Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1887)
- Article
- Rechenschafts-Bericht des ständigen Hülfs-Komitees für die Nothstände russischer Israeliten zu Memel, für die Zeit vom 1. Januar 1886 bis 1. April 1887
- Date
- 1887-05-26
- Page
- 332 (sequence 2)
- Language
- German
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332 und kleinere!! Sendungen 32662 M. 81 L cingcgangen, hinzu famcu 2 470 J6, welche in Memel selbst gesammelt worden waren. ׳ Am!. April dieses Jahres hat die Zahl der hicrhcrgclangtcn Gaben 1160 bctragen, welche eine Summe non 43167 viL 70 .Z darstelltcn. Das Geld war bereite au dem genannten Tage bis auf 78 JtL 70 verausgabt. Was weiter mit all den Unglücklichen geschehen soll, welche ohne Unterstützung sich nicht Helsen können, müssen wir Gott anheimstclleu. Mit der genannten Summe wurden 1101 Personen, darunter auch 17 christliche Ausgewicscne niit zusammen 67 Personen, unterstützt und zwar derart unterstützt, daß sie nach überseeischen und andern außerdeutschen und außerrussischen Lander!! gelangen konnten. Unsere AnSgewicscncn und Auswanderer waren zumeist russische Flüchtlinge, welche nicht nach Rußland zurücklehren dursten, oder Personen, deren russische Heimath nicht mehr zu ermitteln war, und die darum die Grenze nicht überschreiten durften. Das KralikenhauS für mittel- und hülflose Kranke, welche uns aus. Rußland zugcbracht werden, hat in diesen! sechszchuten Jahre seines Bestehens wieder einer grossen Anzahl armer und leidender Glaubensgenossen Beistand imd ärztliche Hülfe gebracht. Diese Hülfe erstreckt sich auch auf viele Kranke, welche das HauS!licht ansnchmcn kann, durch unentgeltliche Gewährung von Speisen und Medizin. Während des JahreSlanfeS bctrugen die Einnahmen der Krankenkasse, welche sämmttich hier am Orte aufgebracht werden mußten, 7898,22 J(lf die Ausgaben 7 543,14 J6, Kassenbestand an! 1. April 353,08 JL Den Beschlüssen der vorjährigen Vcrsammlnng gemäß ist im vorigen Sounner daö Kranken- HauS mit einem neuen massiven Stallgcbäude versehen worden. Die von der Königlichen Negierung konzessionirte Elementarschule für arme russische Kinder hat mit den Ausweisungen eine schwere Krisis durchzumachen gehabt. Bei der Feier des SedanscstcS 1685 hatte die Schule noch die stattliche Zahl von 91 Schüler aufzuweiscn. An der Ehauncka- (Wcihefcst) Feier desselben Jahres war diese Zahl bcrcitS auf 52 herabgcgangen. Als wir dieselbe Feier im verslosscuen Jahre begingen, waren nur noch 23 5kindcr vorhanden. Scitdcrn aber hat die Schülcrzahl sich wieder gehoben, so daß jetzt wieder 36 Schüler die Schule besuchen. Die dreiklassigc Schule hat jetzt auch nur noch einen ordentlichen Lehrer, Herrn Moses. Die Schule besitzt nunmehr ihr eigenes Grundstück mit Wohn- und MirthschaftSgcbände. Im Wohngebäude sind zwei Schulzimmcr eingerichtet. Die übrigen Raume dienen zu Wohnungen sür Lehrer und Gcmeindebcamtcu. In dem daranstoßendcn Garten ist im verflossenen Jahre eine kleine, aber gar hübsche Synagoge ausgcbant und am Nosch Haschono (Neujahr) 5647 dem Gottesdienste übergeben worden. Die Einfünfte der Schule bestehe!! fast ausschließlich in den 3!/2 prozentigcn Zinsen von 50 000 J6.r welche der Schule von den! ehemaligen ״Deutschen Zentral-Komitee" zu Berlin (Vorsitzender: Herr Justizrath Makower) geschenkt und dem Vorstände der Synagogen-Gemeinde zur Verwaltung übergeben worden sind. Mit diesem geringen Einkommen von 1 750 Jk muß die Schule auszukommen!! suchen. Die Zusammensetzung dcS Komitees ist auch für daö folgende BereinSjahr dieselbe geblieben. — Die herkömmlichen ViertcljahrSsitzungcn haben regelmäßig stattgefunden. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Rechnungslcgung einer jeden der drei Kassen des Komitees, der UntcrstützungSkasse, der Krankenhaus-Kasse und der Schul-Kassc. Einnahmen und Ausgaben sammt deren Beläge wurden sorgfältig geprüft und der vierteljährige Abschluß einer jeden Kasse von dem gcsammten Komitee mit dem EntlastungSvcrnrerk versehen. Außer diesen ordentlichen haben noch eine Anzahl außerordentlicher Sitzungen je nach Erfordern iß stattgefunden. Memel, Ende April 1879. Das ständige Knl'fsüomitee für die ^lotystättde rnsstscher Israeliten. Rabbiner Dr. N ülf, Vorsitzender und Schulvorstehcr. S. Bloch, Verwalter der Unstützungskasse.- R. MargulicS, Verwalter des Krankenhauses und seiner Kasse. L. Hillclsohu. Leiser Lewy. I. M. Schapiro. Korrcspoüdcilzcn m!d Nachrichten. Deutschland. 0. Berlin, 24. Mai. Das Votum des Reichstags in Angelegenheit des von dem deutschen Thierschutzvcrbandc gegen das Schächten cingcbrachten Pctitumö findet bei hervorragenden konservativen Organen kein Gefallen. Wenn bis jetzt betont worden ist, daß sich die den Juden feindliche Haltung der christlichsozialen und konservativen Parteien weder gegen die jüdische Religion noch gegen die Juden im Allgemeinen, sondern lediglich gegen die mit den! Freisinn und der Sozialdemokratie verbundenen Juden, sowie gegen die angeblich ökonomische und soziale Interessen gefährdende jüdische GeschäftSgcbahrung richtet, so wird diesem durch daö Mißfallen über die Annahme dcS Windthorstscheu Antrags geradezu widersprochen. Was hat die jüdische Schlachtwcise mit allen diesen vermeintlich hochpatriotischen. Bedenken zu thun? Mißgönnt man den