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Jeschurun · 1887-01-27 · Heft 4 (27.1.1887) · p. 59

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 4 (27.1.1887)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1887-01-27
Page
59 (sequence 2)
Language
German
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von IS Männern 1'»s Leben gerufen wurde. Es war damals keine glückliche Zeit. Die Epoche des Abfalls von! Jndenthum, welche auch namentlich hier sich in dem Ucbcrtrittc ganzer Familicn zum Christenthnm Inndgab, hatte schon damals sich bemerkbar gemacht. ES währte eine lange Reihe von Jahren, bis der Verein zu einer gedeihlichen Entfaltung gelangen konnte. Herr Dr. Groncmann wies darauf hin, wie gerade der Blick auf diese Vergangenheit Trost für manche Erschcinungcn der Gegenwart und Zuversicht für die Zukunft gewahre. Er hob die hohe Bedeutsamkeit und gesegnete Wirksamkeit des Vereins hervor und forderte zu einem engeren Anschluß an denselben und zu einer regen persönlichen Bet Heiligung seiner Mitglieder in Erfüllung der Obliegenheiten des Vereins auf. Der greise Präses der Synagogcngemcinde, Herr Geheimer Sanitätsrath Dr. Eohcn, gedachte in warmen Worten dn׳ Hingebung und des Eifers der Vcreinsverwaitung sowohl in den längst vergangenen Zeiten, wie in der Gegenwart. Das Mitglied der Direktion, Herr Kaufsmann, widmete bciu Andenken dcS Heimgegangenen Präsidenten des Vereins, Herrn Landralibincr in׳. Meyer.ג״ע, der während eines Mcnschenalters an der Spitze des Vereins gestanden, sowie dem gegenwärtigen Präsidenten, Herrn Landrabbincr Dr. Gronclnann, warm cmpsundcnc, ergreifende Worte und hob hervor, daß nur auf dem Boden der הורה die Frucht dcS נטילות הפד reifen könne. Ein anderes Mitglied der Direktion, Herr Israel Oppenheimer, Sohn des nnvcrgeßlichen langjährigen Vereinsvorstchcrs, Herrn Hirsch Oppenheimer נ״ע, lenkte die Aufmerksamkeit der Fest- Versammlung ans die Wirksamkeit der gegenwärtigen drei Vercinsvorstehcr, welchen die Ausführung der srommen Licbcsthätigkcit des Vereins obliegt. Einer dieser Vorsicher, Herr Isaak Hirsch, dankte Namens seiner Kollegen und hob hervor, daß eine הברה קדישא mir in einer קהלה קדושה zur Vlüthe gelangen könne. Der Gemeinde Hann over gebühre der Dank des Vereins, welcher in ihr wurzele. Herr Kommerzicnrath Mailing, ebenfalls Vorsteher deö Vereins, erinnert an die thätige Mithülsc, welche der Verein der Männer durch die Frauen in der הסדת נשיה, den Fraucnvcrcin finde, der für die Erfüllung der religiösen Pflichten bei den weiblichen Sterbenden und Todten in gleicher Weise wie die ח׳ק bei den Männern durch persönliche Leistungen sorge. Das DircktionSmitglied, Herr Julius Frensdorfs, wicS darauf hin, wie bei Gelcgchncit der Feier dcS hundertjährigen Bestehens des Vereins Herr Landsrabbiucr Dr. Meyer נ״ע als nächstes Ziel des Vereins die Gründung eines jüdischen Krankenhauses bezeichnet habe, ein Ziel, das gerade in dieseü Tagen durch die Eröffnung einer Krankenstalion verwirklicht worden sei. Herr Geheimer Kommerzienrath Louis Meyer sprach dem zu dem Feste von Kassel gekommenen Herrn Landrabbiner Dr. Prager, welcher bis vor Kurzem hier als Direktor dcS LehrerseminarS und der Neligiousschule gewirkt, in herzlichen Worten den Dank ans. Der gegenwärtige Direktor des Seminars und der NcligionSschule, Herr Dr Kroner, wies aus die Hoffnung der Gemeinde, aus die Kinder, hin, als die Erben dcS Geistes dcS alten IudenthumS und seine berufenen Träger. Er ermahnte die Ettern, die Schule in ihrer heiligen Aufgabe, diesen Geist in der Jugend zu pflegen und zur EuLfaltnug zu bringen, zu unterstützen. Ihnen folgte noch eine Anzahl Redner bis endlich zu später nächtlicher Stunde durch das Schlußtischgebet diese crnstheitere Feier geschlossen wurde. Die Gemeinde Hannover kann wahrlich in gerechtem freudigem Stolze aus die Institution, welcher dieses Fest gewidmet war, Hinblicken. Der Verein übt in ausgiebigster, mustergültiger acht jüdischer Weise seit huudcrtsüusundzwanzig Jahren die Pflicht der Krankenvcrpflcgung, des Beistandes bei Sterbenden, der Leichenbestattnng und der Observanzen während der siebentägigen Traucrzeit. Der größere Theil der Gemeindemitglieber gehört dieser Genossenschaft an. Möge sie fortfahren, acht jüdische צדקה und גמילות •הסד של אמת wie in der Vergangenheit, auch in der Zukunft, zu üben. ||| Würzbnrg, 24. Jan. Die Herren DistriktsrabbincrNüthanVambcrgerhicrselbst, Simon Bamberger in Aschasfenbnrg, Bamberger in Kissingen, L. Wißmann in Schwabach, Adler in Kitziugen, Dr. Eohn in Jchen-- Hansen und-Dr. Meyer in Negensbnrg waren bei dem königlich bayerischen Ministerium vorstellig geworden, die die Gymnasien und Mittelschulen besuchenden israelitischen Knaben am Sabbath und Festtagen vom Schulbesuch zn dispensircn. Ans diese Eingabe hin sott, wie ich vernehme, ein bejahender Bescheid eingetroffen sein. § Frankfurt 6. M., im Januar. (Schluß.) Doch nach dieser allgemeinen Betrachtung zurück zn unserem Berichte! Am crstcnAbend fand die fast ganz-!ich ungekürzte Darstellung von Wattcnstcinö Lager, sowie die der Piccolomini statt, in denen alle jene Szenen ausgelassen waren, warin das Verhältniß zwischen Max und Thekla zur Sprache kommt. Hier lag augenscheinlich eine Schwierigkeit für den Bearbciter, die derselbe nach unserer Meinung insofern aufs Glücklichste überwunden hat, als er für die sympathischc Gestalt deö jüngeren Piccolomini nur das ideale Frenndschaftsverhältniß zwischen diesem und Wallcnstcin sestgehalten und darnach seine Zusammenstcllung bestimmt hatte. So fehlte denn in den Piccolomini's natürlich der ganze dritte Akt, während in den anderen vier vcrhältnißmäßig geringe.Acnderungen stattgcsunden hatten. Die Gesammtszenen, das schwierige Lager, die große Versantmlnng der Generäle

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