Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1887)
- Article
- Deutschland : Fürth [Nachricht]
- Date
- 1887-02-24
- Page
- 125 (sequence 2)
- Language
- German
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125 baten aus: Fürth 1040.80 0f(\, Nürnberg 924 <&, München 535 JL, Augsburg 30 Ji, Bayreuth 20 J(1, Hürden 10 Jf%, NegenSburg 10 und aus der Ma^- Joseph-Stistung 70^. 0. Ostrowo, 14. Februar. Der sonst käufliche Pepsin-Wein enthält neben anderen rituell nicht zulässigen Substanzen als Hauptbestandthcil den BcrdaunngSschlcim des SchweincmagcnS oder RindermagcnS. Herr Apotheker Gokdstein hicrselbst verwendet aber nur die Magen rituell geschlachteter 91inber, desgleichen sind die anderen Vestandthcile des Weines streng כשר. Die Aufsicht über die rituelle Darstellung hat Herr Rabbiner Or. Plcßncr hicrsclbst übernommen. Oesterreich-Ungarn. 6, Wien, 17. Februar. Der Deutsche Klub des Reichstags war der Schauplatz eines heftigen Streits zwischen den Antiscmiter! desselben und Denjenigen, weiche die Sache dcö DcutschthnmS nicht durch engherzige Borurtheile und fluchwürdige Judenhetzcn entweiht wissen wollten. In Folge dessen sind 18 Abgeordnete aus dem deutschen Klub anSgeschicdcn. Diese achtzehn Antisemitcn haben unterm 15. d. M. eine Erklärung veröffcntlicht, um ihr Ausscheiden zn rechtfertigen. Zu derselben bemerkt die ״N. fr. Pr." das Folgende: ״Haben schon die Vorgänge, welche sich in den letzten Tagen im Deutschen Klub abspiclten, allgemeines Erstaunen hervorgerufen, so muß der obige Aufruf geradezu Unwillen erzeugen, denn die -Herren haben, nachdem sie den Deutschen Klub gesprengt, nicht einmal den Math, den Wählern die Gründe, und zwar die wahren Gründe darzulegcn. So verschweigen sie denn auch, daß von ihrer Seite im Deutschen Klub der Antrag ans Unterstützung der von antisemitischer Seite ausgehenden Agitation gegen die Inden gestellt wurde; dahin war ihr Streben gerichtet und nicht bloS, wie sie behaupten, darauf, die Freilassung der Abstimnlung über die antisemitischen Anträge zu erlangen. Ebenso ist von Seiten der Dissidenten der Antrag anSgegangcn, daß die Berschiedcnheit in Grundanschaunngcn und Zielen des Deutschen und des Deutsch-österreichischen Klubs scharf hervorgchoben werden und der Deutsche Klub sich von bcm Deutsch-österreichischen Klub ganz loSlöscn soll. Heber diese beiden Anträge ist der Deutsche Klub aus* cinandcrgegangcn. Alle das wird in der Ncchtfcrtigungsschrift verschwiegen, die Herren halten sich nur an den Antrag׳ des Abgeordneten Weitlos, der erst gestellt wurde, als die nunmehr anSgcschicdencn Elemente die Situation zu einer unmöglichen gemacht hatten, aus welcher in der einen oder der andern Weise ein Ausweg geschaffen werden mußte. Aber freilich, nachdem die Herren den Eindruck wahrgeuommen haben, den die vor aller Welt Angen sich abspiclcnden Vorgänge auf die Wähler gemacht haben, fällt cö ihnen schwer, den Wählern offen ihre Haltung cinznbckennen. Auf eine oder die andere Unrichtigkeit kounnt cS dabei nicht mehr an. Die RechtfertiguiigSschrist behauptet, nach dem Willen der leitenden Personen des Deutschen KtnbS sollte der Deutsche Klub der erste und einzige, irr! österreichischen Parlament sein, der die Bekämpfung deS AntiscmiliSmnS in das Klub- Programm aufnimmt. Mit Verlaub, erinnern sich die Herren nicht der letzten Kundgebung der Vereinigten Linken an die Wähler, in der eine so entschiedene Erklärnng gegen den Antisemitismus enthalten war? Diese Kundgebung war ein Wahlprogramm, und dieses ist doch einem Klubprogramm gleichzuhaltcn. Eine andere Unrichtigkeit! Die Unterzeichner der RcchtfertigungSschrift verwahren sich dagegen, daß sie die freiheitlichen Ideale preiSgcgebcn hätten. Haben aber die Herren nicht bei jeder Gelegenheit unuiinvundcn erklärt, liberal und national seien Gegensätze, die sich abstoßcn müssen? Eine zcitlang konnte man mit Lächeln beobachten, wie die -Herren — um mit der ״Nord. All ge. Ztg." zu sprechen —ihre Parteitüflclcien über alles setzen; wenn man aber sieht, wie sie bei der leisesten Bewegung der Wähler sofort eine Frontverändcrung vollziehen und nach einer Ausflucht suchen, dann kann man über ein solches Vorgehen nur den entschiedensten Widerwillen cmpsinden." Jedenfalls ist es erfreulich, daß diese Scheidung sich vollzogen hat. Wenn cö auch sehr bedaucrlig ist, daß der österreichische NeichSralh achtzehn Mitglieder zählt, welchen das verrottete Vornrtheil gegen die Juden als ein politisches GlanbenSbckenntniß gilt, so ist doch die Thatsache, daß die Mehrzahl, der deutschen Abgeordneten entschieden dagegen Front gemacht, ein Trost in dieser trüben Zeit und gewährt die Hoffnnng, daß die verderblichen Tendenzen des Antisemitismus keinen Einfluß auf die Gesetzgebung anSznüben vermögen. *||* Pest, 20. Februar, lieber das Gebühren der antisemitischen Partei im Reichstage in vergangener Woche ist das Folgende zn berichten. Der Abgeordnete Johann Gnber bezeichnte cö als ein trauriges Zeichen deö höheren UnterrichtSwescnS, daß die jüdische Jugend ein so starkes Kontingent an die Universität stellt. Unter den drei- bis viertausend Studenten seien 1300 Inden, obgleich diese nur etwa 3 pCt. der Bevölkerung bilden. Er sei von den schwersten Befürchtungcn für die ungarische Nation erfüllt, wenn er bedenke, daß 5 pEt. der. Volksschüler/ 16 pCt. der Mittelschüler und gar 33 pEt. der UniversitätShörcr Juden seien. Gegen solche Ucbergriffe der Inden fordert der Patriotismus rasche und wirksame Abhülfe. Die Juden zehrten am Marke der Nation. Er verlange deshalb ein Gesetz, durch welches die Juden entweder gezwungen 'werden sollten, nach Verhältniß deS von ihnen in die Lehranstalten gesandten Kontingents