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Jeschurun · 1887-01-06 · Heft 1 (6.1.1887) · p. 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 1 (6.1.1887)
Article
Pirqe avot
Date
1887-01-06
Page
4 (sequence 2)
Language
German
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des VerkehrSlebenS, der Arzneimittellehre, der Diätetik rc. aus der Weisheit unserer Weisen aufbewahrt ist. Darum kann der wahre תלמיד הכם von jedem Menschen, mit dem er sich unterhält, etwas lernen, jeder ist in irgend einem Berufe kundiger a!S er und kann ihn! einen für seine Gesetzeswissenschaft zu vcrwerthendcn Aufschluß geben. Denn die Gesetze sind nicht nur עדות Vezeugnisse von Gott, sondern zugleich עך*וח, Zierden, sie wollen allen menschlichen Verhältnissen den Stempel des sittlich Guten und Schönen aufdrücken. 70)איזהו, der stärkste Held erliegt seiner Leidenschüft. Wer also die Leidenschaft bezwingt, ist starker als der stärkste Held. איזהו עיסוי. Das Streben nach G c n u s s c n haj in der Sättigung und Befriedigung seine Grenze. Das Streben nach Genuß Mitteln, nach Geld, daS nicht an sich Genuß gewährt, sondern nur künftige Genüsse cruiöglicht, ist daher seiner Natur nach nicht begrenzt, kennt keine Sättigung, und leicht wächst die Sucht nach immer größerem Besitz dergestalt, daß das Entbehren dessen, waö einer nicht hat, ihm die Freude an dem verkürzt, was er bereits hat. Und doch ist diese Freude an dem Scinigen, die Zufriedenheit mit seinem Loose, das einzige Glück, der einzige Schatz, und ein unzufriedener Reiche ist arm in Milten aller seiner Reichthümcr. Das sicherste Mittel, nicht nur reich zu werden, sondern reich zu sein, ist daher die Veschrüukung seiner Wünsche auf das bescheidene Maß des Nothwendigen und Erreichbaren, ganz vor Allem sich freuen zu lernen, mit הלקו, mit jedem von Gott Beschicdenen als dem ihm von Gott zucrkanntc Thcil, damit die Lösung seiner Pflichtaufgabe zu erstreben. Dieses Pflichtbewusstsein vermag einem jeden Anthcil einen durch nichts Anderes zu ersetzenden hochbcglückenden Werth zu crthcilcn. Schön ist der deutsche Ansdruck reich. Reich ist, wer das erreicht hat, was er wünscht. Wünsche nicht mehr als du hast und du bist reich. איזהו מכובד Nichts ist gewöhnlicher, als daß Menschen, die Ehre suchen, sich mit au Hochmuth grcuzender Zurückhaltung gegen Andere benehme!!, ans sich recht viel und aus Andern recht wenig sich machen; sie halten dies für den sichersten Weg, Ehrerbietung und Ehrenbezeigung von Andern zu erzielen. Unsere Mischna weiß cS anders. Ehre, wahre Ehre ist auch ein Gut, das von Gott stammt, und cS wird dem zu Theil, der am wenigsten darnach strebt. Wer keinen seiner Mitmenschen gcringschätzt, wer sie Alle als ננריות, als Gottes Geschöpfe achtet, und um ihrcS Schöpfers Willen Allen die ihnen gebührende Ehre zuerkennt, der ehrt in den Menschen Gott, ihren Schöpfer, und von ihm spricht Gott: wer mich ehrt, den bringe ich zu Ehren. Wer aber die Mcuscheu verachtet, den' läßt Gott in Verachtung sinken. *)2. Ben Asai sagt: Eile zur leichtesten Mizwa und fliehe vor jeder Sünde, denn Eine Mizwa führt zu einer andern Mizwa und Eine Sünde führt zu einer andern Sünde, denn einer Mizwa Lohn ist schon die Mizwa und einer Sünde Lohn die Sünde. Hast du Gelegenheit, eine Mizwa zu üben, und wäre sie auch leicht zu übcu, so daß du glaube!! könntest, cö finde sich immer wieder eine Gelegenheit dazu, oder sie scheint dir, eben vielleicht weil sie leicht ist, von geringerer Bedeutung, daß selbst sie verabsäumen nicht schwer ausö Gewissen siele, so lasse die Gelegenheit nicht vorübergehcn und lasse durch nichts dich zurückhalten. Denn weder die äußere noch innere Wirkung einer Mizwa kannst du übersehen. DaS Gute, das du übst, führt wieder zu Gutem, und jede Pflichterfüllung trägt schon einen Lohn in sich. Den Willen deines Vaters in! Himmel gethan zu haben, steigert deine Nähe zu Ihm, bereichert dein Inneres mit beglückendem Bewußtsein und stärkt deine sittliche Kraft fürs Gute. Und in demselben Verhültmß ist cö mit der Sünde. Achte nicht das kleinste Unrecht geringe, bcgehe cS nicht nur nicht, sondern fliehe seine Nähe, meide Alles, was zu ihm führen könnte. Denn auch Wirkung und Folge einer Sünde kannst du nicht übersehen.. Schlechtes führt zu Schlechtem, und jede Sünde trägt schon Eine Vergeltung in sich. Sic entfernt dich auö der reinen Licbesnähe deines Vaters in! Himmel, ruft quälende Gewissensbisse in dir wach,!nacht dein sittliches Urthcil stumpf und schwächt dcine Widerstandskraft gegen ferneres Böse. (Fortsetzung folgt.) Eil! Akftl!smhh!Ur als MDM 11n& sein AitiM Geehrter Herr Redakteur! Erlauben Sie mir, Ihren geschätzten Lesern, über- Haupt der öffentlichen Meinung dcö deutschen JudenthumS, eine Angelegenheit zur Bcurthcilnng vorzulegen, welche zahlreiche glaubcnSgcnössische Kreise in Oesterreich und Ungarn berührt und auch Ihre Aufmcrsam- und Ihr reges Interesse verdient. , ES war vor einigen Wochen, daß ein geachteter Mann ans Triest mir über chic ״mit hebräischen Zitaten und Znthatcn" voll gespickte Missionsschrift, welche dort in zahlreichen Exemplaren kolportirt wird, •) כן עזאי אומי־ הוי רץ ^מצזוז קלה זככחמורה)• וכורח מן העיירה שמציה גודרת מצור.- ועכירת גוררת עבירה• ששבר מציה• מצוה• ושבר עבירה עכייה•

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