Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1887-03-24 · Heft 12 (24.3.1887) · p. 178

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 12 (24.3.1887)
Article
Kaiser Wilhelm's Geburtsfest
Date
1887-03-24
Page
178 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932755-2932768-2934604--24557-2934650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

178 Arbeitssreudigkeit, Deiner schlichten Geradheit, Deiner einfachen, anspruchslosen LebenSgewohnheit tränkst Du daö Geniüth Deines Volkes, dessen Jugend zu Dir in Ehrfurcht emporblickt und in Deinem Vorbilde sich zn allem Edlen und Guten begeistert. DaS neu anfblühende Deutsche Reich hat sich des nicht hoch genug zn schätzenden Glückes zn erfreuen, daß sein glorreicher Kaiser von diesem in dem Psalmliebe besungenen Geiste erfüllt, ״die seit mehr denn sechzig Jahren ruhende Deutsche Kaiserwürde erneuerte" und in diesem Geist die Wiederherstellung des Deutschen Reichs vollzog. Deß ist unvergänglicher Zeuge die berühmte erste ״an daS deutsche Volk" sich wendende kaiserliche Kundgebung, welche im Hauptquartier zu Versailles am 17. Januar 167k erlassen wurde. Dieselbe schließt mit den ewig denkwürdigen wahrhaft kaiserlichen Worten: ״Wir übernehmen die kaiserliche Würde in dem Bewnßtscin der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reichs und seiner Glieder zu schützen, den Frieden zu wahren, die Unabhängigkeit Deutschtands, gestützt auf die geeinte Krast seines Volkes, zu vcrtheidigen. Wir nehmen sie an in der Hoffnung, daß dem deutschen Volke vergönnt sein wird, den Lohn seiner heißen und opsermnihigen Kämpfe in dauerndem Frieden und innerhalb der Grenzen zu genießcu, welche dem Vaierlande die seit Jahrhunderten entbehrte Sicherung gegen erneute Angriffe Frankreichs gewähren. Uns aber und nuscrn Nachfolgern au der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben deS Friedens ans dem Gebiet nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung." So begreift Kaiser Wilhelm der Siegreiche sich vor Allen! als Fürst des Friedens, der wie David seinem Sohne Salomo gewünscht,') ״fein Volk in Gerechtigkeit leitet, seinen Armen die entsprechende Rechtsordnung gcwährt,-der das Recht der Armen des Volkes vertritt, Heit schafft den Kindern der Ohnmächtigen, den Gewaltthätigen aber zermalmt." Und so ist Kaiser Wilhelm der Beglücker seines Volks, dessen Herz ihn! in Treue und Liebe cntgcgcnwallt, ״daS ihm-die Ehrfurcht zollt, so lange die Sonne scheint." Darum wird ihm die allgemeinste Huldigung auch des Auslandes zu Thcit. ״Alle^) Könige neigen sich vor ihm, alle Völker folgen seinem Ausspruche, denn er ist cs, der flehende Wehrlose rettet und den Armen, dem kein Beistand ist-So. möge sein Name für immer dauern und sich in seinen Enkeln noch wiederholen — durch ihn mögen alte Völker sich segnen und ihn stets preisen in de!n fortschreitenden Heile." Tffi 72. -) Daselbst. Men seinen Unterthanen ist Kaiser Wilhelm ein Segen, und sie Alle vereinen heute, da er das neunzigfte Lebensjahr vollendet, ihre inbrünstigen Gebete, daß Gott ihn, den rnhmgckrönten Fricdenöfürsten segnen möge, daß Er sein thenrcs Leben verlängere in Gesundheit und Kraft. Wir, die Bekenner des JudcnthumS,׳ haben aber ganz besonders die beglückende Pflicht der Dankbarkeit gegen den weisen, gerechten und gütigen Monarchen zn erfüllen. Denn er ist cs, der uns, denen so lange die volle Gleichberechtigung im Staate vorcnthaltcn worden, der uns, die wir so lange als ״flehende Wehrlose, als Arme die auf Erden keinen Beistand hatten," die gleichen Rechte wie!inscren Mitbürgern gewährte. Wir verehren in ihm den starken Hort gegen jede Rechts- Verkümmerung, die noch von mancher Seiten gegen unS geplant wird. Sein Kaiscrwort ist uns die sichere Bürgschaft, daß die Anschläge unserer Feinde nimmer Aussicht aus Gelingen haben werden. Des königlichen Vaters für die Inden begonnenes Werk ist durch den kaiserlichen Sohn auch an unS Juden zur Vollendung geführt worden. König Friedrich Wilhelm III hat in bau Edikte vorn Jahre 1812 die traurige Lage der Inden zu verbessern unternommen, Kaiser Wilhelm hat ihnen in dem neucrstandcu.cn Deutschen Reiche die volle Gleichheit gewährleistet. Als höchstes des Menschen Herz erfreuendes Glück wird in der heiligen Schrift von Joseph berichtet, daß er die Enkel seiner Söhne gesehen habe. Kaiser Wilhelm ist dieses Glück beschieden worden. Wie Kaiser Wilhelm der Erbe der hohen Tugenden seiner unvergeßlichen Eltern ist und die Gerechtigkeit und Biederkeit des Vaters mit der Mutter Herzgewinnender Güte in sich vereinigt, so sicht er seine Tugenden in seinem Sohne, dem Stolz des Vaterlandes, sortleben; und auch diesen umgeben bereits, blühende Kinder und Enkel, in welchen des kaiserlichen GroßvaterS und Urgroßvaters Geist sich erneuern möge. Gott segne Kaiser Wilhelm und sein ganzes HauS immerdar! Jur MkhlWckmg kt lWM'jHm NchMH M Ue^e«W« Me«. (Schwß.) Man könnte unserer bisherigen Ausführung vielleicht entgegenstellen, daß, die einseitige, im Dienste der Reform sich bethätigen'de Wirksamkeit Lazarus' und dessen hier bewährte Ungeschicklichkeit und Bedeutungslosigkeit zugestanden, dennoch die Möglichkeit einer ersprießlichen und hervorragenden Leistung in der Vertretung und Bertheidigung der deutschen Juden ihren Feinden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.