Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1887)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1887-01-20
- Page
- 38 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2932754-2932755-2932759-2933855--24034-2933904- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
חלול השם, das als das schwerste Verbrechen bczeichnet ist, findet Statt, wenn Derjenige, der vermöge seiner.Stellung und seines Berufes die Hochhaltuug dcS göttlichen Namens und die gewissenhafte Erfüllung des göttlichen Gesetzes mustergültig durch Lehre und Beispiel im Kreise seiner Mitmenschen zu lehren und zu vertreten berufen ist, das entgegengesetzte Beispiel der Nichtachtung dcS göttlichen Namens und der liebertretung des göttlichen Willens gicbt. Wenn nun ein Solcher vor den Augen der Menschen Pflichttreue heuchelt, aber im Geheimen selbst ein sündhaftes Leben führt, so, heißt eö hier, trifft ihn die göttliche Strafe zugleich mit Entlarvung, daß die Wünschen erkennen, wie nichtöwürdig er sei. אחד שוגג Jeder Jrrthmn im Gebiete des PflichtlcbcnS zeigt aus einen Mangel an Einsicht, Vorsicht und im Gebiete des PflichtlcbcnS und auf einen gewissen Grad von Gleichgültigkeit gegen die dem göttlichen Gesetze schuldige Treue hin. Wenn daher Derjenige, zu dem die Menscheu als mustergültiges Beispiel anfznblickcn gewohnt sind, sich eines Pslicht-JrrthnmS schuldig macht, so ist, selbst wenn cs als Jrrthum erlanut wird, ein Jrrlhnm von solch einem Manne, der von seinen Mitmenschen zu pflegenden Gewissenhaftigkeit nicht förderlich. Allein er wird ja nicht einmal immer und von Jedem als Jrrthum erkannt und bleibt in gefährlicher Weise als mustergültiges Beispiel bestehen. Darum hat Jeder, auf den die Menschen als mustergültiges Beispiel him blicken, mehr als jeder Andere sich nicht nur vor wissentlicher Sünde, sondern auch vor jeden: irrthümlichcn Unrecht mit ängstlicher Sorge zu hüten. *)6. N. Jischmael sagt: Wer lernt, um zu lehren, dem gewährt man Genüge, zu lernen und zu lehren, iucr aber lernt, um zu erfüllen, dem gewahrt man Genüge, zu lernen und zn lehren, zn hüten und zu erfüllen. Schon die Absicht, dr.S Gelernte weiter zu lehren, ist — selbst abgesehen von dem dabei vorwaltcnden Mizwazwcck — beim Lernen selbst förderlich, indem sie den Lernenden zn gründlichen: Eindringen und zn größerer Klarheit bringt. Das Wort der Gottcslehre aber in treue Pstichtthat umznsctzcn, ist der höchste Zweck derselben und umfaßt ebenso wie die Pstichtthat so auch die Lehrpflicht an jcdcn der Lehre Bedürftigen und zur Lehre Befähigten. Der Vorsatz und die Ab- . sicht, das zu Lernende zu erfüllen, ist — selbst gbgesehen von dem dabei vorwaltenden höchsten Mizwazweck — zugleich die Las Lernen am meisten fördernde Gesinnung. Um aus dem Gesetzesworte den Willen •) ר׳ ישמעאל אורה הלומד על1 מגת ללמד• מססיקין בירוז ללמוד וללמד• והלומד על מנת לעשות• מםישיקין כיח ללמוד וללמד• לשרוד ולעשות• Gottes für die Gestaltung unser Lcbensvcrhältnisse. zn erkennen, erfordert nicht nur das möglichst klare, tiefe und umfassende Eindringen und Erkennen, sondern diese Absicht ist von selbst ein Feind jeder irrigen, wenn auch noch so geistreichen mit Witz und Scharfsinn bestechenden Auffassung und hält sich immer gegenwärtig, daß ״jeder Jrrthum im Lernen zum praktischen Unrecht erwächstשגגת תלמור עולה זדון ,״. *)7. N. Zadok sagt: Sondere dich nicht von der Gesammtheit und mache dich nicht wie Sachwalter oder Richter. Mache sic nicht zn einer Krone, dich damit groß zn machen und nicht zu einer Axt, damit zu Hanen. So hat Hille! gesagt: Wer sich der Krone bedient, geht dahin, somit lernst du, daß, wer von den Worten der תודח Nutzen zieht, sein Leben fortnimmi aus der Welt. Nicht in dem Einzelnen, in der Gesammtheit sowie deren Vertreterin in verjüngtem Maßstabe, in der Gemeinde, lebt das Judcnthum unsterblich weiter, und hat Gott auch nicht den Einzelnen, sondern die Gemeinde, קהלת יעקב, znn! Träger Seiner heiligen Sache bestellt. Darum kann auch der Einzelne seine wahre Bestimmung nur in Anschluß an die Gemeinde erreichen, und er wird hier ernst gemahnt, sich nicht von der' Gemeinde zn trennen, in Freud und Leid sich ihr anzuschlicßcn, ihre Lasten mitzulragcn, ihre Ausgäbe nttthclsc!: zu lösen. Selbstverständlich besteht diese Pflicht nur so lange, als auch die Gemeinde ihrerftits sich nicht von der unveräußerlich ewigen Bestimmung der jüdischen Gesanimtheit losgesagt und damit nicht aufgchört hat, eine jüdische Gemeinde zu sein, in welchen: Fall vielmehr dem Einzelnen das Verbot entgegentrctc: לא תדדה אחרי רבים לדעות, folge nicht der Mehrheit zum Bösen. 'אל תעש ובו Siche Abschn. I, 6. 'אל תעשה ובו Erniedrige die Wissenschaft der Gottcölchre nicht zn einem Werkzeuge deines NuhmeS und deiner Bereicherung. Die heilige"Wissenschaft ist eine Krone, und von ihr hüßt eS בי הוא הייבם, das GoiteSwort ist euer Leben. Wer sic mißbraucht, entweiht sie und nimmt seinen Lcbcnsaulhcil auö der Welt. ובך היה הלל אומר, sie Abschn. r, 13. (Fortsetzung folgt.) •> דכי צדוק אומו־ אל תעשב עמדה להחכדל בהס• ולא קדרוס לחם,־ר כהה- וכך היש הלל אומד ודישהמעז כתנא. חלף- הא למדה כל הנהגה מרכרי־ חורה־ נוטל חייו מן העולם-