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Jeschurun · 1887-02-03 · Heft 5 (3.2.1887) · p. 78

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 5 (3.2.1887)
Article
Rußland : Sitomir [Nachricht]
Date
1887-02-03
Page
78 (sequence 2)
Language
German
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und sein Sohn, die in einer gemeinschaftlichen Kammer | schliefen, uon den! Gaste überfallen und derartig -zu-! gerichtet, daß der Sohn auf der Stelle seinen Geist - aufgab, während der Vater noch so viel Kraft hatte,! um durch Schreien die übrigen Hausbewohner zu wecken,! durch welche die Festnahme deö Mörders bcwcrkstelligt wurde. England. 8. B. London, 28. Januar. Ich schrieb Ihnen vergangene Woche in großer Aufregung unter dem ersten Eindrücke des schrecklichen Theaterunglücks. Ich habe mich heute dahin zu berichtigen, daß die Zahl der Opscr an Todten 17 und an Verwundeten 0 beträgt. Diese Unglücklichen fanden die erste Hülfe dnrch daö Sanitätöpersonal des London-Hospital. Rumänien. Bukarest, 28. Januar. Auch einmal etwas Erfreuliches zu berichten, ist für eine Korrespondenz ans Rumänien gewiß eine Seltenheit. Daö Seltene erhöht den Werth einer Sache, die gegenwärtige Korrespondenz ist deshalb gewiß wcrthvoll. Die Herren Schuldirektoren haben, wie bereits berichtet, die jüdischen Schüler, welche an Feiertagen nicht zur Schule kamen, einfach als ungehorsam Entblicbcue behandelt. Aus cingcforderten Bericht hat nunmehr der Kultusminister eine An- Weisung an die Schuldirckrioucn erlassen, in welchen die folgenden Tage bezeichnet sind, au denen die jüdischeu Schüler vom Schulbesuche diSpcnsirt sind, nämlich: beide Tage Rosch׳-Haschana, Jom Kippur mit dem voraufgehcuden Tage, die beiden ersten und letzten Tage Sulkoth und Pcßach. beide Tage Schabuoth und Tijcho-bc-Aw. — DaS jüdische Krankenhaus ״Charitas״ wurde kürzlich von einem königlichen Kommissar, dem Oberstabsarzt Dr. Potin'o, inspizirt, welcher sich sehr günstig über den Befund anssprach. ES wcrdcn übrigens von der israelitischen KrankenhanSverwattnng auch nichtjüdische Kranke anfgenommeu. So befanden sich im vergangenen Jahre unter 222 Behandelten 35 Nichtjudm. Amerika. m. Philadelphia. Die amerikanischen Gemeinden verleugnen Gottlob ihre Abstammung nicht; sie zeigen sich als רחמנים בני רחמנים, als ächte Enkel Abrahams: Die in hiesiger Gemeinde bestehende Jcwish Hospital Association (egt hiervon ein erfreuliches Zengniß ab. Dieser seit langen Jahren besteheude Verein verfügte im abgelauscncu Jahre über 40 000 Dollar Einnähme. Er verpflegte im Hospital 344 und in der Ambulanz 866 Kranke. In dem Krankenhausc waren 9635, in dem Asyl für Kranke und Gebrechliche 9899 Vcrpflegungstage verzeichnet. Per Tag und Kopf stellen sich die VerpflcgungSkostcn auf 75 Cents. In der zuletzt erwähnten Anstalt befinden sich 12 mann-!iche und 15 weibliche Insassen im Alter von 40 bis 85 Jahren. — Von den hier ansässigen ans Rußland und Oesterreich stanuncnden Juden ist ein Verein ח' מחזיקי ת׳ת gegründet worden, welcher augenblicklich 100 Mitglieder zählt. Der Zweck dieser Vereinigung ist, die Jugend in den Ncligioswissenschaften zu unterrichten imb zwar nach der alten Weise, die sich nicht auf etwas hebräisch Lesen und einige magere NcligionSsätzc beschrankt, sondern die Kinder in משניות ,חומש und שלהן ערוך‘ heimisch machen will. Der Verein beabsichtigt, in den jüdischen Häusern Sammelbüchsen aufzustcllcn, um neben den direkten Beiträgen seiner Mitglieder auch freie Spenden zu erhalten. Er bedarf nicht nnerheblicher Mittel zur Besoldung der Lehrer und Besneitur.g der unvermeidlichen Kosten für Lokal, Licht, Heizung re. — 3111 Monat Dezember v. I. langten im hiesigen Hafen 173 jüdische Einwanderer an, von welchen 61 sich hier iiicdcrlicßcn, während 112 ihr Heil in anderen Orten zu suchen, gedachten. Palästina. יש Sic wünschen von mir einige antcntischc Notizen über die Zustände des heiligen Landes. Ich bin kein Mann der Feder und fühle mich nicht der Verantwortung gewachsen, die׳ einem nicht gewissenlosen Berichterstatter stets gegenwärtig sein sollte. Mehr als stüchtige Andeutuugcn haben Sic von mir nicht zu erwarten. Der Frührcgen hat sich Heuer sehr zeitig cingcstellt und zwar bis jetzt immer in solchen Intervallen, die dem Landmann gerade Zeit genug gewährten, seines Ackers zu warten. Die Aussichten für die Erudteu sind Gottlob recht verheißungsvoll und hangen jetzt nur noch von dem günstigen V.'rl.mf der Zeit des מלקוש- NcgenS ab. — Die Zisternen sind zwar noch wenig versorgt, aber die Regenzeit währt noch lange genug, um ביעיזיח auch hier zu helfen. Unsere Negierung hat ucntich die gegen die Ein- Wanderung der Inden gerichteten Verordnungen wiederum schärfer gehandhabt. ES leiden unter einer solchen Praxis nicht nur die zunächst davon Betrosfencu, sondern die gcsammte jüdische Bevölkerung. Daß diese harten Maßnahmen sich eben nur gegen Inden richten, und Juden gerade als solche des Landes verwiesen wcrdcn, läßt uns in den Augen der anderen Einwohner verachtlich erscheinen und stempelt nnS zu Mindcrwerthigen. Den Bemühungen der Vorstände der Aschkcnasim-Gemeiudeu ist cS zwar gelungen, die נזרח etwas zu dämpfeu aber auf wie lange'?? Gott allein weiß eS.

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