Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 15-16 (21.4.1887)
- Article
- Österreich-Ungarn : Aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1887-04-21
- Page
- 252 (sequence 1)
- Language
- German
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232 ' UM Mgarm. Es überrascht mich, daß der Verfasser der ״Kollektiv-Berichte" nicht mit konkreten: Falten den Umstand illustrirt, daß zahlreiche orthodoxe- Rabbiner mit der Ausschließung der Zt2tn8-<1u0-Gen.reinden es keineswegs ernst nehmen. -- In H o t or n snngirt der Eidam eines orthodox sein wollenden Rabbiners. — Der Rabbinerder K ongreß gemeinde zu Török- Szt.-Mikloö hat sich mit der Tochter des orthodoxen Rabbiners ans Karczag verlobt. — Der frühere Rabbiner ans HallaS, gegenwärtig Rabbiner der orthodoxen Gemeinde zu Paks, hat vor Jahren , seinen Eidam in die Kongreß gemeinde zu.Csab-Rendeg als Rabbiner gebracht. — Die Liste könnte noch sehr erweitert werden, doch ich will mit diesen Zeilen nur die Anregung zu weiteren Ausführungen geben. — In. der.Eintheilnng der Matrikbezirke werden fortlaufend amtliche. Aenderungen vorgenommen, und so hat die Ordnung 'angestrebte Neukreirung . der Matrikbezirke nur heillose Unordnung im Gefolge. Die Aenderuugeu geschehen zum Theile auch wohl zu Gunsten der orthodoxen Partei, dennoch wäre die Festsetzung eines SchlußterminS für die Reklamationen sehr angezeigt. — Herr Rabbiner Lasar Löw. hat der Berufung als Ober-, rabbiner nach Ungvär Folge gegeben, wird aber auch die rabbinischen Agenden der orthodoxen Gemeinde zn Ujhely versehen. — Das antisemitische Tageblatt ״Firggetlensög" wird demnächst das Zeitliche segnen, und in RegierungSkreisen bereitet man einen Gesetzesartikel vor, um jede antisemitische Anwandlung im Keime zu ersticken. — Das Pester Nabbinerseminar hat wieder drei Zöglinge entlassen. Alle drei zusammen habennicht das taimudische Wisien eines mittelmäßigen Äeschiba-BachurS; thut nichts, es hat jeder besonders die Autorisation erlangtl — Zu dem trefflichen Artikel über Mendelssohns religiöse Richtung inden jüngsten Nummern des ״Jeschnrun" finde ich zu bemerken, ׳daß dessen vertraute Freunde und Schüler' seine konservative Richtung mißkreditiren wollten. 'So schrieb Aaron WolsSsohn in' seinem ״׳Jeschurun" Seite 115: ״Zwar hat der selige Mann (Mendelssohn) in seinem irdischen Leben das Zeremonialgesetz beibehalten und es treulich befolgt.; allein dieses geschah ans eben derselben reinen und weisen Absicht, die auch der Stifter der christlichen Religion hatte, daß er, nach dem Gebrauch der damaligen Juden, das Passahfest feierte und das Osterlamm aß, oder daß er öffentlich predigte: ,,ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz der Propheten aufzulösen" rc. — Das gegenwärtig in Frankfurt erscheinende" Organ deö Mendelssohns-Vereins״, welches auf Inden und Judenthum.so lustig losschimpst, daß-selbst Stöcker - und Rohling oder unsere Jst-xzys und Zimandys zu ihm in die Schule gehen dürften, macht dm Namen Mendelssohn mkonservativen Kreisen nicht minder ünpchu-;•r .;!•■■ ''־ .Yeritas;:.‘; Holl^an^H ' 1^->:׳ Amsterdam, 17. April. Das wären Herr׳ liche Tage, die wir verlebt haben. Mit dem Feste der Befreiung aus Aegyptens Sklavenjoch feierten'wir׳ zugleich den 70. Geburtstag unseres geliebten. Königs, des erhabenen Monarchen .des freien Hollands.' Und ist' allüberall die treue Anhänglichkeit an des Landes Obrigkeit deö Juden religiöse Pflicht,' in unserem gesegneten Lande kommt noch das innigste׳ Gefühl grenzen-, loser Dankbarkeit hinzu, um in dem'Glücke unseres erhabenen Herrscherhauses iniser eigenes Glück zu finden^' Unserer Stadt wird jedes Jahr im April-, die. Ehre zu Theit, von Sr. Majestät nebst Höchstdessen Familie besucht zu werden, und so'wurde denn beschlossen,' die Feier des. 70. Geburtstages (IR Februar)^ bis züm April zn verschieben.' Daß wir Juden uns in Mitten unserer Mitbürger an Allem in regster Weise betheiligt haben, ist ja selbstverständlich, aber es freut uns herzlich, konstatiren zu können, daß unser Juden viertel von Jedem in erster Reihe genannt wird. ES -würde zu weit führen und den uns zu Gebote stehenden -Räum weit überschreiten, wollten wir Einzelnes hervorheben, auch läßt sich das Gesehene und Erlebte nicht beschreiben, man muß es gesehen und erlebt haben. Auch dem Äudenviertel wurde die Ehre eines Besuches Ihrer Majestät der Königin zu Theil, Sr. Majestät ist leider 'durch ein Unwohlsein verhindert, an den Rundfahrten, wahrhaften Triumphzügen, Theil zn nehmen. Als die königliche Equipage in die Valkenbnrgerstraat einbog, erklangen die Töne dcS ברוך הנא,, öon einem‘gut geschulten Chore vorgetragen. In der in dieser Straße befindlichen Synagoge des Vereins NM waren die Fenster ausgchängt, die Synagoge selbst festlich beleuchtet, und ein anderer Gesangverein trug das הנותן השועה vor. Ein Exemplar dieses Königsgebetes wurde in hebräischer Sprache und holländischer Uebersetzung Ihrer Majestät überreicht, auf Pergament mit goldenen Buchstaben, .in weißem Atlas gebunden. Während der Dauer deö Vortrages ließ Ihre Majestät die Equipage vor der Synagoge stillhalteu. Der Jubel und die Begeisterung des Viertels spottet jeder Beschreibung, gar manches Auge war mit Thränen gefüllt. Tief gerührt richtete die holdselige Königin an die Festkommission die Worte: ״Ich danke Ihnen sehr, meine Herren, und werde dem Könige von Ihrem so herzlichen Empfange erzählen!"- . ' . - 8ittß:tanb.:;;,: ׳* W^schlM, 18. April. Nach Angabe bc$; ״Duiewnik WarözawSki" erhalten handeltreibende aus---