Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1887)
- Article
- Deutschland : Altona [Nachricht]
- Date
- 1887-06-16
- Page
- 381 (sequence 2)
- Language
- German
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381 früher Jugend auf die ישיבת nach Gailingen, mit sich ganz und voll der תרדה widmen zu können. Später kam derselbe nach Karlsruhe und Mannheim, um seinem Studium unter der Leitung des Rabbi Jakob Ettliugcr זצ״ל obzuliegen. AIS Letzterer zun! Rabbiner in Altona vor nunmehr 53 Jahren ernannt wurde, kam er zugleich mit Rabbi Eljcckim Gcz Schlesinger in Hautbürg hierher, um sich hier einen Wirkungskreis zu schassen und ganz den תורה עבורה ולה שלשה עמודי העולם ZN leben. Nur Derjenige, der den Verstorbenen näher kannte, vermag sich einen Begriff davon machen, was derselbe besonders in der Ausübung der מצות ת") leistete. Er war eine Reihe von Jahren יבצר דה־׳ק דקנרנים ודח״ק ב^ור הולים. Um die לח של אמת auszuübcn, war ihm kein Weg zu weit, keine Nacht zu dunkel und kein Wetter zu schlecht. Unermüdlich war er beflissen, die Leiden der Kranken zu mildern, die Tobten zu bestatten, sowie Trauernde zu trösten. Wie geachtet und beliebt der Verstorbene war, davon zeugte das gestrige Leichenbcgänguiß. Von Altona und Hamburg kamen Schaarcn seiner Freunde und Verehrer, um ihm das letzte Geleite zu erweisen. Im Stcrbchansc sprachen der langjährige Freund des Verstorbenen, Rabbi <51 jaftm Ge;, Klansrabbiner in Hamburg, sowie Namens der ה׳ק ב״ה der zweite Vorsteher Herr A. I. Möller tiefempfundene Tröstnngsworte. Ebenso haben in warnten Worten Herr CbcrrabOincr Dr. Löb, sowie Herr Klausrabbincr Munk auf den! Friedhöfe nochmals die zahlreichen Verdienste des Verstorbenen hcworgehoben, und forderten die Traucrvcrsammlung auf, das Aitdcnkcn desselben dadurch zu ehren, daß sie sich bestreben, ihm in Ausübung der מצות nachzueifern, wie derselbe auch bei Lebzeiten immer bestrebt war, Andere, worunter auch Schreiber dieses, zur Erfüllung der ihm so am Herzen gelegenen מצות של לה anzuhalten und ihnen die nöthigc Anleitung zu geben. So möge denn das ehrenvolle Andenken, welches der Verstorbene sich durch sein Wirken gestiftet, den Hinterbliebenen als Trost dienen, und möge ihnen das זבות der von ihm ausgeübten מצות beistehen. בלע המות לנצה ומחה הי דמעה מעל בל פנים. Jakob H. Wagner. Oesterreich-U ngaru. *||* Pest, 8. Juni. Im Kreise der hiesigen Ncformgcmcinde ist ein cigcnthümlichcr Streit entbrannt. Einer der weifen Väter der Gemeinde, ein Mitglied des Vorstandes, Herr Deut sch ist der Name dieses Weisen — hatte eine unruhige Nacht. Die Sorge um das Wohl der Gemeinde scheuchte den Schlaf von seinem Lager. Welche ״Verbesserung" kann man noch in dem Kultus der großen Synagoge einführen? dieser Gedanke beschäftigte den Wackern während der ganzen Nacht. Freilich ist der Kultus schon sehr verbessert, aber nichts ist vollkommen unter dem Monde, ergo kann auch der SynagogenknltnS nicht vollkommen sein. Da hatte der Gute srcilich den Nagel aus den Kopf getroffen, aber was läßt sich an ihm verbessern? Schwieriges Problem; aber die Lösung tnnß gefunden werden. Er sinnt und sinnt — schon graut der.Morgen — da endlich hat cr'S gesunden. — Triumph! Er zieht die Decke über die Ohren und schlummert, den süßen Schlaf des Gerechten. Am nächsten Samstag wird die Gemeinde überrascht. O, cß ist etwas Wunderbares, noch nie Dagcwcsenes! Noch die späten Ettkcl werden den Namen des großen Deutsch preisen. Was in jener stillen Nacht dem hohen Geiste des Edlen vorgcschwcbt hat, cs wird heute zur Wirklichkeit — die Orgel spielt während der ״stillen Schcmonc׳׳Eßra"! Ist das nicht großartig? Die Gemeinde ist verblüfft,!lud zwar wohlgemerkt, die Ncformgcmcinde, welche sich sonst nicht verblüffen läßt. Und das will viel sagen! Leider befinden sich in derselben noch Einige, tvelchc noch nicht zu der hohen Stufe der Aufklärung eines Deutsch gelangt sind. Diese protestircn gegen diese wunderbar einzige ״Verbesserung". Schrecklich, aber wahr; man sollte nicht glauben, wie groß die Verblendung selbst noch bei einzelnen ״Aufgeklärten" ist, daß sie nicht das Erhebende, Großartige zu erfassen vermögen — ״Nille SchemoneEßra" mit Orgelbeglcituug! — Darob ist cs nun zu Zwistigkeiten gekommen. Das Große aber wird siegen, das Licht wird die Finstcrniß überwinden, und cS darf wohl als sicher angenommen werden, daß die ״stille Schemone- Eßra" 'mit Orgclbcgleitnng fortan zu den glorreichsten Errungenschaften des OrgeltcmpclS der Vudavcster Gemcinbc zählen wird. — Das ist das Allerneueste. —z—ß. Czeeze, Ende Mai. Der hier vakant gewordene Nabbincrpostcn wird demnächst wieder besetzt sein. Die hiesige autonom-orthodoxe Gemeinde hat vor Kurzem einhellig Herrn Trntzcr and Kolta zu ihrem Rabbiner gewählt. Herr Trntzcr hat seine rab» binische Ausbildung unter der bewährten Leitung des talmudisch und wissenschaftlich gelehrten Herrn Oberrabbiners PH. Schlesinger zu Gr. Tapolcsin genossen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß er gleich [einem verehrten Lehrer לי in streng orthodoxem Sinne als Rabbiner wirken wird. A. Vom Plattensee, 1. Juni. Im Gegensätze ׳ zu den abscheulichen und empörenden Ausschreitungen der Vrcßburgcr Kraxelhubcr, bin ich in der Lage, Ihnen von dem Phitoscmitiömns einer von kern» magyarischen Edelbaucrn stark bevölkerten Gemeinde zu rcfcrircn. Jn Kcneje hat vor einigen Tagen die Ortsrichtcrwahl stattgcsnndcn. Der Oberstnhlrichtcr ans Enying sollte als testimonium legale beim Wahlakt