Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1887)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1887-06-23
- Page
- 397 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Baku 1× ep/1000527
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als hier in seiner Existenz eine Förderung des Ziels erkannt wird, für welches Israel in die Geschichte eingetreten ist, der mcssianischcn Zeit, da Gott allein als Herr anerkannt werden wird von der gesammten Menschheit. England. v London, 18. Juni. Non Seiten der englischen Judenschaft wird durch folgende Adresse der Ausdruck der unbegrenztesten Liebe und Verehrung unserer Königin zu ihrem Jubiläum dargebracht werden: ״An Ihre Majestät die Königin. Huldreichste Herrscherin! Wir, das Londoner Komitee der Dcpntirten der britischen Inden, in Vertretung der verschiedenen jüdischen Vereinigungen in dem vereinigten Königreiche, und wir, der Rath der Anglo Iewish Assoeiation, nahen uns dcmüthig unserer Königin zu dem Zwecke, ihr unsere ehrerbietigsten und tiesgefühltesten Glückwünsche zu dem 50. Jahrestage der Thronbesteigung Ew. Majestät darzubringen. Wir versichern Ew. Majestät, daß von den Kundgedungen der Liebe für unsere Königin, welche dieses bedeutungsvolle Ercigniß unter den Unterthancn Ew. Majestät in allen Theilen der Welt Hervorrust, diejcnige der Bekenner der jüdischen Religion in nichts an inbrünstiger Treue und aufrichtiger Freude zurücksteht. Durch die Einfachheit des häuslichen Lebens Ew. Majestät, durch die musterhafte Erziehung Ihrer königl. Kinder, durch Ew. Majestät streng gesetzmäßige Handhabnng der Negierung, durch die Reinheit Ihres Herzens, durch Ihre tiefe und cdelmüthige Theilnahme an allen Klassen Ihrer Unterthancn, und durch Ihre Anstrengungen, deren geistiges und materielles Wohl zu fördern, haben Ew. Majestät einen Glanz über alle britischen Monarchen auSgegossen und den Frieden, das Glück und die Macht des Reiches gehoben. Die britischen Juden haben besonders Ursache, sich an dem Jubiläum Ew. Majestät zu erfreuen, denn während Ihrer glücklichen Negierung sind die Schwierigfeiten, unter denen sie früher gelitten haben, nach und nach verschwunden, und sie sind nun aller gescttschastlichen und politischen Rechte Lheilhaftig geworden, die alle Unterthancn Ew. Majestät genießen. Wir bitten darum inständigst, daß die glorreiche Negierung Ew. Majestät noch lauge dauern möge, und daß cS Ihnen noch lange vergönnt sei, die Liebe und Dankbarkeit eines glücklichen, zufriedenen Volkes zu genießen, und die Bewunderung und Achtung der zivilisirten Welt." Dieser Zoll der Bewunderung, Liebe und Dankbarkeit ist in Wahrheit der Ausdruck aller jüdischen Unterthancn unserer glorreichen Monarchie. Gott segne und beschütze ihr theureS Haupt immerdar! Nutzland, ... y. Petersburg, Juni. Die Frage hinsichtlich der Berechtigung der ausgedienten jüdischen Soldaten zum Wohnen auch außerhalb der den Juden im Allgemeinen gestatteten Gouvernements ist in Folge eines konkreten Falles zu Gunsten der Juden von der obersten Behörde entschieden worden. Einem Juden, welcher seiner aktiven Militärpflicht genügt hatte, war der Aufenthalt in Schlüssel bürg gestattet worden. Er kam von dort hierher. Es wurde ihm aber von Seiten der Polizei aufgegeben, binnen drei Tagen die Stadt zu verlassen. Er legte gegen diesen Befehl Rekurs bei den! Hohen Senat ein, und dieser entschied sich dahin, daß solchen Inden der Aufenthalt in keinem Thcile des Reichs versagt werden könnte. Cs sind in der letzten Zeit von Seilen der höchsten Behörden einige Entscheidungen getroffen worden, welche darauf schließen lassen, daß man hier geneigt ist, den Gesetzen die möglichst liberalste und mildeste Auslegung zu gewähren. Im Allgemeinen ist auch zu beachten, daß die Unterbehördcn viel strenger Vorgehen als die oberen. Indessen würde man sich doch sehr täuschen, wenn man ans dieser humanen Gesinnung der höheren Regionen einen Schluß ziehen wollte aus eine allgemeine durch-- greifende Besserung der gesetzlichen Verhältnisse der Juden. ES scheint vielmehr die Absicht obzuwalten, Alles beim Alten zu lassen und nur in einzelnen Fällen eine mildere Praxis einznführen. Der Zustand der Inden wird dadurch in keiner Weise gebessert. Im Gegenthcil, er wird nur um so unerträglicher. Man hofft ans Grund einzelner günstiger Thatsachen auf eine Besscrgestaltung der allgemeinen Lage und findet sich dann immer enttäuscht. Petersburg, 17. Juni. Dem״NowojeWremja" zufolge beendete die Pahlen'sche Kommission zur Ne- Vision der Judcngesctze ihre Enqnote und arbeitet jetzt das dem Minister des Innern vorzulcgende Referat aus. Da der Aufenthalt der Inden in Baku allerdingS gesetzlich begründeten Schwierigkeiten begegnet, suchte das dortige Börsen-Komitü bei der Negierung nach, die gegenwärtig in Baku wohnhaften Juden dort zu belassen. ...x. Petersburg,!7. Juni. Wie verlautet, soll die Frage, ob die früher dem Militär angehört habenden Juden im Innern Rußlands wohnen und Geschäfte treiben dürfen, im verneinenden Sinne entschieden worden sein. ...2. Petersburg,!9. Juni. Das furchtbare Erdbeben inWierni hat auch unsere dortigen Glaubensgenossen schwer getroffen. So meldet dem ״Woschod" ein Telegramm ans Wierni, in welchem um schleunigste