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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 3 · p. Seite 353

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 3
Article
Schlußwort über die Trauergebräuche
Date
1839-01-01
Page
Seite 353 (sequence 2)
Language
German
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IV. Schlußwort über die TrarrergebrSnche. 332 eine Bemerkung hinzufügen als ferneren Beleg, wie vom Standpunkte des RabbintömnS selbst diese Trauergebräuche dem modificirenden und mildernden Einflüsse deö Lebens keineswegs entzogen wurden. Der Thalmud Khethuboth 8!» erwähnt einer Verordnung der Rabbinen, den Leichentrunk betreffend, nach welcher im Hause des Trauernden ein förmliches Trinkgelage statt finden und zehn Becher von Jedem geleert werden solllen. Eine fernere Zugabe von vier Bechern — also im Ganzen vierzehn Becher — als Toaste auf Rabbi Gamliel und Andere, machte das Gelage vollends zur Sauferei , und so ließ man eS denn wieder bei zehn bewenden. Alphafi und Ascher übergehen diese Stelle in ihren Compendien, Maimonideö aber kennt noch den Gebrauch C,2rr 15, 8). Die spätem Nabbinen ignoriren ihn ebenfalls aus leicht erklärlichem Grunde. Das Leben, die bessere Sitte hatte diese Gelage aus dem Hause der Trauer verbannt trotz rabbinischer Autorität, (wWN heißt eö ausdrücklich in der citirten Stelle). sBeiläufig sei hier erwähnt» daß man später auf das andere Extrem verfiel, und alles Weintunke» im Trauerhause für verboten hielt, obgleich dies nicht einmal nach Joreh deah 578, 8 streng untersagt ist). Und wir, wir sollten weniger befugt sein, Gebräuche, die für unsere Zeit alle Bedeutung verloren haben, die stören und gegen die bessere Sitte und gegen das Gefühl verstoßen, ebenfalls zu beseitigen? Wir hätten bloß ängstlich zu passen, was in den alten Codices ausgezeichnet ist, ohne unö um den Inhalt weiter zu bekümmern? Dann wären wir nicht mehr Diener des lebendigen Gotteswortes, sondern Automaten einer trüben Vergangenheit. — B. Wechsler. Außer denjenigen Herren Rabbinern, welche nun bereits öffentlich über den in Rede stehenden Gegenstand der Trauergebräuche sich ausgesprochen haben, namentlich den Herren v. Aub in Baireuth, v. Heß in St. Lengsfeld, Kvhn 2üd. Ztitschr. IV. B». 25

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