Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1887)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1887-06-16
- Page
- 372 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932755-2932779-2935555--25239-2935590- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
372 Gesinnungen des Menschen tilgt, ohne welche der Mensch! umseinen göttlichen Adel und die Menschengcsellschaft! um das ihr bestimmte Ziel gebracht ist. Der zweite : Grundsatz *שליי שלך *שלך של, der alles Sonderrecht i des Vermögens anshebcn und eine völlige Gemein- - schastlichkeit alles Vermögens statniren niöchte. beruht ebenfalls auf einer beklagcnsivcrthcn Unwissenheit. Er hebt die Heiligkeit des Eigenthnmsrechts, und damit die Möglichkeit aller wahren Selbstständigkeit, zugleich aber ebenfalls die Möglichkeit aller freien Liebesthätigkeit auf. Denn nur wenn ich das, was ich für mich zu behalten berechtigt wäre und das zu fordern der Andere kein Recht hat, ihn: aus freiem Pflichtgefühl reiche, übe ich eine Liebcsthat. Gebe ich aber den! Andern nur das, was er allenfalls auch sich zu nehmen berechtigt wäre, so ist von Liebe zwischen uns keine Rede. Nur wo das Recht anerkannt ist. ist auch für die Liebe Raum, und nur wo auch die Liebe eine leitende Macht ist, wird dein Recht sein Heil schaffendes Ziel. Recht ist die Grundlage der Gesellschaft, Liebe ihre Vollendung. הסירות, die licbesthätigc Frömmigkeit, spricht: ich leiste Jedem von dem Meinen ohne Anspruch ans Wiedervergcltung שליי שלך, wenn gleich שלך שלך. 1)]4. Vier Gemnthsarten giebt es: geneigt, zu zürnen und geneigt, sich zu besänftigen, da. geht der Nachthcil in den Vortheil auf. Schwer zu zürnen und schwer sich zu besänftigen, da geht der Vortheil in den Schaden auf. Schwer zu zürnen und geneigt sich zu besänftigen, das ist ein Frommer. Geneigt zu zürnen und schwer sich zu besänftigen, das ist ein Gesetzloser. נוח לרצות, die Gemüthsart, die geneigt ist. nicht nur לתתרצות, sich besänftigen zu lassen, sondern לרצות, die, wenn׳ sie einmal Gelegenheit gehabt, zu zürnen, und auch heftig geworden, doch leicht geneigt ist, von selbst, ohne Einwirkung Anderer, sich zu besänftigen und den Zorn fahren zu lassen, ist eine so gute, wurzelt so sehr in angeborener Herzensgute, daß von ihr die gewiß nicht zu billigende Seite נוח לבעוס leicht gereizt zu werden, doch ausgewogen.wird. Einem Solchen wird, wenn er heftig geworden, in der Regel die Heftigkeit selbst leid sein und er dies auch zu erkennen geben. Ein solches Gemüth bleibt vorherrschend seinen Mitmenschen freundlich gesinnt und läßt den also Gereizten die Stimmung bewahren, die ihn und seine Umgebung beglückt. Hingegen, wer auch קשה לכעוס, schwer zu erzürnen ist, aber, wenn er einmal zornig geworden, den Zorn lange bei sich bewahrt und ארבע מדוח בדעוה נוח רבעו״ וטח לרצות יצא הסברו כש:רו• זקשה U דכעוט וקשה לרציה '«־א שכרו כהסברו• קשה לכעוס וטח לרעו ה הכיר• טח לכעוס ihn in sich zu stillem Groll werden läßt, dem wohnt in der Regel eine zu große Meinung von sich und von Dem inne, was die Menschen ihn! schuldig finb, und sein Gcmüth entbehrt die Herzensgute, die doch den Menschen adelt und ihm scinent Gotte ebenbi Mid) naher führt, der נושא ערן ועובר על פשע ist, und, da cs nie an wiederholter und ernster Gelegenheit zum Zürnen fehlt, erzeugt die Eigenthümlichkeit 7,שח לרצות eine Stimmung, die den Menschen leicht mit seiner Umgebung bleibend zerfallen sein läßt, darum -צא שברו בהפסדו. ,)15. Vier Arten Schüler giebt cs: wer leicht lernt und leicht vergißt, dessen Vortheil geht in den Nachthcil auf. Wer schwer lernt und schwer vergißt, dessen Nachtheil geht in den Vortheil auf. Vor leicht lernt und schwer vcrgißt, der hat das beste Thcil. Wer schwer lernt und leicht vergißt, der hat das schlechteste Thcil. Das leichte Vergessen ist oft eine Folge der zu großen Leichtigkeit des Lernens. Der Mangel an Anstrengnng läßt das Gehörte nur an der Oberfläche hasten und macht auch gleichgültig gegen das Behalten, da man sich sagt, sobald man wolle, könne man das Vergessene mit Leichtigkeit wieder erlernen. Während der Schwerlerncnde das, was er lernt, nur durch Austrengnng tind Wiederholung erreichen kann, dadurch aber auch das, was ihn! zu lernen gelingt, um jo unverlierbarer sich einprägt. So hebt dort der Mangel den Vorzug ans, wie hier der Mangel durch Vorzug ausgewogen wird. קשה לשבוע וקשה לאבר יצא הסברו בשברי-' מהיר לשמוע וקשה לאבד וו הלק בו: קשה לשמוע ומהיד לאבד זו הלק דע• (Fortsetzung folgt.) . Der Kkltt-Amth Orden?) Es ist bereits so viel über den Orden der ״Vene- Vrith" gesprochen und geschrieben worden, und die Ansichten darüber sind jo divcrgircnd, daß cs eigentlich überflüssig wäre, noch etwas in die eine oder die andere Wagschale zu werfen, da jeder der sich dafürJnteressirenden gewiß sich schon sein eigenes Urthcil gebildet hat, lvelches durch diese unsere Worte sicher nicht beeinflußt wird. Ans einen Punkt aber, der zu wenig hervorgehoben ist, möchten wir noch die Aufmerksamkeit der Leser dieser Zeitschrift richten. Dieser sogenannte Orden *) Dieser Aufsatz ifi uns von hochgeschätzter Seite anö Hamburg zugegangen.