Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1887)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1887-07-14
- Page
- 437 (sequence 2)
- Language
- German
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des gesetzlosen Bileam aber erben das Gehinnom und sinken hinab in die Grube des Verderbens; denn eS heißt: Du, Gott, wüst sie in die Grube des Verderbens hinabsinken lassen, Männer der Blutschuld und des Truges erreichen nicht die Hälfte ihrer Tage, ich aber vertraue ans Dich. An dem Glück der Nebenmenschen sich freuende neidlose Menschenfreundlichkeit: ,עין סובד, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit kennzeichnen den ganzen Lebenswandel Abrahams, sie treten zu Tage sofort bei seinem Verlassen des Vaterhauses und der Heiinath, womit er Verzicht leistete auf alle Güter, Genüsse, Bequemlichkeiten und Ehren, die das Haus und die Heimath boten, und in eine unbekannte, wirthlose Fremde zog, um des Heiles der Mitmenschen willen. Sie treten hervor in seinem Verhalten gegen seinen Neffen, gegen seine-Frau, in seiner thätigen Menschenliebe für sremde Wanderer, seinem Hülfsseldzug zur Rettung eines undankbaren entfremdeten Neffen, seiner Uncigennützigkeit nach dem Siege, und nicht ein Hauch des Gcgentheils zeigt das Bild seines langen prüsungSreichen Lebens. Einen vollendeten Gegensatz zu diesem Allen bildet die schadenfrohe Fluchbcreitschaft, der stolze Hochmuth, die unersättliche Hab- und Ehrsucht eines Bileam, und kein entgegengesetzter Zug mildert das Bild seiner geschichtlichen Erscheinung. Der neidlos menschenfreundliche, bescheidene und ansprnchlose Sinn der Jünger Abrahams öffnet ihnen nicht nur die Pforten der jenseitigen Glückseligkeit, sondern macht schon das hicniedige Leben, mit wie wenig äußern Gütern und Genüssen und mit vielen Entbehrungen und Prüfungen cs auch ausgcstattct fein möge, doch zu einen! heiter glücklichen, ihnen schwindet das Maß des Widerwärtigen, und ihnen blüht aus dem Glück Anderer, dos sie schaffen, fördern und sehen, ein Quell der Freuden, von welchen Schüler Bileams keine Ahnung haben. Und die schadenfrohe Mißgunst, der hochmüthige Sinn und die unersättliche Hab- und Ehrbegierde macht die Schüler Belcams nicht nur unfähig, den Pfad zum jenseitigen Heile zu betreten, sondern läßt sie auch in aller Fülle von Glück und Genuß keine wahre Minute der Befriedigung finden. Jede Freude, jedes Glück, jede Ehre Anderer ist ihnen ein Wcrmuthötropfcn in dem eignen Kelch der Freude und alles noch Nichterreichte eine En!wert Hang des Erreichten. So לא יחצו ימיהם, ihnen wird nicht einmal eine der beiden Welten zu Theil, die ursprünglich ihnen wie allen Menschen bestimmt ist. Die jenseitige Welt ist ihnen verschlossen und auch das Beglückende der hieniedigen Welt in Wahrhnt für sie verloren. (Fortsetzung folgt.) Manscht Itolip M Geschichte der Mm in Machen ißelegmtlich der DtigMing der UM HkWge.j (Fortsetzung.) Des Rabbi Unterschriftsformcl, der Schrecken des Meisters, lautet im hebräischen Urtext: אני הק״ פב*פ הונה פה ק״ק, zu deutsch: ״Ich, der geringe N. N.,- der da ״wohnt" in der heiligen Gemeinde der Stadt Analysiren wir das nach Wahrmund Dynamit enthaltende Verbum הנה, so ergiebt sich: Wzl.הן, apoc. 1111 ,ריחןb bedeutet: 1) sich beugen, biegen (davon הנית, Speer), neigen, Nicht. 19, 9: הנות היום die Neige des Tages; 2) Hinneigen, sich nicderlassen, das Zelt aufschlagen, Gen. 26, 17; 3) wohnen, Ies. 29, 1. In der Bedcutung: sich feindlich lagern gegen Jen!., belagern, muß stets die Präposition על hinzukommen. Pj. 27, 3. 2. S. 12, 28. Ies. 29, 3. (Bergl. Gesenius.) Der Meister hat nun borget ()an, daß er ein ungemein bedeutenderer Antisemit als Orientalist ist. Der ״Icschnrnn" hat zwar seiner Zeit dem blinden Antisemitismus des Herrn Wahrmund gehörig heim« geleuchtet, dennoch sei cö uns gestattet, verehrter Herr Redakteur, noch ein Pröbchen des von den ״Bayrcuther Blättern" äußerst gerühmten Produktes des Meisters hier vorzusühren: ״Die von Crcmicnx begründete ״Alliance isrm'-lite universelle" inet ihren! Gerreralstab und ihrer weit ausgcdreiteten Organisation ist nichts Anderes als die große internationale Verschwörung zun! Besten der jüdischen Weltherrschaft. Und wenn nun das heutige Frankreich, in Vervollständigung der Rache des SemitismnS durch die Inden Cremieux und Gambctka (?!) als wirkliche ״Inden-Republik" betrachtet werden darf, welche Genngthnnng für den Inden, der seiner Natur nach nichts tiefer hasse und hassen könne, als das germanische Königthum, den stärksten Pfeiler aller Thätigkeit in politischen Dingen!" Die Politische Größe und Bedeutung des Herren Wahrmund im Allgemeinen zu bcurthcilen, dazu fühlen wir uns nicht berufen. So viel aber erlauben wir uns zu behaupten, daß wenn er in den Jahren 1870—1871 an der Spitze des Deutschen Reiches gestanden hätte, so würde er heute über die Jnden-Nepnblir sicher nicht zu klagen haben. Der Meister ist aber etwas sehr weichlicher Natur, er würde sicherlich beim Aufblitzen der ersten feindlichen Granaten znm Rückzug signalisircn. Da nun aber nicht durch das Verschulden Wahrmunds Napoleon besiegt und Frankreich eine Republik geworden ist, und da ferner Gambctta durch den Zaubersprnch Drumonts sich die Metamorphose von einem Arier in einen Semiten gefallen lassen mußte, so ist