Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1887)
- Article
- Aufruf [Nachricht]
- Date
- 1887-07-14
- Page
- 447 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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447 Viele Waarenvorräthe und Mobilien re. sind ganzlich vernichtet worden. Nichts war versichert. Daß dem also ist, daran tragen wahrlich wir keine Schuld. ES liegt dieses in cigenthümlichcn Verhältnissen, deren Erörterung nnS nicht möglich ist. Die Thatsachc aber muß hervorgehoben werden — nichts war versichert, weder Häuser noch Mobiliarvcrmögen. Ein großer Theil unserer jüdischen Bevölkerung betreibt Bodenarbeiten. Viele hundert Männer, Frauen, Knaben, Mädchen ernähren sich durch den Feldbau. Durch das Braudunglück sind aber die Felder ebenfalls verwüstet worden und liegen verödet. Den fleißigen Arbeitern ist damit die Quelle ihrer Ernährung abgeschnitten. W!r vermögen nicht die Größe des unsere Gemcindc getrofsencu Unglücks zu schildern. An 0 0 0 נ M e n sch c n sind nackt und bloß geblieben, ohne Brod und Nahrung. Der Verzweiflung nahe, wendet sich ihr Auge zum Himmel: von wannen wird uns Hülfe kommen? In den ersten Tagen nach dieser entsetzlichen Heimsnchung blieben wir durch den Schrecken wie erstarrt. Wir ermannten uns endlich, um für die Hungrigen Brod und für die Nackten Gewandung zu schassen. Die Nachbarstädtc eilten zu unserer Unterstützung in hochherzigster Weise herbei. Aber es gelang uns nur, dem Bedürfnisse des Augenblicks kärglich zu entsprechen. Die Noth ist zu groß, das Elend zu schrecklich; unsere Kraft und die Kraft unserer Nachbargcmeinden reicht dafür nicht anS. Wir schauen trüben Blickes ans den Jammer hin, um ihm zu steuern. An Tausend Menschen, von Allem entblößt, erheischen unsere Hülfe! Manche von ihnen waren bis jetzt wohlhabend. Manche bemittelt, fast Alle ernährten sich bis zur Unglücksstunde redlich und fleißig durch die rüstigste Thätigkcit, Viele insbesondere durch die -Feldarbeit. Sie waren gerade um dieser Beschäftigung willen auch namentlich bei unseren nichtjüdischen Brüdern geachtet und wohlgelitten. Und diesen lausend braven Menschen und Ge- Hoffen unseres Glaubens. Söhnen unseres Stammes, droht der schrecklichste Untergang durch Hunger und Noth! Darum sind wir zu einem Komitee zusammengetreten, um den Angstschrei und die Todcssenfzer dieser unserer unglücklichen Brüder in die weiteste Ocffentlichkeit dringen zu lassen, auf daß sich unsere Brüder im Auslände ihrer erbarmen. Wir wenden uns an Alle, die eines warmen Mitgefühls fähig sind, an Alle, die in jedem Menscheu einen Bruder und in jeden! Inden den Genossen des heiligen AbrahamSbnndeS erblicken, und rufen ihnen zu: Helfet, spendet, — steuert der Noth Eurer Brüder, — rettet Eure Brüder von Hunger und Elend! Sendet die Gaben, die Ihr uns znwenden wollet, an den ehrwürdigen Herrn Qberrabbiner Isaak Elchanan Spektor in Kowno, Gouvernement Kowno, Rußland. Kidwan, 13. Tamns 5647. Isaak Hirschsohn. Simon David Spiro. Varuch Leb Spiro. Isaak Schmerkowiz. Jakob Katzenellenbogen. Die Erpcdition des ״Jeschnrun" ist gern bereit, die Ucbcrmittelnng der ihr etwa zngehcnden Spenden an den Herrn Obcrrabbincr in Kowno zu übernehmen. '11 cfi 1t’ fr ÜÜ' Für den Inhalt derselben übernimmt die ' f I> g! •I G- Nedaktiou keinerlei Verantwortung. InsertionS- und Abounementö-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kanffmann daselbst, ohne Preiserhöhung. כשר Falkenstein im Taunus. Dr. med. Hirsch’s Klimatische Kei!!nlsta!t imd! KMWssttanß׳.i!t für Brustkranke, Blutarme und Nerveuleidcude, durch Neubau bedeutend vergrößert und mit allem Komfort. , Wintergarten,c. versehen. — Winter:kur.; Grossl1Gr550׳;licH badisclior rrofHoforant. Speyer am Rhein. Gross-Handlung i• Flussu. Seefischen IRlxeinlaclis - ZE’lscih.erel. Prompte, billige will gute Bedienung.