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Jeschurun · 1887-03-03 · Heft 9 (3.3.1887) · p. 143

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 9 (3.3.1887)
Article
Holland : Haag [Nachricht]
Date
1887-03-03
Page
143 (sequence 2)
Language
German
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143 sprach und daran seine Anerkennung knüpfte, daß sie alle FesteSvorbercit'ungen vor Eintritt dcö SadbathS getroffen und so in schönster Weise die Treue gegen den König mit der Treue gegen den König aller Könige vereinigt hätten. Frankreich. *** Paris, 27. Februar. Wenn überall die Inden die patriotischsten Bürger ihres Staates sind, so zeigt sich dies namentlich hier in Frankreich, und diese Thatsache findet auch ihre offizielle Anerkennung. Wir berichten Ihnen nicht immer von Ereignissen, wie z. B. des vor einigen Tagen erfolgten Avancements des Herrn Lcvi in Lille zu dem hohen Range eines DivisionSgcnerals. Trotzdem finden die Judenfeinde in Zeiten der Aufregung, wie gegenwärtig, Gelegenheit, für alles Nebel die Juden verantwortlich zu machen. So ruft man jetzt auf den Boulevards eine Schmähschrist gegen Juden zum Verkauf aus, die unter dem Vorwände von deutschen Kriegsgefahren zum Haß, ja zur Plünderung der Inden auffordcrt. Man wird eö bei ruhiger Ucbcrlcgnng den deutschen Juden in Frankreich doch wahrlich nicht a!S ein Verbrechen anrcchncu können, daß sie bei aller Gastfreundschaft, die ihnen Frankreich gewährt, nicht aushörcn, gute Deutsche zu sein, ebenso wenig wie man dies den nichtjndischcn Deutschen übelnehincn würde. Doch von den Juden wird innncr mehr verlangt. Wir erinnern uuS z. B. an die Zeit des polnischen Aufstandes. ES wird erzählt, daß der Gouverneur von Warschau damals den berühmten Rabbiner MeiselS habe rufen lassen und ihm befohlen, dafür zu sorgen, daß die Inden in dankbarer Anerkennung der väterlichen Behandlung seitens Alexanders doch den Russen zur Niederwerfung der Polen helfen sollten. Herr MeiselS soll darauf geantwortet haben: Wohl sind wir ewig dankbar für die Wohlthatcn unseres Kaisers Alexander, doch müssen ' wir nicht minder als die nichtjüdischcn Bürger Polen wie unsere Mnlttr verehren und können beim Streit von Vater und Mutter doch gegen letztere nicht treulos lmd undankbar Partei nehmen. Italien. ו׳ב׳ש Ans Italien, im Februar. Der Gründüng einer Akademie für israelitische Neligkonölvissen, schuft mit dem praktischen Ziele, den ilalitnischen Gemcinden gelehrte und für ihren heiligen Beruf degeisterte religiöse Führer zu erziehen, weiht gewiß mit mir ein jeder wohlgesinnte Israelit das wärmste Interesse. ES fehlte bislang an einer solchen Pflanzstätte jüdischer Wissenschaft in unserem schönen Lande. Darum begrüßen wir die neu errichtete Rabbiuerschule in Nom mit freudigen Hoffnungen. Mögen sie verwirklicht werden. Es liegt in der Hand der Lehrer und Leiter, ob daS junge Institut zum Heile oder zmn Unfuge werden soll. Es handelt sich vor Allem um den Geist, der daselbst gepflegt wird. Ist eS der Geist der Treue, die nicht wankt in ihrer Hingebung, die nicht mit sich feilschen läßt um' das heilige Erbe der Vater, so wird von Nom aus Leben und Gedeihen anSgehcu über die Gemeinden Italiens. Wird man sich aber blenden lassen von einem falschen Scheine und die Wege ver- - lassen, auf welchen die großen Ahnen gewandelt, dann wird Unheil ans dem Institute über uns kommen.! ,Hoffen wir das Beste. Die Akademie verfügt über folgende materielle Mittel. . Die Gemeinden 31! Nom, Padua, Modena, Florenz, Alessandria und Modena! steuern jährlich zusammen 5000 Lire bei. Die Ge-! mcindc zu Venedig und einzelne Privatleute haben zum j Fonds zusammen 15 000 Lire bcigctragcn. Baron! TrevcS de Bonsilt hat sich zu einer jährlichen Beisteuer von 1000 Lire verpflichtet. Inserate werden die Zspaltige Petitzeile 1 $ ft׳ ({&> 'f1׳ Für den Inhalt derselben übernimmt die oder deren Raum mit 25 Pfg. berechnet. <J4> A 4* W, Redaktion keinerlei Verantwortung. JnsertionS- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kauffmann daselbst, ohne Pniserhöhnng. Allcin-Berkaus. בשר Pepsin-Wein unter Ans sicht deö Herrn Rabbiner Dr. Pleßnerin Ostrowo empfiehlt als eigenes Fabrikat in Flaschen ä 0.75 M. und 1.50 M. ' .A. Goldstern Besitzer der Königlich Privil. Apotheke in Ostrowo, Posen. Lehrling gefischt. Lebe. ^08daods5, Frankfurt a. M. כשר Fatoslfiiö im Taunus. Dr. med. Hirsch’s KlimMe ürilflHjtott!r!!d KaliMssemußall für Brustkranke, Blutarme und Ncrvcnleidende, durch Neubau be»! deutend vergrößert und mit allem Komfort» \ Wintergarten rc. versehen. — Wittterkur. Ans bevorstehenden Pesach einrsthle mein Lager in säinmtlichen Kolouialwaarkn, alle Sorten gctrolkuctes Obst, Konserven, Ehocolade, Eacao, Kattosfelillrö!, Hamb. Kluudchcn, Gewürze, Trcstcrdraimtweiu und alten, ächten Slivawiy, Liquere, Spiritus, Essig und Essigessenz, Lutter re. in besten Qualitäten und zu billigsten Preisen. Frankfurt a. M. David Baues Fahrgasie t«. ׳ Referenzen Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Hirsch In Franlsnrt a. M.

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