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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 3 · p. Seite 447

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 3
Article
Jüdische Zeitschriften
Date
1844-01-01
Page
Seite 447 (sequence 2)
Language
German
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Nachrichten. 4^7" Wohl mag gerade der Boden in alten Gemeinde« ein steinigter sein, manche Elemente und Institute haben sich so verhärtet, daß' sie dem Einflüsse der geistigen Sonne, dem frischen Wehen eines neuen" Lebens den mächtigsten Widerstand entgegensetzen; allein auch der steinigte Boden kann unbearbeitet werden, dem rüstigen Fleiße wird es doch gelingen, ihm Frucht zu entlocken, und waS er mit Mühe in ihm verbessert, es bleibt haften, es hat seine feste Grundlage, und endlich wird dann das Verhärtete weggeschafft und m üppiger Fruchtbarkeit schießen die Pflanzen hervor. Aber junge Gemeinden sind gleich dem sandigen Boden, in dem da- Saamenkorn verweht wird, der selbst oft Ln seine einzelnen Atome allskinanderstäubt und in dem daher Nichts recht gedeihen kann. Dazu kommt noch, daß selbst ein bedauernswerter Übelstand, der auch in gewissen Beziehungen auf die religiöse Entwickelung der deutschen Juden einen nachtheilgen Einfluß anßübt, auf der andern Seite auch nicht wieder ohne günstigen Erfolg ist. Die bürgerliche Beschränkung, die sie noch immer erdulden müssen, erhält eine innigere Verbindung unter ihnen; das Gesetz, das darin für sie alle gleich ist, daß es sie nicht, den übrigen Einwohnern gleichstellt, drängt sie an einander und belebt so unter ihnen das gemeinschaftliche religiöse Bewußtsein, das dann seiner Ausbildung und seiner' Ausprägung im Leben nachstrebt. Hingegen ist in andern Ländern die Attractionskrast von Außen durch die völlige Gleichstellung so, mächtig, daß das ohnehin lose Band immer lockerer und eine Gesammtthat, das Streben nach Darstellung des Gedankens, welcher sie einen soll, immer schwieriger wird. Erwägt man noch dabei, daß Deutschland eine verhältnismäßig weit größere Anzahl von Juden m sich schließt als die übrigen Länder, welche an der Spitze der heutigen Civilisation stehen, und die Kräfte daher zur Aussührung. eines gemeinschaftlichen geistigen Unternehmens zahlreicher vorhanden sind, so ist der Vorzug Deutschlaud's genügend erklärt. Holland allein bildet in dieser Beziehung eine Anomalie und ist für sein Zurückstehen daher umsomehr verantwortlich. Vor den andern Staaten hingegen, welche an Alter und Zahl der Gemeinden, leider auch an Schmälerung der Rechte Deutschland weit übertreffen,'wie Polen; Rußland^ Jtalien, die Türkei u. s. w., hat Deutschland die Bildung und die freie geistige Bewegung voraus, und der über-

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