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Jeschurun · 1887-03-10 · Heft 10 (10.3.1887) · p. 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 10 (10.3.1887)
Article
Rumänien : Roman [Nachricht]
Date
1887-03-10
Page
158 (sequence 2)
Language
German
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158 in Anklagezustand versetzt worden. Sein schlauer Plan, die.Kirche zu berauben und die Schuld den Juden anszubürden, ist glücklicher Weise zu Schanden geworden. Die Einwohnerschaft ärgert sich nicht wenig, das; das Verbrechen, dessen sic die Juden zcihtcn, gar nicht von diesen, sondern von einem Geistlichen verübt worden ist. Die Inden aber können Gott danken, der die Wahrheit so bald an den Tag gebracht hat. Sie wären sonst zweifelsohne einer furchtbaren Verfolgung ausgesetzt gewesen. Spanien. M. Ans gegebene Veranlassung hat der Minister- Präsident vor den Kortcs in Betreff des Aufenthalts der Juden in Spanien erklärt, daß nach der Verfassung Niemand wegen seines Glaubens oder wegen Ausübung seines Kultus belästigt werden dürfe, auch Jeder nnbeschadct seines Bekenntnisses jedes Gewerbe und jede Hanthirung ansüben könne. Damit hat er nichts Neues gesagt. Eö leben ja thatsächlich in Spanien schon seit einiger Zeit wiederum Juden. Die Erklärung, daß den Juden die volle bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung, sowie die ungehinderte Ausübung ihrer Religion, insofern solche auch an die Ocsscntlichkeit treten sollte, gewährleistet ist, konnte aber von dem Minister nicht abgegeben werden, weil er sich bamit in einen Gegensatz zu der Verfassung und den Gesetzen dcS Landes setzen würde. Türkei. * Ranca. Als am 14. Februar der Gouverneur der Insel Kandia, KostiS Pascha, nach dieser bedeutendstcn Stadt seines Regierungsbezirks kam, wurde er auch von der jüdischen Gemeinde feierlichst begrüßt. Dem ,,Hajoez" wird hierüber ausführlicher berichtet. Der Oberrabbincr Abraham Eblagar hielt eine sehr beifällig ansgcnommene Ansprache, welche mit einem Gebete für den Sultan, den Pascha und das ganze Reich schloß und die große glänzende Versammlung so mächtig bewegte, daß sie atlcfaiumt in das Amen einstimmte. Der Pascha dankte km. Rabbiner ans das Allerherzlichste und suchte ihn am andern Tage in seiner Wohnung auf. — Die jüdische Gemeinde in Kan ca behauptet ein sehr hohes Alter, welches bis zu der Zeit der Zerstörung des ersten Tempels sich hinerstrecken soll. Urkundlich ist diese Behauptung jedoch nicht zu erhärten.׳ Manzeigt eine sehr alte Vcgräbnißstätte, welche zwölf Gräber enthält und den Namen ״Platz der zwölf heiligen Kandiotcn" führt. Diese Gräber sollen die Leichen von zwölf alten kandioüschcn Rabbinern enthalten. Man spricht hier unter den Inden nicht spaniolisch, sondern griechisch. — Als nt an kürzlich einen Umbau dcö Beth-Hamidrasch vornehmen wollte, traf man auf einen Stein, welcher die Inschrift trug: מיכאל הכהן ב׳כ׳ר, שבתי תנצבה הוספתי מביתי וקדשו/י לג״ה לכופר נפשי ואנותי ואהי ר׳ דוד סודרו הרש מכת שנת היק״בץ בניתי בית זבול לך מלך?!ולמיס. Dieser Stein ist also 455 Jahre alt. Amerika. li. Newysrk, 18. Februar. Die hier erscheinende ״Jewish Gazette" schreibt, daß vor einiger Zeit die. Prediger der Neformgemeindeu in Ncwyork uub Umgegcnd iii einer Versammlung beschlossen haben, dem Kongreß zu Albany eine Vorstellung folgenden dcnunziatorischen Inhalts zu unterbreitcn. Eö gäbe bei den orthodoxen Juden manche Personen, welche, ohne Nabbincr einer eingetragenen Gemeinde zu sein, Trannngen vollziehen. Sie, die Rcfornrprediger, bäten dicserhalb um Erlaß eines Gesetzes, durch welches solchen Personcn, die nicht von einzelnen Gemeinden als Nabbincr oder Prediger angestellt seien, die Vornahme von Kopulationen uerbofcit werde, sowie daß von solchen Personen vorgcnonnncnc Trauungen für ungültig er- Hält werden und sie selbst einer Gefängniß- oder Geldstrafe verfallen sollen. Die sieben Reformprediger in Newyork: Gottheit, Kohut, Jakobs, Mcndcz, Köhler und Wise haben eine solche Petition durch den Ne- Präsentanten Cramcr dem Kongreß vorlcgen lassen. A. Newyork, Februar. Man denkt in Europa daran, eine größere Anzahl russischer Glaubensgenossen nach Mexiko zu dirigiren. -Die mexikanische Negierung soll dieser Einwanderung nicht abhold sein. Herr Lioncl Samuel, welcher in Mexiko wohnt und sich mit Landwirthschaft befaßt, interessirt sich sehr für dieses Projekt. Man erwartet von London aus etwa 4—5000 Ein- Wanderer und stellt ihnen ein gutes Prognostiknm. In dem ״American Hcbrew" wird allerdings vor der AuSführung dieses Projekts gewarnt und angeführt, daß in Mex-iko eine größere jüdische Emigration sich auf Bigotterie und Borurthcil der Bevölkerung gefaßt machen müsse.' Diese Zeitschrift ist der Ansicht, daß der westliche Thcil der Bereinigten Staaten sich besser für ein größeres Emigrationöwerk eignen dürste.!lcbcr die 'jüdischen Merzte, inr Mittelalter, von Dr. Isaak M ünz. Berlin 1887. M. DricSner. 72 S. ז Mancher Schriftsteller, ist nur ein Schatzgräber der Wissen scherst; mancher hat aber außerdem noch die Gabe,

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