Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 2)
- Language
- German
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ti. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. 153 und ihre Erklärung finden, und er müßte diese Uukenntniß bei dem Anbau dieser Erde, unter jedem Himmelsstriche, in stets neuen Verrechnungen und Täuschungen büßen. Also auch wer sein Herz und seinen Geist anbauen will, ohne die wahre Quelle und Bedingung unserer Lebenswärme zu kennen und ohne zu wissen, daß der eigentliche Schwerpunkt dieses Daseins außer ihm selber liegt. Wie viele Seiten seines Innern, wie mannigfache Regungen und Ahnungen seiner Seele müßten ihm — wie etwa dem Sokrates sein Dämonion* **)) —- ein Räthsel bleiben! „Du bist, deiner Hülle nach, vom Staube, obsehon auch ein Gebilde von Gottes Hand; du bist, deinem Geiste nach, ein Hauch Gottes, in seinem Ebenbild geschaffen!" So heißt es im entsiegelten Buche von des Menschen Geschichte, IW Und wenn es nun auch nicht an einer spätern Stelle desselben hieße: der Staub wird wieder, wie er-gewesen, zu Erde, aber der Geist kehrt, zu Gott zurück,^der ihn gegeben! ff) und wenn auch nicht, wie wir dies glauben erwiesen?u haben ffff), zahlreiche andere Stellen der heiligen Schriften diese Lehre wiederholten, in der offenbar der Glaube und der reichste Trost der Psalmisten wurzelt, welche die Märtyrer, sterbend, laut bezeugten, und die, noch in mitten der Heidenwelt, das Buch der Weisheit in herrlicher Reinheit und - Vollständigkeit darbietet, und wenn auch nicht der geringste Hebräer gewußt hätte, daß der Tod ein „Versammeltwerden zu den Vätern" sei — die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele liegt schon in jenen hohen und reinen psychologischen Anschauungen selbst, sie konnte nie anders als, wenn nicht selbst deren eigentlicher Ausgangspunkt,, so doch wenigstens in ihrem unmittelbaren Fortschritte sein. Wer, wie der Hebräer, die Seele als gottgegebm, als göttlich ansieht, und dabei von der Ewigkeit Gottes selbst so entschiedene Begriffe hat, der kann an der Überzeugung von der Unsterblichkeit der Seele nicht blind vorübergegangen .sein. *) S. über das Damonion des Sokrates unt. and. Xenopu. Nein. 1,1. IV, 3. **) 1 Moses 5, 1. 1, 26. 27» 2, 7, 1) Koh. 12, 7. l-t) S. d. ob, cmgeff Abhandl, ' '