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Jeschurun · 1887-03-31 · Heft 13 (31.3.1887) · p. 207

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 13 (31.3.1887)
Article
Afrika : Tunis [Nachricht]
Date
1887-03-31
Page
207 (sequence 2)
Language
German
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207 cmferlcgt, und als diese nicht prompt bezahlt wurde, begann man die Juden zu maltratiren. Der englische Generalkonsul in Tanger hat sich der Mißhandelten angenommen. Asien. ~ lieber die Juden in Malabar hat die Zeitschrift ,.Chabazclcth" kürzlich einige Notizen vcrösfcntlicht. Die dortige jüdische Diaspora datirt ihre Ansiedclnna noch von den! babylonischen Exil her. und befindet sich in guten äußerlichen Verhältnissen. Während sie von תפלין nichts wissen und auch die ד' מיגים an סכות nicht kennen, feiern sic ט״ו שממי sehr festlich. Sic zeichnen sich durch ihre stattliche Erscheinung ans und haben Helles Haar. Die Hochzeiten werden sehr festlich sieben Tage lang begangen. Ihre ספר,* תורת haben sic ans der heiligen Stadt. Sie bewahren aber auch sehr alte Thorarollcn, welche ihrer Ansicht nach von ihren Vorfahren bei ihrer Vertreibung aus Palästina mitgeführt worden sind. Merschim. Nachgelassene Schriften von Salomo» Pletz- »er.!.Band. Predigten. HcranSgcgcbcn von L)1\ EliaS Plcßner, Rabbiner. 4. Lieferung. Frankfurt a. M. I. Kausfmann. 3 886. Tie Bedeutung Saloinon PleßncrS ist nach der Anschauung des Referenten noch lange nicht genug gewürdigt. Er war einer der Ersten mit, welcher die harmonische Vereinigung acht jüdischer Gesinnung und tiefer und umfassender jüdischer Wissenschaft mit profanklassischer Bildung und Wissenschaft zur Anschauung brachte. Seine Reden bilden nicht nur eine Fundgrübe köstlicher Gedanken über Judenthnm, sondern zeigen auch in jedem Satze die bestimmte Absicht der Belehrung und der Erweckung für die praktische Bethätignng des Gesetzes im Leben. Pleßner trat für die Erfüllung des ganzen Gesetzes auf und :nachte ziclbcwußt Front gegen die heranstürmendc Fluth der Reform. Er verschmähte die Phrase. Jedes Wort sollte einen wahren Gedanken anSdrückcn. Er kann in dieser -Hinsicht als ein klassisches Muster eines jüdischen Kanzclredncrs betrachtet werden. ES ist deshalb ein sehr verdienstvolles Werk des Sohnes, daß er den reichen Schatz, welcher ln dem Manuskripte der Predigten seines Vaters nicdergelegt ist, durch die Herausgabe derselben der Gesanuntheit zngängig macht. Die vorliegende vierte Lieferung reiht sich den vorhergehenden Veröffentlichungen würdig an. Sie enthält Reden über die Abschnitte des 4. Buchs des Pentateuchs in knapper Form und streng logischer Gliederung, welche zu einem eingehenden Studium der Thora und dcr Agada anrcgcn. Mögen diese ״Nachgelassenen Schriften•", ein kostbares Angebinde eines der edelsten Männer an seine Glaubensgenossen, in den jüdischen Hausern eine allscitige Ausnahme finden. X. Thencrste Glanbensgenosscu l Wohl sind wir uns bewußt, wie so oft die jüdische Wohlthatigleit 'in Anspruch genommen wird und wie mannigfach der Nus um Unterstützung an Euch herantritt. Aber wann hätten sich die Kinder Israels Grenzen setzen lassen, um snrdcr wohlthatig zu wirken. Es ist ja bekannt, Israels WohlthätigkeU kennt keine Grenzen, besonders da nicht, wo es ciusicht, daß Hülse in Wirklichkeit Noth thut. 2n dieser hülsöbedürsiigcn Lage befindet sich unsere Gemeinde. Am 28. September v. I-, gerade am Vorabend zu!ראש השגד bei dem großen Brande, der hier wüthete, hat uns das große Unglück getrosten, daß unsere Synagoge, sowie Gcmcrnde-Schulhaus ein Raub der Flammen geworden sind. Beide Gebäude sind bis zum Grunde nicdergcbrannt, und konnten mit knapper Noth und Lebensgefahr nur die heiligen Thorarollen gerettet werden. Die Synagoge nebst Schulhans, enthaltend Lehrerwohnung und Schnlzimmcr, wurden von uns im Jahre 1870 unter der größten Ansopscrung von nur 16 Mitgliedern, welche größtentheils unbemittelt sind, erbaut. Es hasten heute noch 2-1.00 M daraus als hypothekarische Schulden. Die Synagoge war nur mit 6000-//L versichert, mid bleiben uns dann nur noch nach Abzug der angeführten Schulden 2600 de. Vaukapital znm Anfbanen zur Verfügung. Die hiesige Gemeinde zählt jetzt 18 Mitglieder, von welchen aber kaum die Hälfte im Stande ist, einigermaßen beiznstenern. Thcnrrc GlaubcnSbrndcr und Schwestern! unser Loos ist sehr traurig; wir sind nicht im Stande, wenn nicht fremde Hülfe kommt, das Gotteshaus und SchulhauS wieder ausznbauen. Wir waren stets bemüht, wo sich Noth zeigte, zu helfen, unsere Hände waren stets osten bei jedem allgemeinen Ausruf und nun sind wir leider in der sehr traurigen Lage, unseren thcnercn Glanbensbrüdcrn die Hand bittend und hülscsnchend rntgcgcnsircckcn zu müssen. Jede Gabe wird dankend angeuonimen, die Unterzeichneten sind sammtlich berechtigt und bereit, Gaben in Empfang zn nehmen. Den Empfang werden wir s. Z. m. G. H. in jüdischen Blättern quittircn. Hünfeld, im März 1887. 3. Plant, H. Fürst, M. Stern, Kontrolenr. Kassirer. Borst, d. isr. Gemeinde. Ich bestätige den geschilderten Kr-ihstand der isr. Gemeinde Hünfcld und die Dringlichkeit allseitiger Unterstützung zur Aussührnng ihres frommen. Werkes. ׳ ' Fulda,' im Marz 1887. Br. M. Cahrr, PrLviuzial.Nabbiner.

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