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Jeschurun · 1887-01-27 · Heft 4 (27.1.1887) · p. 63

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 4 (27.1.1887)
Article
Rumänien [Nachricht]
Date
1887-01-27
Page
63 (sequence 2)
Language
German
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10,000 Francs, garantirr. Damit sie keine Konkurrenz haben sollten, hat er den jüdischen Bäckern verboten, noch weiter Brot zu backen. In Savcni hat man den Juden untersagt, Fleisch zn verkaufen, und in Ptopcni hat man den Schochet verboten, Rind- und Federvieh nach dem Ritus zu schlachten. Die Lnpta, welche zu verschiedenen Malen die jüdische Frage mit Gercchtigfeit behandelte, hat sich in ihrer Nummer vom 22. November (a. st.) solgendcn Betrachtungen hiugegeben: Wir, die wir für die geistige und wirthschaftsicheEmanzipateon Aller sind, wir, die wir in Bezug auf politische Rechte das allgemeine Stimmrecht verlangen, wir haben niemals cinsehen können, warum der Artikel 7 der Konstitution — bezüglich der Naturalisation — in seiner Anwendung auf die Juden mit so viel Schwierigfeiten verbunden ist; wir begreifen nicht, warum man systematisch den jungen, ehrlichen und fleißigen Israeliten die bürgerlichen Rechte verweigert. In der festen Ueber-« zeugung, daß diese Politik in jeder Beziehung schadenbringend ist, bedauern wir energisch diesen kleinlichen und mißverstandenen Patriotismus. Amerika. It. Ncwyork, 4. Januar. DaS Nabbincrseminar hat am 2. d, M. seine Eröffnungsfeier gehalten und am darauf folgenden Tage seinen Unterricht begonnen. Das Lehrerkollegium besteht aus den Herren Kohut, Dr. Sola-Mcndcr, Dr. H. P. Mendez, Aron Wise, Drachmaun, H. W. Schnccbcrger, Jakobs. Die oberste Leitung und Ucbcrwachung ist Herrn Rabbiner S. MoraiS in Philadelphia übertragen. Acht junge Leute bilden das Kontingent der Schüler. (Unser Herr Korrcsponbent läßt sich hier jetzt des Weitern über die Rede der Herren Morais und Kohut aus. Wir lassen diesen Theil der Korrcspondez aus, weil wir in unserm Heutigen Leitartikel ausführlich über diese Reden berichtet haben. Red.) Das Seminar hat leider keinen Ausprach auf daö Vertrauen Derjenigen, denen cö wirklich Ernst ist mit dem Judenthnm und mit der Hoffnung auf eine Besscrgestaltuug unserer Verhältnisse. Die eigentliche Seele des Lehrkörpers ist eine chamäleonhaste Natur. Rabbiner und Ministrant der Reform und Dozent eines angeblich orthodoxen Seminars! Dozent dieses orthodoxen Seminars und Bewunderer des Neologen Wise in Cincinnati! Sein Platz wäre viel geeigneter in dem College in Cincinnmi als hier. Morais Name soll der Deckmantel sein. Man verdenkt eS diesem Herrn, daß er sich dazu hergiebt. — An ein ernstes eingehendes Studium des Talmud und der Poßkim wird kaum gedacht werden. Aber abgesehen davon, der Geist und das Beispiel jedenfalls eines Theils des Lehrerkollegiums kann nur das Gute zerstören, was vielleicht von Anderen gepflegt werden möchte. Man könnte hier in Newyork doch noch immerhin unter der russisch-österreichischen Immigration einige Hundert Zöglinge finden, welche על ברכי התלמוד erzogen sind. AuS diesen ließe sich ein gutes Kontingcnt für die Heranbildung von Rabbinern und Lehrern machen, vorausgesetzt, daß man wirklich die ernste Absicht hatte, den! Lande Lehrer und Rabbiner zn erziehen, welche wahrhast יראים und למ״״בים sind, welche in Wahrheit als orthodoxe Rabbiner und Lehrer wirken. Aber leider hatten Diejenigen, welche sich der Strömung gegen die Cincinuaticr Reform bemächtigten, nicht diesen Ernst, vielmehr dachten sie zumeist an sich, um ihren Einfluß und ihre Stellung zu vergrößern. י1יצא העגל הזה . Palästina. ä lieber die folgenden Palästinensischen Kolonien wird dem ״Hcrmclitz" von einem Reisenden berichtet. In betreff der Kolonien Petach Tikwa und Jchndith. Zahl der Kolonisten: 65 Familien, etwa 600 Seelen. Es sind etwa 30000 Stück Weinstöcke, 20000 Oelbäume vorhanden. R i s ch o n L e z i o n mit 40 Familien, etwa 250 Seelen. Die Kolonie zählt etwa 5000 Weiustöcke und 3000 Oelbäume. Sie ist kürzlich durch Ankauf vergrößert lvorden. S ich o r o n Jakob mit 85 Familien, etwa 750 Seelen. Es werden etwa 100 000 Weiustöcke und 7000 verschiedene Baumstämme gezählt. No sch Pi na mit 40 Familien, etwa 200 Seelen. Man hat hier etwa 1500 Baumstämme. ES wird hier auch besonders die Zucht von Ethragim betrieben. Ekron mit 6 Familien, etwa 40 Seelen. Es sind etwa 3000 Weinstöcke, 2000 Oelbäume und 500 Mandelbäitme vorhanden. Jcßod Hamaale mit 8 Familien, welche etwa 1000 Oelbäume und 1000 Obstbäume kuliviren. Auch einzelne Grundstücks sind im Besitze von jüdischen Landwirthen. Es wird im Allgemeinen der Fleiß der jüdischen Kolonisten gerühmt. Wriefkastett der Redaktion. Herrn A. St. in G. Mit der Auflösung des Reichstags sind alle an denselben gerichteten Petitionen hinfällig geworden. Da wohl kaum zn bezweifeln ist, daß der Verband der beut*־ scheu Thirrschutzvereine seine Vorstellung wegen der Schechita wiederholen wird, so müssen die Gegenvorstellungen ebenfalls erneuert eingebracht werden. Hierzu als Beilage: Prospectns der Privat- Heil- und Pflege-Anstalt ״Viktoria" von Dr. med. A. Kahn zu Bonn a. Rh.

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