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Jeschurun · 1887-07-28 · Heft 30 (28.7.1887) · p. 476

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 30 (28.7.1887)
Article
Österreich-Ungarn : Brody [Nachricht]
Date
1887-07-28
Page
476 (sequence 2)
Language
German
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476 züglich bei־ zeitweise!! Zulassung solcher Geschäftsleute nach Rußland hinzuwirken. Wien, 9. Juli 1887. Der k. t. Handelsminister Bacquehcm." 5ileittwardein (Ungarn). In der hiesigen Gemeinde ist, wie der ״N. jüd. P.׳ Ztg." geschrieben wird, nicht nur die Kinderschule, sondern auch die j .דש*בר geschlossen worden und zwar auf Befehl der l Komitatsbehörde und auf Betreiben niehrer ncologcn! Gemeindeinilglieder. Die ״N. jüdisch. P. Ztg." vatt), daß sich wegen dieses Gewaltaktes an den Herrn Ober-! rabbiuer Schreiber in Preßburg wenden möge, welcher! die Oberleitung der orthodoxen Kanzlei habe. Der! Intervention desselben, meint die gedachte Zeitung, : würde es gelingen, die Aufhebung der Sperre zu erwirken. Schweiz. h Bern, 20. Juli. Laut eben bekannt gewordener Mittheilnng, hat der schweizerische BundeSrath in seiner Sitzung die Pelition des Thierschutzvereins betr. Berbot deS Schüchtens, obgewiesen, da es nicht erwiesen sei, daß dasselbe eine.Thierquälerei sei. — Baden, 19. Juli. Die ״Schweizer Freie Presse" schreibt in Betress des samosen judenfeindlichen Beschlusses des Aargauischen Großen Raths: Warum die Herren Kellcrsberger und Jäger sich im Großen Rath . energisch dafür verwendeten, daß der Staat die Schlacht- - Methode der Inden dulden soll, ist hier in Baden leicht zu erklären. Auch die sämmtlichen Herren Großräthe ans dem Bezirk Baden, mit Ausnahme der Herren Berz in Wcttingen und Zchnder in Birinenstors haben j laut Bericht mit den Herren Jäger und Kellcrsberger; gestimmt und zwar jedenfalls ans guten Gründen, 1 wofür wir ihnen Anerkennung zollen. Bei der gegen- : wärtigen ziemlich flauen Saison und den unerhörten; Anstrengungen der deutschen und österreichischen Konknrrenz ist es sehr überflüssig, daß durch solche Geschichten,! die nach Judenhetze aussehen, ein bedeutender Theil! unserer langjährigen hiesigen Kurgäste, besonders ans! dein Elsaß, vor den Kopf gestoßen wird. Auch die freisinnigen Juden verwahren sich dagegen, daß 'das rituelle Schlachten verboten sein soll und man weiß, daß die Inden zusammen halten. Man erwartet in Baden, daß nach den zntrcssendeu Darlegungen unserer Vertreter im Großen Nach, die aus eigener Beobachtung urtheilen, ein solches Gesetz im Kanton Aargau niemals anfgestellt wird. ES hätte gerade so wenig Zweck und Sinn, als wenn der Kanton für sich allein das Answandcrnngswesen, oder das Zollwescn oder überhaupt ein Gebiet von internationalem Charakter gesetzlich regeln wollte. Aber auch den hiesigen Metzgern und durch sie iubtrelt den Viehhändlern schadet ein solches Gesetz. Warum sollen wir unfern Verkehr zu Gunsten des Kantons Zürich einschränken? Solches stimmt schlecht zu der Hebung der inländischen Viehzucht, von welcher so viel die Rede ist. Es hängen auch noch andere Fragen mit der vorwürsigen zusammen, welche ich hier nicht auseinandersetzen kann, von denen aber jeder Einwohncr von Baden bald überzeligt ist, wenn er etwas nachdenkt. England. London, 21. Juli. Es ist hier erfreulicher Weise eine sehr scgenövolle Bereinigung zu Stande gckoinmen, welche sich die Aufgabe gestellt hat, den jüngeren jüdischen Einwanderern nicht nur bei dem Aufsinden von Arbeit behülflich zu sein, sondern sie auch in der Kenntniß der englischen Sprache zu unterrichten und ihnen den Gebrauch derselben in thunlichst kurzer Zeit zu ermöglichen. — Der verstorbene und mit Recht; vielbetrauerte Herr Lionel 9. Cohen hat den ver-; schledenen wohtthätigen und frommen Instituten der j Gemeinde Legate im Gesammtbetrage von 10 000 Pfund j letzwillig znkommen lassen und in seinem Testamenle; erwähnt, daß er nicht mehr denselben bestimmt habe,! weil er während (cinctf Lebens bereits zu jeder Zeit; nach Kräften bestrebt gewesen sei, deren Mittel zu vergrößern, eine Thalsache,!reiche der Hochherzigkeit des Verblichenen vollkommen entspricht. ES ist eine weit edlere That, während des Lebens von seinem Vermögen mitzutheilen, als nach dem Tode. Italic n. ז Ans Cbt'ritnUcu, 22 Juli. Es verlautet, daß von Seiten des päpstlichen Stuhles eine Encyklika vorbereitet und demnächst veröffentlicht werde, welche die Inden zun! Gehalte haben wird. Der Papst soll hierzu durch verschiedene höchste Würdenträger der Kirche veranlaßt worden sein. Es ist begrcisiich, daß über den Wortlaut und die Tendenz dieser päpstlichen Kundgcbung, wenn überhaupt eine solche in Wirklichkeit geplant werden sollte, vorzeitig etwas Bestimmtes nicht bekannt sein kann. Von mancher Seite wird vermnthet, daß sie der jndensiindlicheu Strömung eine gewisse Sanktion verleihen werde. Dem wird anderseits jedoch widersprochen. Jedenfalls würde der Ausspruch des * Papstes über die sogenannte Judensrage zu den intercssantesten Kundgebungen in derselben zählen. Rußland. ...>. Petersburg, Juli. Das Verbot, nach welchem es den 3ubcit nicht erlaubt war, christliche Arbeiter und Dienstboten zu halten, ist auf Antrag des Staatsraths durch kaiserliches Edikt aufgehoben worden. Es ist gleichzeitig bcstinunt worden, daß die jüdischen

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