Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Schimschon. ein Lexikograph in Deutschland
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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43S Bibliographie. Auch der gewöhnlichem Übersetzung vertrauL er sich an, wenn er sonst nichts Besseres zu geben weiß *). / Ob nun unser Schimschon verdient, in die Gesellschaft eingeführt zu werden, die ich ihm zuerst angewiesen habe? Sollte erüuch einen der letzten Plätze einnehmen müssen, er wird sich in der Mspruchloserr Art seines Auftretens sicher damit begnügen. Ob er es Werth war, daß wir ihn aus dem Grabe der Vergessenheit, in das er versenkt war, herausbeschworen haben? Nun, schon die älrern Bruchstücke, die er uns aufbewahrt hat, verpflichten uns gegen ihn, und er selbst, ist er nicht ein Repräsentant seiner Zeit und Gegend? Ohne eigentliche Wissenschaft, aber doch nicht geradezu unwissend, noch schlicht und natürlich, nicht verkehrtem Scharfsinne huldigend, — ohne geläuterten Geschmack, aber doch auch nicht albern geschmacklos, nicht mit verzerrtem Geschmacke faden Spielereien ergeben, ist er doch eine erfreulichere Erscheinung als die vielen Andern einer spätem Zeit, in welcher man weit weniger wußte' als Schimschon und seinen schlichten Sinn dennoch zu überragen glaubte. Und nun, wie seltsam! Während sich Keiner jetzt scheut zu behaupten, seine grammatische, lexikalische und nüchtern exegetische Einsicht stehe, wenn auch nicht durch eignes Verdienst, doch durch die Errungenschaft der Jahrhunderte, weit höher Nicht blos als die eines sonst unbekannten Mannes, sondern auch als die der gefeiertesten Gelehrten aus dem Ilten und lLttn Jahrhundert, eines Raschi, Jakob Tham u. A.: sollte man es glauben, daß man da sich dennoch verpflichtet hält, in religiöser Einsicht und religiösem Leben, die doch wahrlich das Product vollendetester Geistesreife sein müssen, noch immer zaghaft und gierig auf die Entscheidungen derer zu lauschen, die zwar nicht wegen Mangels an geistiger Kraft, aber weil die Ausbildung der Menschheit immer weiter schreitet, die Hohe der Gegenwart noch nicht erreicht haben konnten? Es ist doch gut, zuweilen einen Spiegel vorzuhalten, in dem wir die Gestalten klar erkennen, in ihren Vorzügen und >— ihren Mängeln! ') PI2SNN sNIPL' ONtt NS SN N'S L'ZMS NL), s- S. 4Z8 A. S. —