Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1887)
- Article
- Bemerkungen zu den Alten Amsterdamer Gemeinde-Verordnungen
- Date
- 1887-01-27
- Page
- 58 (sequence 2)
- Language
- German
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geblieben, dann wird uns alsbald klar und deutlich, was der vorletzte Paragraph der Amsterdamer תקנות von 1717 bezwecken will. In manchen Gegenden, so z. V. in Ungarn, auch in Prag, ist cS noch heutzutage üblich, dem רב nach dem Abhaltcn einer דרשה als Ausdruck des Beifalls und der Anerkennung verschiedene מתנות zu senden. Ferner pflegen den Erwerbern eines Hauses oder sonstigeir unbeweglichen Gutes, um ihnen hierüber die Freude und Sympathie ihrer Genossen kund zn thun, Geschenke gemacht zu werden. Dagegen dürfte euch die Sitte, den Empfängern außerordentlicher Besuche am שבת Wein und diverse Backwaarcu zu schicken, hierzulande bekannt sein. Da aber in einer so großen Gemeinde wie Amftcrbam außerordentliche Besuche nicht zu den Selten- Helten zählten, so sahen sich ראשי הקהלת veranlaßt, um dem פיזר ממון Einhalt zn thun, diesen Brauch mit Ausschluß der 'beiden crftcrcn Falle — denn ״gcdarschent" wurde nicht allsabbathlich, — auch das Erwerben eines Hauses war kein tägliches Vorkommniß — abzuschaffen. X. W. § Altona, 23. Januar. In Nr. 3 des ״Jeschurun" bemerkte der Herr Einsender zu dem Passus ״ES soll man keinem dürfen schenken" re. in dem Artikel ״Alte Alusicrdamer Gemeindc^Verordunugen", daß derselbe ihm nicht verständlich sei. Ich glaube nun, daß sich dieser auf die in früheren . Zeiten in den קהלות allgemeinen Schcnkwirthschaftcn bezieht. Der Grund, weshalb eS diesen verboten war, außer den genannten Personen, Getränke zu verabreichen (schenken), war wohl der nur, den המון עם, besonders die sogenannten י מדינה ®ct)cr, die שבת überflüssig Geld hatten, von דברים בסלים und unuöthig von GeldauSgabcn abzuhalten, besonders da diese Leute leicht zu Ausschreitungen geneigt waren. Bei den im angczogcucn PassuS erwähnten Leuten war dieses hingegen nicht zu befürchten. Mir selbst sind solche Schenkwirthschaften, besonders an פפה, noch erinnerlich. W. Ws söl! MS MisemlMßlMWm ABm! Verden? Wir haben diese Frage wiederholt aufgeworfen. WaS soll aus denen werden, die der Hcimath vcrwiesen, oder durch daselbst obwaltende mißliche Vcr- ' hältnisse zürn verlassen derselben gezwungen, znnl Wandcrstabe haben greisen müssen, 1111t eine Stätte cknSfindig zu machen, wo eS ihnen'vergönnt wird, durch redlichen Fleiß sich eine gesicherte bescheidene Existenz zu gründen? Wo haben sie eine solche zu suchen, da man ihnen überall die Thür verschließt und sie. zum ferneren Wandern nöthigt? Von hochgeehrter Seite geht uns in dieser Hinsicht folgender Bericht über Amerika zu: ,.Im Gegensatz zu der viel verbreiteten Ansicht zeigen sich die Bereinigten Staaten von Nordamerika der Im- Migration nicht ungünstig. Unsere unglücklichen Bruder würden, mit Ausnahme von New York, dort auf eine freundliche Aufnahme zählen können. Newyor? aber ist bereits durch zu zahlreiche. Einwanderer überlastet. Die Verhältnisse in Baltimore z. B. sollen sehr günstige sein. Es soll dort nicht allzu schwer fallen, Arbeit zn finden und sich eine Existenz zn gründen. Man hat auch einige Immigranten nach Mexiko geschickt, wo sich noch viel freier Boden befindet. Chili soll sich znr Niederlassung wohl eignen. In Betreff Brasiliens werden seitens der Alliance Israclite Erhebungen angcsiellt werden. ES scheint demnach, als ob Amerika immer noch ein sehr geeignetes N'icdcrlassnngSgebiet für die unglücklichen Glaubensgenossen wäre. Die gcgcnthcilige Meinung ist wohl dadurch entstanden, daß die Emigranten mcistentheilS gerade ihr Augenmerk aus New- York richteten." Wir bringen diese dankcuswcrthcn Mittheitungen mit Vergnügen znr öffentlichen Kunde und bitten um fernere allseitigste nnd eingehendste Erörterungen der Frage: Was soll aus unseren unglücklichen Brüdern werden? Korrchoudcilzen imd Nnchrichteil. Deutschland. ־# Hannover, 26. Januar. Der gestrige תענית der hiesigen הברח קדישא, des ״Wohlthäligkeitsvcreittö der Syuagogengemeiude Hannover" wurde in einer bcsonders feierlichen Weise begangen. Es ward mit ihm das zweite Bicrtcljahrhundcrt des zweiten Jahrhundert des Bestehens dcö Vereins cingelcitct. Nachdem, wie alljährlich der Festtag als תענית צבור in der Synagoge, sowie durch Besuch dcö Friedhofs mit der üblichen הרפת הקברים, durch einen Vortrag' dcö Rabbiners von מנחה עם י׳ב׳ קטן abgehaltcn worden war, fand an! Abend ein Festmahl in den Räumen des Hotel Spanier statt. Der Präses der Direktion dcö Vereins, Herr Landrabbincr I)r. Groncmann, crössuetc die Reihe der Tischreden, indem er eine gedrängte Darstellung der Geschichte des Vereins gab, welcher vor 125 Jahren