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Jeschurun · 1887-04-21 · Heft 15-16 (21.4.1887) · p. 250

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 15-16 (21.4.1887)
Article
[Rezension] / Am. Sr.
Date
1887-04-21
Page
250 (sequence 1)
Language
German
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NeUgwse Zertfragsn. Von vr. L. Münz, Nabbmer in Kempen. Berlin. .Verlag von M. DrieSner. DaS Titelblatt der uns vorliegenden Schrift ließe vermuthen, dieselbe enthalte bloS akademische Vm< tilirungen der ״Religiösen Zeit fragen", in Wirklichkeit aber sind es fünf treffliche, formvollendete ״Kanzelreden", welche der Herr Verfasser einem weitern Kreise mittheilt. — ES war sehr praktisch, diesen Umstand auf dem ״Aushängeschilde" weise zu verschweigen.. Die schon ziemlich angeniachsene Predigtliteratur hat — mit wenigen Ausnahmen — nicht die Eignung, 'sich ein Lesepublikum zu gewinnen. Diese mag für. hirnlose ״Redner" ein dürftiger Behelf sein, nach mühsamem Memoriren eine ״Predigt" vom Stapel zu lassen,, aber, in die Familien dringen die gedruckten Predigten einmal nicht. Die phrasenreichen aber gedankenleeren Reformpredigten haben diesen Zweig der jüdischen Literatur in Verruf gebracht und wie sie. in die Herzen der ״andächtigen Zuhörer" niemals gedrungen, so gewährt man ihnen auch keinen Einlaß in die Häuser. ES ist bereits sprichwörtlich geworden .מפיהם ולא מפי בתבם ״Predigten sollen gehört, aber nicht gelesen werden".׳ Aber eS ist dies keineswegs zutreffend.׳. Schlechte,, nichtssagende Reden soll man auch nicht hören, gute, lehrreiche Reden aber soll man auch lesen. — Man nehme nur die und vorliegenden ״Religiösen Zeitfragm" zur Hand und. man wird sich überzeugen,. daß man auch ״Synagogal-Borträge" lesenswerth machen kann. -Diese ״Frucht der Lippen" wird als ein gesunder Keim auf den Herzensgrund des verständigen Lesers fallen, cö sind nicht ״prosaische, nüchterne, trockene Reden; nein, es sind schwungvolle und lebendige Worts, von Gefühl beseelt, von Begeisterung getragen," ES sind :הלב p דברים היוצאים Worte, die aus der-Tiefe eines warmen jüdischen Herzens gekommen und נכנסים ללב sic finden auch den Weg zu dem Herzen des Hörers und Lesers. Es sind תפוחי זהב במשכיות כסף דבר ״ דבור על אבניוdie Form schön und einnehmend wie Bilderwerk von Silber, der Inhalt noch viel Vorzuglicher, noch viel köstlicher, gleich goldenen Aepselu," durchweht, durchgeistigt und getragen von dem רוח הכמה ובינה דוה דעת ויראת ה'. ... - *' . Die erste Rede: ״Die Ausgabe.dcö Seelsorgers in der- Jetztzeit", sollte von jedem angehenden und auch von vielen bereits am-ürmden Rabbinern ' mit Andacht gelesen und wohl beherzigt werden....׳ •: Die zweite Rede: ״Me ist es in unseren.Zeiten möglich, bei der.Jngend eine religiöse Gesinnung bleibend zu begründen?" solltr nicht Min allen Lugendbildnern, 250 .sondern auch den von Gott bestellten Lehrern und Erzietzern der Jugend, den Eltern, tief mS Herz geprägt werden. . .. . Aus die dritte Frage: ״Was hat in der neuen Zeit den Niedergang .des religiösen Geistes bei den Juden herbeigeführt?"׳ crthesst nnö der Verfasser Ant- Worten, die sich jeder Jude Men sollte,', und die hier zum Ausdruck gebrachten Wahrheiten verdienen allcnthalben verkündet zu werden. Viertens. .,Das Zeugniß der Geschichte über die Bedeutung, des jüdischen Volkes'" macht dem gelehrten Verfasser alle Ehre. In der fünften Rede: ״Israels Trauer und seine Hoffnung" wird voll Begeisterung ansgcfnhrt,. daß der jüdische Missionsglaube dem aufrichtigsten Patriotismus keinerlei Abbruch thut. Solche Worte aus dem Munde des VersasserS der ״Drei Reden politischer Tendenz", werden in den. verschiedensten Kreisen und Schichten ihren Zweck nicht verfehlen. Wir können von diesen lehr- und. inhaltsreichen, gesühl- und überzengungSvollcn Reden nicht scheiden, ohne dem schon durch seine früheren Publikationen rühmlichst bekannten Verfasser für diese Gabe den aufrichtigsten Dank abzustattcn. ' Am. Sr. MrchMhWZell md Nachrichten. Deutschland.;; ... -a* Gegen die Petition der Thierschutzvereine hat sich der ״Verband der deutschen Fleischer" in . einer..Gcgcnpetition gewandt. . In Bezug auf die Schechita heißt eS darin: ״Sollte auf. Grund eingehender Prüfung.-der Frage sich in der That ein MWand ergeben und eine Verschärfung der strafgerichtlichen Bestimmungen zur Verhütung-der Thierqualereieu insbesondere auch beim Schlachten als nothwendig erweisen, .so soll dem in keiner Weise entgegengetreten werden. Wenn aber in der ׳Eingabe eine Vorschrift verlangt wird, daß-die Tödtnng der Schlachtthiere nur" nach vorausgcgangeucr Betäubung durch Bluteutzichuug erfolgen darf, so muß hierin, ein ungerechtscrtigeS Eingreifen in die ReligionSübung. der Israeliten gefunden werden. Denn, die Behauptung in der Petition der - deutschen Synagogeugcmeinden, daß die. Vorgänge beim rituellen Schachten nicht die von den ThierschtttzvereinenauSgcsproch^rL r scharfe -Ver- -urtheilmig rechtfertigen, vermögen wir, m Uebereinstimmung mit den sachverständigen Urthsilen Wissenschaftlicher Autoritäten aus Grund unserer eigenen Sachkünde und den vorliegenden Erfahrungen zu bekräftigen.

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