Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1887)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1887-01-13
- Page
- 27 (sequence 2)
- Language
- German
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JcncS Tödtungövcrfahren ist daher nicht qualvoller, sondern weit eher humaner, als die übrigen Schlacht- Methoden. AuS diesem Grunde haben sich auch die verschiedenen christlichen Fleischer dem ״Schächten" zngewandt." Professor Heideuhain-VreSlan sagt in seinem Gutachten vom 5. Dezember 1886: ״ES ist überflüssig,! die VcrbtutuugSzuckungcn durch den Gcnickstich unterj drücken zu wollen; der Schmerz, den man dadurch aufhebeu will, ist in Wirklichkeit gar nicht vorhanden." ' Professor Nichtcr-Köuigsberg bemerkt in scharfer Schloßfolgcrnng: ״Wie kann man die Jagd, namentlich die der Sonntagsjäger, ertauben, wenn man daS Schächten verbieten will? Zur Qual gehört der Schmerz, und ein todtwuud geschossenes Thier empfindet ihn gewiß schwerer, als ein regelrecht geschächicteS." Gegenüber diesen Gutachten, die als Beilage einer ganzen Ncihc von Gegeu-Petitioncn bcigcgcbcn sind, werden die Thierschutzvcrcinc schweren Stand mit ihren Wünschen haben. Erudcn. Nach amtlicher Aufnahme zählte die hiesige Einwohnerschaft am 1. Dezember 1SS5 unter 14 019 Ortsanwesenden 663 Juden, das ist 34 weniger als am 1. Dezember 1830, während die Evangelischen und Katholiken zugcnommcn hatten.? Arettiksttrt a. M. Freifrau M. E. v. Rothschild hat in Ausführung dcS Testaments ihres vcrstorbencn Gemahls 10,000 Ji den: Allnosenkastcn der ifraelitkschcn Gemeinde überwiesen. Weiter wurden folgende Legate vcrtheilt: Israelitischer Francuvcrein 20,000 oiL israelitische Volkeschulc 20,000 J6, GemcindchoSpital 30,000 Mark, Wciseuaustatt 6000 JL, Ansstcucrverciu 3000 0\kt HülfSvcrein 2000 K 1 a n keu n n tc r st ü tz ung S ka ss c 5000 M., Krankenkasse 4500 0\(Xf Verein zur Unterstützung israelitischer Näherinnen 10,000, israelitische Neligionsschulc 6000 Ö1L, Vereine zur Veklcidnng israelitischer Schnlknabcn unb Schulmädchen je 3500 016, dNädchcnsrist 5000 JC, Ereizeuachsüftttug, Witt wen und Waijenstistuug der Lehrer dcS Philantropinö 5000 J/,, Achawa (Verein zur Unterstützung hütfsbcdürftigcr israelitischer Lehrer) 2000 016., Verein zur Ermöglichung des Schulbesuchs iinbcmittcUcr israelitischer Kinder 5000 Jk, Frauenverein 1500 J6, Knabcnhort 1500 Ji:. (Die beiden letzten Anstalten sind nicht jüdisch.)? Frauksurt a. M. Wie in den letzten Jahren, veranstaltete auch an diesem Ehanucka, Herr S. Goldschmidt den Schülern und Schülerinnen dev israelitischen Volksschule im Turnsaal der Realschule ein Fest, welchem die Kinder schon Wochen vorher mit freudiger Erwartung cntgcgcusahcn. Etwa 300 Kinder wurden auf das Beste mit Ehololade und Kuchen bewnthcl. - Nachdetn einige Lieder und Gedichte seitens der Kinder vorgetragen worden waren, wurde zur Dertheilung der Geschenke geschritten. Hierbei kamen Hemden, Taschentüchcr, deren Anzahl 700 bez. 1200 betrug, Schulranzen, Feder- und Strickkasten 11. A. zur Verwendung. War die Freude der jugendlichen Herzen groß, so war sic gewiß noch größer in den Herzen dcS edlen Gastgcberü und seiner Familie, die jede Veranlassung, Freude zn spenden, wahrnehmcn. Hl FrarikfrrrL a. M. Die Suppenanstalt für israelitische Arme hat in dem Zeiträume vom 18. Oktober 1865 bis 2. April 1886 14304 Portionen an Kinder, 4694 an Ansässige, 3949 an Durchreisende anögegcbcn. 572 Portionen wurden gegen den Preis von 20 Pfennig verabfolgt. Verschämte Arme und KiudbeLtcrinnen erhielten im Laufe deS ganzen JahrcS 2S7 76 Portionen.;= SSou der Saar׳ Der hier seit Kurzem ins Leben getretene und segensreich wirkende Verein gegen Wucher kann Niemandem willkommener sein, als den reellen Gcschästsleutcn, welche mit der Landbevölkerung in Vcrbiudnug stehen. Und unter diesen Niemandem mehr, als gerade dem jüdischen Vieh- und Produkten- Händler. Man darf sich ja darüber nicht täuschen, daß leider das Volk nur allzulcicht geneigt ist, den wirlhschastlichcn Verfall eines lüderlich wirthschastenden Mannes ans das große Schnldkonto ״des jüdischen Wucherers" zn setzen, wenn sich nur leidlich Nachweisen laßt, daß der Mann ein Mal oder mehrere Mate mit einem jüdischen HandetSmanne Geschäfte gemacht hat. Gerade durch den gedachten Verein wird diesem Vornrthcilc ein Ende bereitet werden. Jedes auf dem platcen Laude abgeschlossene Geschäft steht fortan unter offenster und schärfster Kontrolle. Wehe dem unreellen Gcschäftsmauue, der die Uucrfahrenheit oder momentane Noth ungebührlich ausbentet! Aber wehe auch dcni lcichlfertigen Schuldcnmachcr, der seine Wirthschast vernachlüssigt. Er wird fortan nicht mehr auf den Wucher schimpfen können. Er verfällt.ebenfalls der ösfentlichci! Bciachtuug, wenn er in sträflichem Leichtsinn sein Gut verpraßt. Der ״׳jüdische Wucher" deckt fortan seine Schande nicht. Denn daS Volk weiß, daß der ״jüdische Wucher" eine Fabel ist, daß aber auch der jüdische Händler verdienen muß. Das ist der Segen dcS Vereins gegen, den Wucher. Altona, S. Januar. Ich berichtete Ihnen seiner Zeit, daß die hiesige Hochdentsch-Jsraclitische Gemeinde einen Neubau eines größeren TheilcS der Gemeindebanlichkeiten vornehmen mußte; dieselben sind nun seit einigcn Monaten vollendet, und nachdem bereits der ncucrbante' Synagogeueingang, sowie die Gemeindeburcanö und die מקרה der Vcnntznng übergeben sind, wurde heute die Einweihung der ebenfalls ncuerbantcn Klans (בית המדרש) unter den üblichen Feierlichkeiten vollzogen. Die Feier, der fast sämmtliche Vorsteher und Repräsentanten der Gemeinde sowie die Klaus-