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Jeschurun · 1887-05-19 · Heft 20 (19.5.1887) · p. 308

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 20 (19.5.1887)
Article
Pirqe avot
Date
1887-05-19
Page
308 (sequence 2)
Language
German
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308 י, a;1 sich der sinnlichen Welt augehörig, im Dienst des sittlichen HcilcSfortschrittS dcö Menschen stehen. Das nach &. B. M. 34, 6 unfindbare Grab Moses steht aber mit dieser Ünfindbarkeit im Dienste unseres geistigen und sittlichen Zieles, das wesentlich durch eine an Abgötterei grenzende Verehrung hätte gefährdet werdet können, die durch ein Wallfahrten zn dem sichtbaren Grab Moses ewige Nahrung gefunden hätte. אילו, der nach der Hähern Orts znrückgehaltcnc» Opferung Isaaks sich dem Abraham zum Opfer darbictcndc Widder ward daö symbolische Vorbild aller künftigen Opfer, in welcher der Mensch sich, all sein Sein, Können, Wollen und Vollbringen der Erfüllung dcö göttlichen Willens für alle bevorstehende Folgezeit opfcrwillig hingiebt. /מ*». Diesem Satze liegt die Anschaunng zu Grundr, daß das erste Schassen einer Zange bereits das Vorhandensein einer, somit durch göttliche Veranstaltung dargereichtcn Zange zur Handhabung dcS glühenden Metalls׳ vorausgesetzt habe, demnach wie Gott das erste Kleid dem Menschen gegeben hatte (k.B. M. 3, 21), der Mensch auch das erste Werkzeug Gott verdankte, und wäre damit, wie der menschlichen Kleidung, so auch der menschlichen Industrie die höhere sittliche Weihe und Bestimmung zugcsprochen. (Fortsetzung folgt.) Achriftstellkrisllie MilMM Bon Pcniel. II. Ein begeisterter Jude, jüdischer Patriot, Freund und Wohlthütcr seines Volkes. Die in der Ueberschrist genannten und diesen ahnlichen Bezeichnungen nehmen in bctu modernen SchriftstellMhnm eine sehr gewichtige Stelle ein und haben auch in den Kreisen der Gesehcötrencn Eingang gesunden. Sie gereichen den damit Belegten zur ehrenden Auö- Zeichnung und vindizircn ihn; Werthschätzung und Liebe. Selbst in gcsetzestreucn Kreisen pflegt mau oft zu sagen: Freilich ist cS nicht in Abrede zu nehmen, daß Dieser und Jener, den man ein solches omlbetou onums verleiht, keineswegs ein frommer Jude ist, freilich ist cS wahr, daß er die Gebote Gottes fortwährend mißachtet und ihnen zuwider handelt, aber er liebt doch die Inden und sucht deren Wohlfahrt durch persönliche und materielle Opfer zu fördern. Wenn man jedoch der Berechtigung jener durch die moderne Literatur gang und gäbe gewordenen An- Wendung solcher ehrenden. Bezeichnungen eine ernste und unbefangene Untersuchung angcdcihen laßt, so gelangt man nicht nur zur Erkenntnis; dcS schreienden Widerspruchs zwischen diesen und dem Objekte, dem sie beigelegt werden, sondern auch zu der Gefahr, welche ans dieser mißbräuchlichen Anwendung und Begriffsfälschung droht. Man war bis in die Gegenwart gewohnt, die Bezeichnung ״Freund der Juden" lediglich ans ausgezeichnete Männer nichtjüdischcn Bekenntnisses anzuwenden, Männer von Edelsinn und Humanität, welche auch den Juden Wohlwollen und Gerechtigkeit angcdcihen lassen. Mit diesem Begriffe verband man die höchste Anerkennung und Dankbarkeit und zwar im vollsten Rechte. Wenn man aber von einem Inden als besonders rnhmcnSwcrth hcrvorhebcn will, daß er die Juden Liebt, daß er den Inden Wohlwollen und Achtung entgcgcnbringt, so üwolvirt dieses in Wirklichkeit eine Herabwürdigung, einen Schimpf, wie ein solcher kaum in höherem Maße ausgesprochen werden kann. Ein Jude liebt den Inden, ein Jude ist ein Freund der Inden, ein Jude hegt Wohlwollen und Achtung füc die Juden — gereicht eine solche Hcrvorkehrung der Liebe und Freundschaft, des Wohlwollens und der Achtung eines Juden gegen die Juden, eine solche Anführung der natürlichsten Empfindungen und Gesinnnngen, welche wir stillschweigend bei einem jeden unverdorbenen Menschen gegen seine Brüder, Stammcs- und Glaubensgenossen voranSzusetzen berechtigt sind, Demjenigen, bei welchem diese Hcrvorkehrung nothwcndig erscheint, nicht zur größten Unehrer Läßt sie doch darauf schließen, daß man von den! Betreffenden eigentlich das Gegenthcil annehmen müßte, weil er sich im Allgemeinen seiner Brüder, Stammes- und Glaubensgenossen durchaus entfremdet hat. Unsere modernen jüdischen Schriftsteller — nament-!ich die russischen, welche der Verfasser dieses kleinen Essais speziell im Auge hat — haben eine ganz neue Theorie ausgestellt. Sie haben die Frage aufgeworfen, ob man nämlich unter dem Begriff ״Jude". Vorzugsweise die Abstammung oder das Bckenntniß als das eigentliche Wesen der also benannten Menschen zu vcrstehen habe. Das eigentliche Ziel dieser Frage ist im liefern Grunde kein anderes gewesen als der vollendete Bruch mit dem Judcnthum, mit dem GottcSgcsctze hcrbeizuführen. Haben wir nur deshalb daö Recht, uns als Juden zu suhlen, weil wir Bekenner dcö JudcnthumS sind, weil das uns-zu einem Volke einende Band der Gehorsam und die Treue, die verpflichtende gemeinsame Anerkennung des Gesetzes ist, so wird Derjenige, welcher dieses in Gewissenhaftigkeit erfüllt, der wahre jüdische Patriot, der wahrhaft begeisterte Jude, der wahrhafte Freund seines Volkes sein. Derjenige aber, welcher

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