Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1887)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1887-06-30
- Page
- 405 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gewinnst am Gehen in Händen. Wer erfüllt, aber nicht inS LchrhauS geht, hat den Gewinnst des ErfüllenS in Händen. Wer geht und erfüllt, ist ein Frommer; wer nicht geht und nicht erfüllt, ist ein Gesetzloser. Zar Zeit der Mischna konnte inan nur im Lehr- Hause lernen, da die Lehre mündlich war, und ins LchrhauS gehen ist gleichbedeutend mit unserm ״Lernen". Durch das lebendige Wort und die Gemeinsamkeit vieler Lernenden war aber das Lernen im LchrhauS um so fruchtbringender. Es heißt nun hier: Wer ins LchrhauS geht, aber nicht nach dem Gehörten handelt, hat doch schon durch den steten Besuch des Lehrhauses' einen Gewinnst. ES kann nicht auSblciben, daß von dem Gehörten doch Geist und Gcmüth etwas aufnchmen, und das wiederholte Lernen führt doch endlich zum Erfüllen. Wer das Gesetz nicht unerfüllt läßt, aber seine Kenutniß über das vom Gesetz Gcforderte nicht durch Lernen im LchrhauS fortgesetzt berichtige, bereichert und vervollkommt, der hat gewiß einen Gewinnst der Gesetzlichkeit seines Wandels, allein dieser Gewinnst würde ein unendlich größerer sein und fortschreitend größer werden, wenn er durch stetes Lernen seine Kcnntniß vermehren und seine Gcsinnung veredeln würde. ')18. Vier Verschiedenheiten giebt eS unter denen, die vor den Weisen sitzen: Schwamm, Trichter, Klärbeutel, Schwinge. Schwamm, der Alles aufnimmt; Trichter, der oben aufnimmt und unten durchläßt; Klärbeutcl, der den Wein fortläßt und die Hefen zurückhält; Schwinge, die den Groblnehlstaub durchläßt und das Feinmchlkorn zurückhält. נפה Wie aus Menachoth 76, b. ersichtlich, wurde das Wcizcnlorn, nachdem cs geschalt war, durch wiederholtcS Schütteln in einem Sieb von dem die äußere Schicht bildenden ordinären Mchtstanb, קמה, der durch das Sieb durchging, befreit, bis der innere feine Kern, ם1לה, im Sieb zurückblieb. Danach ist der Ausdruck der Mischna zu verstehen. -)19. Jede Liebe, die an einer Sache hängt, hört auf, sobald die Sache aufgehört hat, die aber an keiner Sache hängt, hört nimmer ans. Eine an einer Sache hängende Liebe war die Liebe AmnonS und ThamarS, eine an keiner Sache hängende Liebe war die Liebe Davids und Jonathans. 1) איכע מרוח ביושריס ליפני הכמים• ר-פוג ומשפך משמרת ונסה• ספוג שהוא כופב את*הבד• ומשפך שמכניס בזו ומוציא ביזו• משמרת שמוציאה את־ היין וקורסת את־השמדיס• וגפה שמוציאה את־ הקמח וקודמת את־הס^ת• י -> כ?*־אהבה שהיא הלויה בדבי• בסד דבר בסרה אהבה ושאינה ר־^ויה כדבד אינה בסרה ל עז ריב- איזו היא. אהבה שהיא המיה בדבר זו אהבת אמנון ותמי• ושאינה תלויה כדבר זו אהבת דור ויהונתן. Wo die Liebe in dem geistigen und sittlichen Werth der geliebten Persönlichkeit wurzelt, da ist die Liebe ewig wie ihr Grund. Eine in sinnlichen Reizen wurzclnde Liebe überdauert die Vergänglichkeit dieser Reize nicht. ') 20. Jeder ein reines Ziel anstrcbende Meinungsstreit hat ein bleibendes Bestehen, jeder kein reines Ziel anstrcbende Meinungsstreit hat kein bleibendes Bestehen. Ein cm reines Ziel anstrebendcr Meinungsstreit war der Meinung-- streit HillelS und Schammais, kein reines Ziel anstrebend war der von Korach und seinem An- Hang ausgestellte Meinungsstreit. Wenn in einem Meinungsstreit beide Parteien nur von reinen Beweggründen geleitet, reine Ziele anstreben, — das liegt ja im Begriff לשם שמים — beide mir die Erkenntniß der Wahrheit wollen, so wird gewiß die Wahrheit nur aus der einen Seite liegen und für die praktische Folge gewiß nur die eine der beiden׳ Meinungen zur Geltung kommen können. Aber für die Läuterung der Ansichten und für die Gewinnung der richtigen Erkenntniß haben doch beide entgegengesetzte Ansichten, deren Vertretung und Geltendmachung, bleibenden Werth, und so lange der Gegenstand, dem es gilt, und die wahre Erkenntniß ansrichtige Freunde hat, werden diese den zu Tage ge- Lretcnen Meinungsverschiedenheiten und der beiderseitigen Versuche, sie zu begründen, mit bleibendem Interesse gedenken und mit entschiedenem Nutzen für die rechte Erkenntniß des Wahren wiederholt und eingehend betrachten. So bleiben die Meinungsverschiedenheiten Hiltels und Schamais, sowie der andern Thanaim und Amoraim ein bleibender und wesentlicher Bestandtheil unserer Wissenschaft und ihres Studiums. נ> כ^־־רחלוקת שהיא :1שם שמיס בופה?1ההקיס משאינה?*שב שמיס אין ושמאי וכר. SSn סופה דהתקים• איזו היא מחלוקת שהיא לשב שמיס זו מתשוקת (Fortsetzung folgt.) Irr!llndesherrüche IndenWH in WerblMM jitr Zeit des 15. Jahrhunderts. Bon Dr. Karl Schaefer. - - ׳׳--- (Nachdruck verböte».) (Schluß.) ’ Ein eigenartiges Geschick hat es gewollt, daß die toleranten Gesinnungen Herzog Heinrich des Vaters und Beschützers der Inden auf seinen Sohn Herzog Ludwig nicht übergingen.^) Nach des Vater- Tod ־*) Bergt, auch Kluckho h n, August, Professor in Got« tingen ״Ludwig der Reiche, Herzog von Bayern", Nordlingen 1885.