredeltes, roh gebliebenes Wesen ist durch dessen Gegensatz zu dem in der ihm erthcilten Gesetzcslehre gezeichneten Ideal in eben dem Grade eine widerwärtige, anS seiner heiligen Nähe zu verweisende Erscheinung, wie rin leiblich schönes, geistig und sittlich häßliches Weib, dessen geistige Roheit und sittliche Tadclswürdigkcit durch ihre äußere Schönheit nur einen um so widerwärtigeren, zurückstoßendm Eindruck machen, je mehr leibliche Schönheit ein Angebinde ist, das dem damit Bedachten eine stete äußere Mahnnng an die geistig sittliche Harmonie und Schöne sein könnte und sein sollte, die er mit seinem ganzen innern Wesen anznstrcden hätte, deren Nichtvorhandcnsein aber um so abstoßender wirk:, je mehr die außerlich schöne Erscheinung den Gedanken auch des geistig sittlich Schönen hcrvorruft und den Beschauer anmnthend anzieht. Schade um den schönen Leib, spricht Jeder, wie Schade um den goldenen Ring, den eine damit geschmückte Sau unbarmherzig in den Schmutz vergräbt. Wie die תורה uns adelt, so.macht ein hingebungs, volles wahres Studium derselben auch frei, frei von Jrrthümcrn, frei von den Reizen sinnlicher Triebe und Begierden, frei von der herabziehcndcn, nicderbeugenden Macht der mannigfachen Widerwärtigkeiten und Be-- schwerden des irdischen Lebens. Diese Wahrheit knüpften die Weisen an die Umdeutnng des הרות in הריח, um so mehr, als der Ueberlieserung zufolge die durchgegrabene Schrift der Steintafeln selbst in dem. ם und ס einen ohne äußeres Band durch Gottesmacht gctrageuen freien Halt irdischer Existenzen vergegenwartigtcn (מתנה .(הת וסמך■ שבלוחות ננס הם עומדץ גהליאל במות sind Bezeichnungen aus dem Arunucnlicdc (4. B. M. 21, ]9), mit welchen aus die Wandcr׳ stalioncn des MirjambrnnnenS hingewiescn wird, der unsere Väter auf ihren Wanderungen in ber Wüste begleitet, und mit welchen hier für nnS die Entwickclmigs« und Ancignnngsstnfcn bezeichnet werden, wenn wir uns von dem Brunnen der Gottcslchre auf unserer irdischen Wallfahrt geleiten lassen und den Trunk unserer geistigen und sittlichen Veredlung aus ihr schöpfen. Als מתנה, als von Gott ״gegeben", haben wir sic hinznnchnicn, und wenn wir uns mit ihr ganz dnrchdringen, wird sic unser unverlierbares Gottcscrbc und führt uns zu allen auf Erden anzustrebcndcu -Höhen. (Forschung folgt.) Die neiikllt sniiblrkimjiftklnijtk im AargMischkll GrosM Rath. (Schluß.) Herr I)r. Vruggisser: Herr Präsident, meine Herren! Es ist wohl meine Pflicht, als Mitglied der SaniiätskomMission Ihnen die Auffassung unseres Kollegiums über die vorwürsige Sache mitznlheilen. Denn Sie werden voraus setzen, daß wir uns mit dieser Angelegenheit zu befassen hatten — indem, wie Herr Jäger sehr richtig bemerkte, abgesehen von der Frage der Thicrguälcrei, ein wesentliches hygienisches Moment mit den jüdisch rituellen Schlachtnngsvorschristeu verbunden ist. Die Sanitätskommission ist denn auch in der That wiederholt um ihre Meinung in der Sache befragt worden, und sie hat sich stets einstimmig dahin ausgesprochen, daß sie im Schächten! keine Thicrguälcre: erkennen könne. — Es ist vom! Herrn Vorredner auch zutreffend darauf verwiesen worden,! daß das Schlachten als solches bei jeder Methode . dem betresscndcn Thier in gewissem Grade eine vor-! übergehende Ouat bereitet. Diese unvermeidliche Qual! fällt aber gegenüber dem Hähern Zweck der Ernährung