Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1887-08-04 · Heft 31 (4.8.1887) · p. 493

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 31 (4.8.1887)
Article
Holland : Amsterdam [Nachricht]
Date
1887-08-04
Page
493 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2932754-2932755-2932786--25664-2936177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

493 Holland. * Amsterdam. Herr D. H. de Castro, welcher mit der Verösfeullichung der Leichcusieiniuschrifleu des alten FrirdhosS der Spanisch-Portugiesischen Gemeinde Amsterdams beschäftigt ist, theilt in seinem neuesten Hefte n. A. die Inschriften der folgenden Gräber mit. Don Manuel Teixcira de Mattos, Vertreter der Königin Christine von Schweden. Dessen Sohn Diego Tcixcira de MattoS, zum Hofe derselben Königin gehörend. Moseö bar Iehuda Bebri. Gesandter des Sultan Mahomcd IV beim Schwedischen Hofe. Doktor Abra- Ham Gomcz de Sossa, Arzt der Infantin von Spanien. Doktor Benjamin Mnsaphia, Arzt des K önigS C hristian! V. von Dänemark. MoscS Äkachado, Generallieferant der Genera!stauten der Niederlande. Baron Don Manuel de Belmonte, Vertreter des Königs von Spanien beim Holländischen Hos. Chacham Mcnaschc den Israel. Chacham Sanl Lcvi Morlara (Lehrer Spinozas) David Salom de Azvedo, Vertreter des Dey von Algier. Doktor Isaak Orobio de Castro, Arzt der Herzogs von Medina-Celli und Professor der Universitäten von Salamauca und Toulouse. Chacham Joseph Pardo, Chacham Jakob SasportaS, Vertreter des Sultans von Marokko. Don Salomon Palache, Maurischer Gesandter bei den Generalstaaten. Daniel Vevi de BarrioS, Kapitän der Spanischen Arme, Dichter nnd Geschicht׳- schreibet. Doktor Clia Moutaltv, Arzt der Königin Maria de Medici. Joseph Pinto Felix, hebräischer Dichter. Jakob Juda Leon, Dichter und Schriftsteller. Jakob de Piua, spanischer Dichter. Donna Mayor Rodrigucz nnd Francisco Nunez Hoincm, die ersten portugiesischen Inden, welche nach Amsterdam gekommen waren, David Franco Mendes, hebräischer Dichter und Schriftsteller. Doktor Isaae de Nocainora, Arzt nnd Dichter, ehemaliger Dominikanermönch. Italien. * Der Sn!lau von Zanzibar entsandte vor Kurzen! seinen Leibarzt, einen russischen Inden, Namens l)r. Gregor! d'Arbclla, an den hiesigen Hos, nni ein Handschreiben und Geschenke für König Umberto zu überreichen. In einem französischen Blatte berichtet der zanzibarische Gesandte über den huldreichen Empfang, den er gefunden. Nutz! and. |jj Lnkvlv (Gouvernement Sjcdlczb Auch hier ist in dem von Inden bewohnten O.nartiere Feuer auSgcbrochen, welches glücklicher Weise gelöscht wurde, | nach den! nur fünf Häuser ihm zürn Opfer gefallen! waren. Man hat aber Brandbriefe gesunden, in welchen - '1 den Inden angezcigt wird, daß man nicht eher ruhen werde, bis die sümmtlichcu Indenhänscr eingcäschert sind. So leben die Juden in beständiger Angst. Witebsk, 25. Juli. Der durch die ungehenre FencrSbrnnst angcrichtetc Schaden wird auf anderthalb Millionen Rubel geschätzt, an welchen die Inden sehr stark partizipiren. Man macht sich von dem schrecklichen Elend der Abbrändler kaum eine Vorstellung. * ftalifrf), I. August. Die hier wohnenden jüdischen 5ranflente und HaudlimgSgchülsen ausländischer Unterthanschast haben bei der hiesigen RechnungSkammer (Palata) die schriftliche Erklärung abgcben müssen, daß sic zu Neujahr ihre Geschäfte schließen, bezw. ihre Stellungen ansgeben werden. Einem jüdischen Spediteur an der Grenzkammer Szezypiorno, der deutscher Unterthan ist, wurde die Berechtigung zur Waarenspediticm bereits abgenonuncn, trotzdem derselbe ein Gildcnpatenl erster Klasse bis Neujahr gelöst hat. (Pos. Z.) N n m ä n i c 11. Bukarest, 27. Juli. Wollen Sic ein echt anschauliches Bild von dem Glück haben, dessen sich ein armer jüdischer Rumäne zu erfreuen hat? Da ist ein solcher armer Jude, IonaS Abramowitsch, seines Zeichen« ein Kleiderreinigcr, ein sicchhafler Krüppel, kürzlich zu einer Geldstrafe von;100 Franken vcr< nrtheill worden,!veil er einen Polizeikommissarins beleidigt nnd mißhandelt hat. Wunderbar! Ein Mensch, der kaum den Odem in der Nase hat, noch dazu Jude in Rumänien, erfrecht sich, einen Hünen, der Polizeibcaintcr ist, zu schimpfen nnd zu schlagen! Der arme Mann besitzt keine Centime, geschweige denn 300 Franken. Er hat deshalb gegen die ihm anfcrlegtc Pön Berufung eingelegt. Ein mitleidiger Anwalt hatte eö übernommen, seine Sache unentgeltlich zu führen. Vor dem Appell- Hof gestaltete sich der Fall aber folgendermaßen. IonaS Abramowitsch ist uicht der Schläger, sondern der Mißhandelte. Durch Zeugen war scstgestcllt, daß Jonas eines Tages eine Vorladung znm Kommissariat erhielt. Kaum in das Bureau getreten, ließ ihn der KommissariuS auf den Fußboden legen und von dem Büttel eine ungezählte Portion Stockprngcl verabfolgen, daß er, über und über mit Blut überströmt, anscheinend ohnmächtig liegen blieb. Darauf wurde er zur Thür hiuauSgeworfen. Die au dergleichen Roheiten gewöhnten anderen vier Beamten ivaren doch über diese summarische Amtshandlung dcö Herrn Kommissars erstaunt nnd richicteu an ihn die Frage, was denn der Jude eigentlich verbrochen Härte. ״Der Wicht hat von einer Frau ein Kleid znm Putzen empfangen, eS aber sehr schlecht gereinigt," war die Antwort, welche auch die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.