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Jeschurun · 1887-01-13 · Heft 2 (13.1.1887) · p. 28

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 2 (13.1.1887)
Article
Deutschland : Altona [Nachricht]
Date
1887-01-13
Page
28 (sequence 2)
Language
German
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Mitglieder beiwohnten. war ernst, würdig nnd erhebend. In dem interimistisch benutzten KtauSlokal der früheren portugiesischen Synagoge, jetzt Eigcnthnm des Herrn A. I. Möller, hielt nach תפלת מנחה Herr M. I. Wetzlar, Mitglied des Vorstandes der Klans, eine kurze Abschicdsredc, in der derselbe Herrn A. I. Möller, sowie auch Herrn Josef Hcckjchcr, in dessen Wohnung an den Wochentagen, der starken Kälte halber, im Winter gebetet n!td gelernt wurde, den Dank des VorstandcS abfiattctc. Alsdann begaben sich die sämmtlichcn Fcstthcilnchnlcr nach den! neuen Klausgcbände, in dessen Vorhalle zuerst die Bert Heilung der ס״ת vorgenonnncn wurde. Alsdann verfügte sich die Persammlnng im Zuge nach dein im oberen Stockwerk bclegencn eigentlichen Klanslokal. Nachdem der Herr Oberkantor mit seinem Chor ויהי מסע und פתחו לי ונו׳ vorgetragcn, überreichte Schreiber dieses nach einer kurzen Ansprache dem Herrn Obcrrabbincr Dr. Löb, die Schlüssel zur Eröffnung - der Klans. Sodann wurden nach den הקפות die ספרים in den ארון הקודש gestellt, und Herr Klansrabbiner -I. M. Cohn hielt den Erösfnnngsvortrag, in welchem namentlich hervorgehoben wurde, daß das בית המדרש besonders der תורה ועבורה geweiht sei, aber 6,uh der גמילות הסד Raum zur Ausübung verstatte, da das Institut, welches seit Jahrhunderten besteht, nur durch die Muuisizcuz der Dcrstorbcuen und להבדיל בין היים לבתים des gegenwärtigen Geschlechts erhalten werde; auch drückte derselbe am Schluffe sowohl dem Gcineindcvorstand wie dem Klansvorstand den Dank dafür aus, dag dieselben weder Zeit, Mühe noch Kosten scheuten, um den nencrstandcuen Bau würdig zu gestalten. Auch Herr Obcrrabbincr Dr., Löb, der in seiner fesselnden Weise die Wcihrcde hielt, versäumte nicht, diesen Dank zu wiederholen. Alsdann kcunzcichnete derselbe in bercdtcn Worten die Bestimmung des בית המדרש dahin, daß dasselbe besonders Dank der hervorragenden Leistung der יושבי בית המדרש das Studium der Mischlia in den! Kreise der Gemeinde wesentlich gepflegt ltub gefördert habe, da seit Menschengedenkcn in der KlanS allabendlich ein שיעור משתיות עם פירושים gelernt wird. In herrlichen Worten beleuchtete er die Wichtigfeit des Mischnasiudinms an der Hand des Verses והיו אמונת עתיך הוסן ישועות ובו'׳, indem er diesen Satz sinnreich auf die sechs Ordnungen der Mischna anwendete. Nachdem noch Herr Klausrabbincr E. Munk mit einer, kurzen Vorrede einleitend׳, ln welcher er Jung und Alt zum eifrigen Studium der תורה aufforderte, den üblichen ׳שיעור משניות vorgetragcn, endigte die Feier mit dem מעריב-Gebet. Herr Oberkantor Nathansohn hatte bereitwilligst dir Leitung des gcsangliehen Thcils der Feier übernommen. Die ncnerbanten Klauslokatitätcn, bestehend aus בית המסת und בית המדרש nebst Nebcnräumlichkeiten sind anss Schönste, theils ans Klansmitteln, thcils durch freiwillige Beiträge der Klansmitgliedcr, ganz neu eingerichtet. Auch wurden noch einzelne Stücke der Einrichtung, wie z. B. eine Krone, die הנובה מנורה und andere mehr von einzelnen Mitgliedern in hochherziger Weise gespendet. Möge nun der Ewige geben, daß auch in dem neuerbauten בית המדרש so viel für Pflege und Verbreitung der Thorawisscnschast geschehe, wie cs seit Jahrhunderten in den! alten der Fall war. Jakob H. Wagner. X Hamburg, 5. Januar. Von dem israelitischen Hülfskomitcc in London wurden gestern mit dem engtischen Dampfer ״Libra" 19 mittellose jüdische Aus- Wanderer aus Rußland, denen die Landung in New- Pork versagt worden war, von London nach hier expedirt. Dieselben wurden von bem hiesigen Hülfskomitec in Empfar.g genommen und über Berlin nach ihrer Hcimath weiter befördert. — Der Kapitän des engtischen Dampfschiffes ,.John Armston", welcher mittellose österreichische Rückwanderer von Newcastle hierher brachte, mußte dieselben auf Ordre der hiesigen Be- Hörde wieder 1r.it nach England nehmen. K. Breölan, 10. Januar. In der nächsten Zeit vollzieht sich in der hiesigen jüdischen Gemeinde das wichtige Ercigniß der Wahl eines Gemciudcrabbincrs. Es entspricht sicherlich den Empsindnngeu eines {eben einzelnen Geincindcmitgliedcs, über diese Frage, die nicht nur für den Kultus, sondern auch in ritueller Be- Ziehung für das Faniilicnhaus von größter Bedcntnug ist, vor ihrer Entscheidung unterrichtet zu sein. Die Gemeinde Breslau hat einen wohl begründeten Anspruch darauf, mit der Uebcrnahme dieses Amtes einen Mann zu betrauen, der sich bereits einen Namen im Judenthttm erworben hat, um würdig der Nachfolge dcö Nabbinergcschlechts Tiktin zu sein. Vor Allen! ist zu wünschen, daß die Wahl auf einen Mann der Wissenschast und der praktischen Erfahrung gelenkt werde, der sich durch Lehre und That als Führer unserer religiösen Angelegenheiten bewähre. Nach dem Statut der hiesigen Syuagogeugemciiide üben die Geincindcbchördcn, die sich aus dem Vorstände, den Repräsentanten und der Kultns-Koinmission 1 znsammensetzen, das Wahlrecht ans, und von der Friedensliebe, von welcher diese leitenden Persönlichkeiten durchdruugcu sind, ist mit Zuversicht voranszusetzen, daß ihr Bestreben daraus gerichtet fein wird, im vorliegenden Falle den berechtigten Wünschen der konservativen Partei zu entsprechen. Daß diese Wünsche zun! Ausdrucke gelangen, liegt sowohl im Interesse der Bcthciligtcn, als auch dcS Wahlkörpcrö selbst. Seit Beginn dieses Jahrhunderts, seit fast achtzig Jahren, hat die Erwählung eines Rabbiners nach dieser Richtung in hiesiger Gemeinde nicht statt׳- gefunden; als Erbe seines VatcrS unb Großvaters hat

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