Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachschrift
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 2)
- Language
- German
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36 V. Ueber Trauungen kn der Synagoge. nicht mit religiösem Wvrtgepränge statt gemüthlich, daß eS überhaupt auö einer tüchtigen Gesinnung hervorgehen muß, versteht sich von selbst. G. V. Ueber Trauungen in der Synagoge. Die Frage: Sind Trauungen nach rabbinischen Grundsätzen im Innern der Synagoge zulässig? wird gewiß manchem Leser anffallen; besonders in dem gebildeten Deutschland, wo unsere Glaubensbrüdcr mit Riesenschritten im Reiche der Cultur und der Wissenschaften fori schreiten, ist man gewiß schon längst zu der Erkenntniß gelangt: daß dieser heilige Neligionsact, der dem Ehestande die göttliche Weihe giebt, auf offener Straße, unter dem Zulaufe eines losen Pöbels verrichtet, zu einer lächerlich läppischen Handlung herabgewürdigt wird; und gewiß wird daselbst kein Ort zu finden sein, der diesen Mißbrauch noch länger bestehen ließe. ' Wozu also erst eine Frage aufstellen, die schon fast allgemein praktisch beantwortet ist? Aber ich bin ein Bewohner Mährens, wo dieser unbedeutende Gegenstand wirklich zur öffentlichen Debatte kam. — Hr. L. Schwab, gegenwärtig Oberrabbiner zu Pesth, hat in Proßnitz die Einrichtung getroffen, die Trauungen in der Synagoge zu vollziehen; wogegen aber der Hr. Landesrabbiner N. Trebitsch sehr eiferte, und erst unlängst ein Umlaufsschreiben erließ, worin er die Trauungen im Innern der Synagoge strengstens untersagt, und sie nur in solchen Synagogen gestattet, wo, wie in der zu Wien, Fenster am Plafond angebracht sind. Für Mähren also ist es noch nicht zu spät, die Frage aufzustcllen und zu beantworten: Sind Trauungen nach rabbinischen Grundsätzen in 1. Gott gebe, wlk wären kn Deutschland schon so weit, wie man im. Auslande zuweilen glaubt! G.