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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 300

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Emancipation [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 300 (sequence 4)
Language
German
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30V Nachrichten. und neuerdings, als die Aufhebung des auch die Juden Hindernden eigenthürnlichen Eides — welcher auch dem Sheriff Salomons den Eintritt in die Reihe der Aldermcn Londons (die allein durch ihre Privilegien von der Aufhebung der Testacte nicht berührt wurden) versperrte -- für einige Dissenters zur Sprache kam, hätte das Unterhaus denselben auch gern für die Juden abgeschafft/ wenn eS nicht dadurch das Resultat der ganzen Bill bei dem Oberhause zu gefährden gefürchtet hätte. — Rußland geht auch in dieser Frage, in der ihm eigenthümlichcn Art, kräftig auf der Bahn der Civilisation voran, und zu bedauern ist, daß gerade wieder die deutschen Bewohner dieses weiten Reiches, die Bewohner der Ostseeprovinzen, den Erweiterungen Schwierigkeiten in den Weg zu legen beflissen sind. — Die Duodezstaaten der Schweiz? vorzüglich der neue, aus dem s. g. Liberalismus hervorgegangene, dörfliche Halblanton Basel- Landschaft, bieten hierin wie in ihrem ganzen Treiben die sonderbarste Mischung von der weitesten Ausdehnung der Gleichheit und der lächerlichsten Spießbürgerlichkeit und Intoleranz. — Italien bleibt aucb hier Ln seiner Gebundenheit, und die Staaten der pprcnäischen Halbinsel können sich noch nicht von dem Drucke, welchen die Jahrhunderte aus sic gelegt, so leicht befreien. — Die europäischen Staaten, in welchen das Princip der vollen Gleichheit in seiner vernünftigen Auffassung/ wo nicht Geburt, sondern Intelligenz und freilich auch zuweilen das Geld zu den höchsten Rechten des Staatsbürgers befähigt, und welche schon längst die Juden in die Reihe der Staatsbürger gestellt, Frankreich, Holland und Belgien, haben den Grad erreicht, auf welchem für die bürgerliche Stellung der Juden nichts mehr zu leisten ist; zeigen sich auch hie und da in der Volksmeinung noch eim'geSpuren von alter Abneigung, wie dies namentlich in Holland im geselligen Leben Statt finden soll, und wie neuerdings ein Beispiel aus dem Süden Frankreichs bekannt geworden ist, so find dies eben Ucbcrrcste, welche dort als vereinzelte, bald gänzlich verwitterte Trümmer nur stärker hervortreten, Vorurtheile, gegen die fich die Unbefangenen in jenen Ländern mit dem stärksten Nachdrucke anssprechen. Für Deutschland rückt die Aussicht immer näher, daß durch die verbesserte Stellung der Inden vermittelst des Gesetzes die öffentliche Meinung immer mehr aufgeklärt wird, und umgekehrt durch das Fallen der Schranken in dem geselligen Leben die Wegschaffung mittelalterlicher Gesetze naturgemäße Notwendigkeit wird. Bewirkt aber wird dieses Resultat in einem Lande, das nun einmal weniger nach allgemeinen Principien verfährt, als auf^HcrgebrachteS fußend, dieses nur dem Drange der Zeiten hingiebt, am sichersten durch die rastlosen, ehrenwerihcn Bestrebungen der Inden für innere Veredlung, welche zwar in andern Rücksichten ihren Grund haben, aber als unausbleibliche Folge auch diese Belohnung mit sich führen. Ein Gegenstand, welcher mit zur Lebensfrage der Zeit gehört, und so verschiedene Interessen berührt, muß natürlich auch vielfach Vorwurf

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