Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1887)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1887-03-03
- Page
- 140 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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140 futfeancrn סן wie 3 männlichen Heiden zusammen. Die hierher gehörigen Personen gehörten fast sammtlich dem Personale der orientalischen Gcsandschasten an. J. Ans der Nheinprovinz, im Februar. Es ist eine zu bctamilc Thatsache, mit welchen Schwierigkeiten der streng religiös lebende Nciscnde zu tämpfcu hat, wenn sein geschäftlicher Beruf ihn in Gegenden führt, in welchen leider der religiöse DiffercntiSmuS Wurzel gefaßt hat. Mit desto größerer Freude wird er dann einen Platz begrüßen, in welchem er nicht mit den Entbehrnngcn, die er sich sonst anfcrlegen muß, 311 kämpfen hat. Als ein solcher Platz, welcher von den: religiösen Reisenden, der die dortige Gegend zu besuchen hat, stets freudig begrüßt wird, ist Elberfeld zu bezeichnen. Bekanntlich läßt Westfalen in religiöser Beziehung viel zu wünschen übrig und nur in sehr wenigen Plätzen ist dem jüdischen Reisenden Gelegenheit geboten, streng כשר lcben zu können. Elberfeld, in seiner Lage an der Grenze Rheinland-Westfalens, wird deshalb von religiösen Geschäftsleuten umsomehr besucht, seitdem sich dort die orthodoxe Gemeinde עדת ישרון gebildet hat, die cS sich zur heiligen Pflicht gemacht, alle religiösen Institutionen nach Kräften zu heben- und zu fördern. Schreiber dieses, welcher vor Jahren in Elberfeld verweilte, weiß umsomehr die Wichtigkeit und Bedeutung dieser für die ganze Umgegend so segcnbringenden Gemeinde zu schätzen und zu würdigen, da er Gelegenheit hatte die früh.reu traurigen religiösen Verhältnisse zur Zeit genau kennen zu lernen. Der sowohl in jüdischen als auch in anderen Kreisen seines ehrenvollen Charakters und seiner strengen Ncligiösitäl wegen rühmlichst bekannte Herr Vankdirektor George Marx ist eS, dessen ernergischern und opfcrsreudigent Eintreten die Gciueindc zun: großen Thcile ihre Existenz und ihr so herrliches Gedeihen verdankt. Zum großen Leidwesen seiner NcligionSgenossen in Elberfeld ist nun Herr Marx vor einen! Jahre von dort nach- Königsberg in Preußen verzogen mit dem allerdings frclldigcm Bewußtsein, daß seine Gerncinde auf dem von ihm angebahntcn Wege wackerweiter strebt. Eö ist eine höchst erfreuliche Thatsache, mit welch großer Aufopfcruug und Hingabe für unsere heilige Religion die Mitglieder dieser Gemeinde wetteifern הורה עבודה וגמילת הכריס nach Möglichkeit zu heben. Und ihr Streben ist Gottlob von Erfolg gekrönt worden. Die Gemeinde hat einen geregelten Gottesdienst, eine gute שהיסה und eine sich der allgemeinen Anerkennung erfreuende NcligionS- und Elementarschule, die nicht allein von den Kindern der eigenen Gemeinde, sondern auch vielfach von denen der Neforntgemcinde besucht wird. Gewiß ein sprechendes Zengniß für das Ersordcrniß einer jüdischen Elementarschule, welche in Elberfeld außerdem nicht vorhanden ist. Der Leiter dieser Schule, Herr Leopold Engelbert!), durch seinen in Barmen im dortigen Thierschutz-Verein gegen die Angriffe des Antisemitismus mit großem Bcifalle aufgenommenen Vortrag über die Schächtfrage rühmlichst bekannt, steht seinem Berufe mit regem Eifer, mit großer Umsicht und seltener Ausdauer vor. Dessen Leistungen fanden auch in der Gemeinde die allscitigc Würdigung und Anerkennung, und wäre cs zu wünschen, daß der in so regsamer Entwickelung begriffenen Gcmeinbe jene Kraft noch lange erhalten bleibe. Es liegt nun der עדת ישרוץ die Pflicht ob, ein den Anfordcrungen der Königlichen Negierung entsprechendes Schnllokal zu beschaffen. Da indes die Beschaffung eines derartigen Lokales mit großer Schwierigkeit verbundcn ist, so sieht sich die Gemeinde gezwungen, den Erwerb eines geeigneten Grundstückes rcsp. den Ban einer Synagoge und immenllich eines SchullokaleS anzustrcbcn. Die zunächst Bethciligtcn haben bereits relativ bedeutende Beiträge gezeichnet, allein ׳die Gemeindc ist nicht in der Lage, diesen projektirtcn Ban, der nicht nur für die Fortentwickelung derselben, sondern auch für die Erstarkung des gcsctzcSlrenen Indcnthumö im Rheinland und Westfalen von sehr hoher Wichtigfeit ist, ans eigenen Mitteln erstehen zu lassen. Die Gründung und Unterhaltung einer Schule und eines Golteöhauscs ist doch gewiß ein gottgefälliges Werk, daS jederzeit die opfersrendigc Unterstützung aller wohlwollenden Gesinnungsgenossen verdient. Die Unter- Haltung und Förderung dieser Institutionen in Elberfeld aber verdient eine ganz besondere Berücksichtigung, weil thatsächlich in keiner Gegend das Indenthum so vcrnachlässigt war, wie in der dortigen. Mögen die Reichbegüterten in Israel dieses der dringenden Nothwendigkcit entsprungene Unternehmen durch thatkrüftigc Unterstützung fördern Helsen, ans daß durch ihre thütige Mitwirkung dem gesetzt Streuen Indeuthnn! eine Pstegstatte zur Heranbildung einer glaubenStrencn Jugend erhalten und befestigt werde. Den Mitgliedern der ]עדת ישרו und ihrem strebsamen Lehrer Herrn Engelbcrth rufe ich ans aufrichtigem Herzen zu חזק ואמץ strebet wacker weiter, והיה ראשיתך נזצער ואחריתך ישגה מאד. Oesterreich-N ugaru. * Wien, 1. März. Von dem Vorstände der israelitischen KnltuSgcineinde zu Wien werden'wir um die Veröffentlichung der folgenden PreiSanöfchreibung ersucht: ״Bei dem unverkennbaren Bedürfnisse nach einem geeigneten Lehrbuche der NcligionSlehre für .Volks- und Bürgerschulen, sowie für Gymnasien und Realschulen, und eines entsprechenden Kompendiums der jüdischen Geschichte für -daS Obergymnasiun!, hat der Unterzeichnete Vorstand beschlossen."zur Abfassung dieser wichtigen Schulbücher ein allgemeines Preisausschreiben