Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1887)
- Article
- Cypern [Nachricht]
- Date
- 1887-05-26
- Page
- 335 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden flüchteten sich in ihre Wohnungen. Während des ganzen Tagcö aber wogten lärmende Schaarcn durch die Straßen, welche Schmähungen und Drohungen gegen die Juden ansstießen. Die Juden verrammelten ihre Häuser, und einige von ihnen begaben sich auf Ninwegen zu dem Stadthauptmami, um dessen Schutz zu erbitten. Dieser aber erklärte, daß er nichts thun könne. Man solle die Klage gegen die einzelnen Exzcdcntcn erheben und Zeugen stellen, dabei aber für jede Anklage Taxgcbührcn von 6 Schillingen erlegen. Die Pöbelwulh hat sich einstweilen wieder etwas gelegt. Die Juden schweben in steter Gefahr und wagen kaum, den geschäftlichen Verkehr fortznsctzen. Eö soll über die lässige Behörde der Beschwerdeweg direkt an die Königin von England beschritten werden. Amerika. 11. Newhork, Mai. Die Nabbincrkonfcrenz ״Jewish Ministers Association", welche alle halbe Jahr tagt, behandelte diesmal auch die Abfassung eines Gebetbuchs für die häusliche Andacht. Die ehrwürdigen Herren konnten sich aber über den Bericht deS von der frühcrn Konferenz eingesetzten Komittccs nicht einigen. Die Ansichten der sich orthodox Nennenden waren mit denen der Reformer nicht auszugleichen. Wenn cö den Herren mit der Orthodoxie wahrhaft ernst ist, so ist überhaupt schwer zu begreifen, was sie aus einer Verathung, in welche sie alljährlich zwei Mal mit den Reformern ein treten, erhoffen. Hier gilt doch nur ein Entweder — Oder. Entweder ist die Reform als ein gleich berechtigtes Jndenthiun anzuerkenncn, oder nicht. Ist sie es, so laßt euch doch von ihr überstimmen, ist sie eS nicht, so verleugnet ihr die Orthodoxie, indem ihr durch euer Zusammeutagen mit den Reformern sie dennoch als solche anerkennt. Eure Halbheit schadet der Sache dcö wahren JudcnthumS mindestens soviel wie die Reform. Ihr aber macht Euch nur lächerlich und zwar zunächst in den Augen der Reformer. Ist es denn nicht eine Erbärmlichkeit, daß ihr, da ihr euch mit den Reformern über das Gebetbuch nicht einigen könnt, die Sache der Kommission überlassen wollt, die doch auch von Euch mitcingcseht ist. Wenn diese im Sinne der Reform ein Gebetbuch abfaßt und herausgicbt, so thnt sie das doch auch in enerm Namen; sie ist ja eure Kommission ebenfalls so gut wie die Kom- Mission der Reformer. . .. 11. Newyork, im Mai. Die Zudringlichkeit, mit welcher oft seitens der Sendboten, die zur Bekchrung der Juden ausgcsandt werden, vorgcgangen wird, ist sattsam bekannt. Nicht minder ist cö bekannt, wir diese sogeuanntcu Iudenmissionäre in läppischer Un» wlssenheir das Werk der Bekehrung zu vollziehen vcr« suchen. Als ob die Juden einfältige Narren wären, nahen sich ihnen diese Prediger und glauben, mit einigen kühn ausgestellten Phrasen die Uebcrzcngung von Thatsachen den Ungläubigen ausdrängcn zu können, welche selbst von den Gläubigen nur auf Grund eines anerzogenen Glaubens als Wahrheit anerkannt werden. Das würde aber immerhin in jüdischen Kreisen die Achtung vor einer ehrlichen Ucberzeuguug und einem wohlgemcintcu BekehrnngSeifer nicht erschüttern. Wenn aber die Mission sich unwürdiger Personen zur Verbrcitung des Christeuthums unter den Inden bedient, Personen, denen nichts heilig ist, als ihr eigener materieller Lortheil, dann sollte in christlichen Kreisen dagegen Verwahrung eingelegt werden. Ein solcher Jndcnmisssonär NamcnS Dwyer ward hier kürzlich vor Gericht gestellt. Derselbe war angcklagt, seine Frau böswillig verlassen zu haben. Er nahm die Thatsachc nicht in Abrede, suchte aber zu seiner Entschuldigung vorzubringen, daß sein Geschäft in letzter Zeit so schlecht ginge, daß er jcine Frau nicht alimentircu könne. Er sei Juden Missionar und erhalte Provision für jede Bekehrung. Da es ihm nun aber nicht gelinge, ein Geschäft zum Abschluß zu bringen, so habe er in letzter Zeit keine Einnahme gehabt. Diese Aussage und das ganze Auftreten des Mannes, der die Judenbekehrung sein Geschäft nennt, macht hier in christlichen Kreisen sehr peinliches Aufsehen und läßt den Gedanken reisen, die ganze Judenmission für die hiesige Stadt aufzngebcn. 3tifernte werden die Zspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 25 Pfg. berechnet. t$״t׳ Für den Inhalt derselben übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. m v W d ■mv JnsertionS- und AbonnementS-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kaussmann daselbst, ohne Preiserhöhung. lttld MW-AHM und Oemiitla^krniike כשי Bad Sollte! כשר Saison-Grössmmg Sonntag2 .22 ־v£ai. Hotel Braunseliweig. für p 1 S'aiju (Zahnstation) bei Coblenz a. Rh. Seit 1869 bestehend. Ansö Komfortabelste eingerichtet. Aufnahme zu jeder Zeit bei mäßiger Pension. — Für geistig;llrülsgebliebcire Kinder besondere Ab- (Heilung. Prospekte und nähere Auskunft durch die Unterzeichneten. M. Zaeoby. Dr. Behrendt. Dr. Noserrthal.